Action, Crime und krasse Helden: die Serientrends aus den USA

Serienadaption von "Training Day": Bill Paxton (r.) verkörpert das Pendant von Denzel Washington, dessen Arbeitsweise seinen neuen Partner (Justin Cornwell) schockiert.
Serienadaption von "Training Day": Bill Paxton (r.) verkörpert das Pendant von Denzel Washington, dessen Arbeitsweise seinen neuen Partner (Justin Cornwell) schockiert.
Foto: © Warner Bros. TV
Was wir bereits wissen
Ein Blick auf die neue Saison im US-Fernsehen verrät, was uns bald auch hier erwartet: Zeitreisen, Stars und Shakespeare.

Während Netflix und Amazon sich mit eigenen aufwendigen Serienproduktionen zu überbieten versuchen und die US-Pay-TV-Sender HBO und AMC abwechselnd mit "Game of Thrones" und "The Walking Dead" weltweit für Aufregung sorgen, haben es die klassischen US-amerikanischen Fernsehsender mitunter schwer, einen ähnlich großen Serien-Hype zu entfachen wie die Konkurrenz.

Jetzt aber haben sie verraten, mit welcher Mischung sie ab Herbst um die Zuschauergunst buhlen wollen: Zeitreisen, Stars und Shakespeare. GOLDENE KAMERA stellt die wichtigsten Serientrends aus den USA vor.

Trend 1: auf bekannte Marken setzen

Fox und CBS beleben die großen Serienerfolge wieder: So kommt etwa "24" mit zwölf neuen Folgen zurück, wie immer in Echtzeit erzählt. Ein Elitesoldat (Cory Hawkins) kämpft in "24: Legacy" gegen jemenitische Terroristen, die ihn aufspüren und sich für den Tod ihres Anführers Bin-Khalid rächen wollen. Zusammen mit Rebecca Ingram (Miranda Otto), die als CTU-Leiterin einst an der Tötung Bin-Khalids beteiligt war, versucht er ein verheerendes Attentat auf amerikanischem Boden zu vereiteln.

Erstmals wird Kiefer Sutherland nur als Produzent an Bord sein, vor der Kamera steht er für eine andere Serie – mehr dazu weiter unten. In den USA startet "24: Legacy" im Anschluss an die Superbowl-Übertragung im Februar 2017. Ob die Serie hierzulande wie bisher zuerst bei Sky laufen wird, steht noch in den Sternen. Nach Auskunft des Senders haben die Lizenzverhandlungen erst begonnen.

Original-Trailer zu "24: Legacy"

Auch für alle weiteren Serien stehen noch keine deutschen Sender fest. So müssen sich also auch Fans von "Prison Break" gedulden. In einer zehnteiligen Event-Staffel gibt es ein Wiedersehen mit dem tot geglaubten Michael Scofield alias Wentworth Miller, für den ein Ausbruchsplan aus einem – erneut jemenitischen – Gefängnis ausgeheckt wird. Beliebte Charaktere wie Michaels Frau Sara, Bruder Lincoln und die Gefängnisgefährten Sucre und T-Bag werden wieder involviert sein.

Originaltrailer zum "Prison Break"-Sequel

Mit "Macgyver" kehrt eine weitere Kultserie zurück.

Erster Trailer zu "MacGyver"

Und wie schon in den Vorjahren werden erfolgreiche Kinofilme wie "Training Day", "Der Exorzist" und "Lethal Weapon" für das Serienformat umgewandelt. Damit erreichen die Sender hohe Aufmerksamkeit, enttäuschen mitunter aber auch Erwartungen: Die letzten TV-Adaptionen "Minority Report" und "Rush Hour" sind in den USA bereits wieder eingestellt. Der älteste Stoff, der für ein Serien-Remake herhalten muss, ist übrigens "Romeo und Julia": Die erfolgsverwöhnte Serienschöpferin Shonda Rhimes ("Grey’s Anatomy") wird "Still Star-Crossed" drehen, ein Sequel der Shakespeare-Tragödie über Intrigen und Affären zwischen den Clans der Capulets und Montagues.

Original-Trailer zu "Still Star-Crossed"

Trend 2: mehr Comedy

Es darf wieder mehr gelacht werden im US-Fernsehen – wohl auch, weil 2017 bei "The Big Bang Theory" mit der zehnten Staffel die hoch dotierten Verträge der Schauspieler auslaufen und so vielleicht Platz auf dem Comedy-Thron frei wird. Als klassische Sitcom mit Publikumsgelächter könnte "The Great Indoors" überzeugen: Joel McHale spielt den Reporter eines Outdoor-Magazins Jack Gordon, der in die Onlineredaktion an den Schreibtisch versetzt wird.

