Captain Kirk Jr. spricht über "Star Trek: Beyond"

Zum dritten Mal im "Star Trek"-Einsatz: Chris Pine (35)
Zum dritten Mal im "Star Trek"-Einsatz: Chris Pine (35)
Foto: © Theo Kingma
Was wir bereits wissen
Ab dem 21. Juli kommandiert Chris Pine zum dritten Mal die Reboot-Kinoversion des Raumschiffs Enterprise. Uns verriet er, wie sehr ihn der tragische Tod von Co-Star Anton Yelchin mitgenommen hat und warum er sich in "Wonder Woman" verliebt.

Bevor am 8. September die erste Folge von "Raumschiff Enterprise" ihr 50-jähriges Jubiläum feiert, lässt es auch das von Sci-Fi-Tausendsassa J.J. Abrams revitalisierte "Star Trek"-Kinofranchise noch einmal ordentlich krachen. Nach "Star Trek" (2009) und "Star Trek: Into Darkness" (2013) tritt Chris Pine in "Star Trek: Beyond" (Start: 21. Juli) zum dritten Mal das schwere Kino-Erbe von Kult-Captain-Kirk William Shatner an. In dem von "Fast & Furious"-Regisseur Justin Lin inszenierten Spektakel erleben wir einen gereiften Kirk, der sich mit der Enterprise auf fünfjähriger Forschungsmission befindet, nach einem desaströsen Angriff aber auf einem Planeten notlanden muss und dort in einen militärischen Konflikt mit einem übermächtigen Feind verwickelt wird.

3. Trailer zu "Star Trek: Beyond" (Kinostart: 21.7.2016)

Chris Pine im Interview

50 Jahre "Star Trek" – inwieweit spiegelt sich dieses Jubiläum in "Beyond" wieder?

Ich bin der falsche Mann für diese Frage (lacht). Aber die Drehbuchautoren Simon Pegg, Doug Jung und Regisseur Justin Lin spielen mit der Idee, dass die Stärke der Federation auf Einheit und Zusammenarbeit basiert. Mir gefiel diese schlichte Aussage – vor allem angesichts der Welt, in der wir momentan leben. Natürlich wird "Beyond" dem Zuschauer immer noch atemberaubende Explosionen und Unterhaltung bieten, wie es sich für einen "Star Trek" gehört, aber es ist für dieses Franchise auch Tradition, Sozialkommentare in die Handlung mit einzubauen. Momentan errichtet die Menschheit wieder Mauern. Ich sage nur Brexit oder extremer Rechtsnationalismus. Eine Botschaft über die Vorzüge von Gemeinschaft und Kooperation kann da nicht schaden.

Ist der Film eher was für Trekkies oder können auch "Star Trek"-Neulinge ihren Spaß haben?

Es ist für jeden etwas dabei. Wir haben genügend Action und Trekkie-Referenzen, um die Hardcore-Fans glücklich zu machen. Schließlich sind sie dafür verantwortlich, dass das Franchise jetzt fünf Dekaden feiert – als TV-Serie, Comic und Film. Aber es ist auch wichtig für die Zukunft von "Star Trek", dass es von einer neuen Generation entdeckt wird. Hinter "Beyond" stecken neue Autoren und ein neuer Regisseur, um neue "Star Trek"-Fans zu erschließen.

Featurette zu Regisseur Justin Lin

Seit wann sind Sie ein Fan?

Ich habe als Kind zusammen mit meiner Großmutter "Raumschiff Enterprise" geschaut. Sie war ein riesiger William Shatner-Fan und hatte immer den Fernseher an, wenn sie mich babysittete. Mein erster "Star Trek"-Film war "Der Zorn des Khan" – allerdings erst als Vorbereitung für mein erstes Mal als Kirk. Ein wirklicher Fan war ich als Kind nämlich nicht, aber dieses Franchise kann man auch sehr gut erst als Erwachsener entdecken, weil es sich um mehr als nur um Entertainment dreht. In "Into Darkness" ging es um Rache und Auge-um-Auge. In "Beyond" dreht sich alles um Familie und Zusammenhalt. Kirk ist verlorener und stiller als sonst. Dieser Film dreht sich nicht hauptsächlich um meine Figur, was mir sehr gut gefallen hat.

Haben Sie als Kind wenigstens davon geträumt, Astronaut zu werden und das Universum zu erkunden?

Nein, ich wollte entweder Maverick aus "Top Gun" sein oder der Baseballspieler Don Mattingly. Das waren meine zwei Träume (lacht). Aber Justin Lin hat uns als Abschiedsgeschenk ein Teleskop gegeben. Zuerst musste ich es zusammenbauen – wie ein Möbelstück von Ikea. Ich bin mechanisch nicht sonderlich begabt und es war ein echter Geduldtest. Aber ich habe es geschafft und jetzt steht das Ding auf meinem Balkon. Es ist faszinierend, damit den Mond zu betrachten. Und wenn der Stress auf der Erde zu groß wird, hilft es, ins Universum zu blicken und zu realisieren, wie klein und nichtig wir Menschen doch sind. Wir denken immer, dass wir alles über unsere Existenz wissen. Aber das stimmt nicht, wir füllen einfach nur die Lücken unserer Geschichte. Wenn man sich die Zeitspanne der Menschheit auf unserem Planeten anschaut, sind wir gerade Mal Babys. Es wäre toll, wenn ich in 100.000 Jahren noch einmal leben könnte, um zu sehen, was aus uns geworden ist.

Wie hart hat Sie der Tod von Anton Yelchin getroffen?

Es ist gerade einen Monat her und es fällt mir immer noch schwer, darüber zu sprechen. Anton war einzigartig, ein ganz besonderer Mensch, und es ist sehr schade, dass wir ihn so früh verloren haben. Als Künstler war er furchtlos, wenn es um Kreativität ging. Er war Autor und Musiker und Fotograf, und er stand kurz vor seinem Regiedebüt. Er wollte so viele Dinge ausprobieren und ich hätte so gerne gesehen, was uns sein brillanter Geist in der Zukunft hätte alles bieten können. Es war das erste Mal, dass ich jemand verloren habe, der mir so nahe stand. Aber ich hatte sehr viel Unterstützung. Von überall auf der Welt kamen Freunde und Familie und schliefen in meinem Haus, um mir in meiner Trauer zur Seite zu stehen.

Als nächstes wechseln Sie vom "Star Trek"-Universum zur Comic-Welt von "Wonder Woman". Wie unterscheiden sich diese beiden Popkultur-Sphären?

Der Wechsel von "Star Trek" zu "Wonder Woman" war heftig. Aber nur, weil ich in diesem Franchise jetzt alle kenne und sie zu meiner Familie geworden sind, das Universum von DC Comics hingegen neu für mich ist. Zum Glück mochte ich Regisseurin Patty Jenkins und "Wonder Woman" Gal Gadot vom ersten Moment an. Ich spiele Steve Trevor, einen amerikanischen Spion im Ersten Weltkrieg, der die Deutschen ausspioniert. Steve hat die Schrecken des Krieges erlebt und seinen Glauben an die Menschheit verloren – im Gegensatz zu Diana Prince alias "Wonder Woman", die als Neuankömmling auf diesem Planeten noch Hoffnung für unsere Gattung hat.

Und dann verliebt sich natürlich Steve in Diana...

Richtig! Mein Job in "Wonder Woman" war sehr einfach: Wer würde sich nicht in Gal Gadot verlieben (lacht)!

Interview: Anke Hofmann

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