Original-Trailer zu "The Great Indoors"

Besonders skurril wird sicher "Son of Zorn" mit einer Mischung aus Trick- und Realaufnahmen. Darin kehrt eine Art He-Man aus dem Fantasiereich Alangulon zu seiner menschlichen Exfrau und ihrem Sohn in die Vorstadtidylle von Orange County zurück und sorgt dort für reichlich Unruhe. Die Serie wird von Phil Lord und Chris Miller produziert, den Machern von "21 Jump Street" und "Lego Movie".

Original-Trailer zu "Son of Zorn"

Beide verwirklichen auch noch ein weiteres Projekt: In "Making History" reisen drei Freunde in die Vergangenheit zu großen Momenten der Menschheitsgeschichte – und richten damit Schaden in der Gegenwart an. Womit wir beim nächsten Trend wären.

Trend 3: Zeitreisen

Serien wie "12 Monkeys", "Outlander" und "11.22.63 – der Anschlag" scheinen die Kreativen inspiriert zu haben: Jetzt kommen noch mehr Zeitreisen ins TV.

Original-Trailer zu "Timeless"

"Timeless" greift ebenfalls den Aspekt aus "Making History" auf, dass jedes Eingreifen in die Vergangenheit Folgen für das Jahr 2016 hat. Nur geht es hier äußerst dramatisch zu: Bösewicht Garcia Flynn (Goran Visnjic) versucht, die amerikanische Nation durch Manipulationen in der Vergangenheit zu zerstören. Ein Trio jagt ihm hinterher und versucht, ihn zu stoppen.

In "Time after Time" dagegen nimmt der Schurke die andere Richtung auf der Zeitachse: Science-Fiction-Autor H.G. Wells reist 1893 per Zeitmaschine seinem Freund ins heutige New York hinterher, weil er überzeugt ist, dass es sich bei ihm um Jack the Ripper handelt – Vorlage ist die Romanverfilmung "Flucht in die Zukunft" von 1979.

Original-Trailer zu "Time after Time"

Trend 4: Stars haben neun Serienleben

Hat es mit der letzten Serie nicht geklappt, muss das noch lange nicht heißen, als Star weg vom Fenster zu sein. Misserfolge scheinen der Popularität mancher Schauspieler keinen Abbruch zu tun. Katherine Heigl etwa hat ihren Beliebtheitsbonus, den sie mit "Grey's Anatomy" erhielt, noch nicht verspielt. Ihre letzte Serie "State of Affairs" floppte, jetzt ist sie mit "Doubt" zurück im Rennen. Sie spielt eine Anwältin, die sich in einen ihrer Klienten verliebt. Pikant: Der Mann ist angeklagt, ein 15-jähriges Mädchen ermordet zu haben.

Bei "24"-Star Kiefer Sutherland denkt niemand mehr an seine kurzlebige Serie "Touch" (2012/13). Er wird in "Designated Survivor" einen unscheinbaren Politiker spielen, der über Nacht das Amt des US-Präsidenten übernehmen muss – durch eine Explosion wurde das gesamte Kabinett ausgelöscht.

Origianltrailer zu "Designated Survivor"

Nach ein paar mittelmäßigen bis miesen Kinokomödien kehrt auch Kevin "King of Queens" James mit der neuen Sitcom "Kevin Can Wait" zurück.

Am schnellsten jedoch fand Hayley Attwell einen neuen Serienjob. Kaum war klar, dass "Agent Carter" nicht fortgesetzt wird, übernahm sie die Hauptrolle in "Conviction": Als Anwältin und Tochter eines Ex-Präsidenten wird sie mit Drogen erwischt. Um die Senatskandidatur ihrer Mutter nicht zu gefährden, geht sie auf den Deal des Bezirksstaatsanwalts ein: Die Drogengeschichte bleibt geheim, dafür arbeitet sie in einer neuen Abteilung, die Fälle neu aufrollt, bei denen es Zweifel an der Schuld bereits Verurteilter gibt.

Original-Trailer zu "Conviction"

Bei der Vielzahl an Network-Serien warten deutsche Sender oft, ob sich auch nach der ersten Staffel das Zuschauen lohnt, bevor sie sie einkaufen. Vielleicht ganz gut so – echte Serienjunkies haben nun mal auch keine Zeit zu verschenken.

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