Star Wars Celebration 2016: Das heißeste Sci-Fi-Event der Galaxis

Was wir bereits wissen
Wir waren auf der Star Wars Celebration 2016 in London, auf der geheime Details, Bilder und Videos zu den drei nächsten "Star Wars"-Filmen verraten wurden.

Er klingt wunderbar vage, der berühmte Textvorspann der "Star Wars"-Filme: "Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis...". Doch manchmal muss es selbst für "Star Wars"-Fans etwas konkreter sein. Die Zeit diesmal: drei Tage im Juli 2016. Der Ort: London, England.

Impressionen von der Star Wars Celebration 2016

Schon die Anreise zum Veranstaltungsort im Londoner Hafen ist bizarr. Der prall gefüllte Wagon der Docklands Light Railway ist fest in der Hand kostümierter "Star Wars"-Fans, die nicht nur wegen der sommerlichen Hitze schwitzen: Stormtrooper in weißen Kunststoffrüstungen, Jedis in schweren Stoffroben, metallic schimmernde Kopfgeldjäger, zottelige Wookies.

Wie GOLDENE KAMERA haben alle das gleiche Ziel: das Messegelände ExCeL London, Schauplatz der Star Wars Celebration 2016 – dem weltweit größten Event rund um die berühmte Sci-Fi-Saga.

Mehrere tausend Fans aus aller Welt pilgern hierher, um dem "Star Wars"-Kult zu huldigen. Dazu gehören neben den Filmen längst auch Videogames, Animationsserien, Comics, Bücher, Modelle und vieles mehr. Über 80 Veranstaltungen auf insgesamt fünf Bühnen sowie unzählige Stände decken jeden Bereich des "Star Wars"-Universums ab.

Experten erklären, wie man stilecht mit einem Lichtschwert (okay, einer leuchtenden Kunststoffröhre) kämpft. Wer komplett eins mit der Macht ist, kann sich auch tätowieren lassen – natürlich mit Motiven aus dem gigantischen Kosmos der Filmreihe.

Vor allem aber können die Fans hier ihre Idole live erleben, zumindest jene, die bereit sind, stundenlang anzustehen. Die Plätze in den Bühnenshows mit Franchise-Veteranen wie Mark Hamill (Luke Skywalker) oder Carrie Fisher (Prinzessin Lea) sind heiß begehrt.

"Star Wars"-Fans im Videotalk

Auch zwei deutsche Megafans Michael Schramm und Markus Rau spielen eine wichtige Rolle. Im Videotalk mit GOLDENE KAMERA erklärt Michael Schramm, wie das Team von project x1 den TIE Fighter nachgebaut hat:

Michael Schramm erklärt den Nachbau des TIE Fighter

Michael Schramm hat auch ein lebensgroßes Modell von R2-D2 zur Star Wars Celebration mitgebracht - liebevoll wird er R4-X1 - in Anlehnung an project x1 - genannt:

Michael Schramm über die Konstruktion des R2-D2-Droiden

Markus Rau ist "Star Wars"-Kostümfan und und seit 2004 Mitglied der "Star Wars"-Kostümorganisation 501st Legion. Mittlerweile besitzt er fünf unterschiedliche Kostüme, die er alle detailgetreu nachgebildet hat:

Interview mit "Star Wars"-Kostümfan Markus Rau

Der alljährliche "Star Wars"-Event hat etwas auf einem ausgelassenen Gottesdienst. Nur konsequent also, dass die Macher die Messe nutzen, um ihrer Gemeinde die frohe Botschaft verkünden. In diesem Fall sind das geheime Details, Bilder und Videos zu den drei nächsten "Star Wars"-Filmen: Episode VIII als Fortsetzung zu "Das Erwachen der Macht", ein Film über die frühen Jahre des Weltraumschmugglers Han Solo und "Rogue One".

Gareth Edwards verrät Details zu "Rogue One"

"Rogue One" (Kinostart: 16. Dezember 2016) wird eine Besonderheit sein – der erste Star-Wars-Film, der nicht Teil einer Trilogie ist, sondern für sich steht. Die Story spielt kurz vor den Ereignissen des allerersten Films "Krieg der Sterne" (1977): Eine Gruppe von Rebellenkämpfern um die junge Jyn Erso (Felicity Jones, "Die Entdeckung der Unendlichkeit") versucht, die Baupläne des Todessterns zu stehlen – die größte Waffe im Arsenal des bösen Imperiums. So cool wird "Rogue One".

Am Ende eines Trailers, der nur für das Saalpublikum der Star Wars Celebration zu sehen ist, jubelt das Publikum frenetisch auf: der legendäre Bösewicht Darth Vader feiert sein Film-Comeback!

Die Reaktion vom Publikum zum neuen "Rogue One"-Trailer

Regisseur von "Rogue One" ist Gareth Edwards ("Godzilla"). Bei der Celebration bewies der bekennende "Star Wars"-Nerd Sinn für Humor. Bei einem Vortrag zum Thema Filmdesign schmuggelt sich Edwards inkognito unter die Zuschauer. Verkleidet in weißer Stormtrooper-Rüstung stellt er von dort sogar eine Frage am Ende der Podiumsdiskussion, wo ihn GOLDENE KAMERA kurz darauf Backstage trifft.

"Anfangs schien es, eine lustige Idee zu sein", sagt ein völlig durchgeschwitzter Gareth Edwards. "Leider hatte ich nicht bedacht, dass ich eine Stunde lang mit aufgesetztem Helm dasitzen muss! Jetzt habe ich noch größeren Respekt vor unseren Statisten."

Apropos Statisten: Beim Dreh auf den Malediven musste Regisseur Edwards die Grenzen des "Star Wars"-Kults erkennen. Dort ließ er das örtliche Militär in die Stormtrooper-Rüstungen steigen. An einem paradiesischen Strand mussten die Soldaten in futuristischen Anzügen durch das seichte Wasser waten. Gareth Edwards erinnert sich: "Als die Szene im Kasten war, sagte ich zu den Statisten: 'Das war cool, oder? Jetzt seid ihr Stormtrooper.' Die sagten nur: 'Was?' 'Stormtrooper.' 'Aha.' 'Kennt ihr überhaupt 'Star Wars'?' 'Nein'. Sie hatten null Ahnung, was wir da treiben. Ich glaube, sie werden ziemlich überrascht sein, wenn der Film ins Kino kommt."

Nicht alle Locations von "Rogue One" waren so exotisch. "Früher bin ich jeden Tag mit der Bahn durch die Londoner Docklands gefahren", erinnert sich Gareth Edwards. "Die Bahnhöfe hier sehen so futuristisch aus, dass ich mir damals geschworen habe: Sollte ich jemals selbst einen Sci-Fi-Film machen, drehe ich hier!" 15 Jahre später machte Edwards ernst. "Wir haben eine Nacht streng geheim im Bahnhof Canary Wharf gedreht. Als der Bahnhof um Mitternacht schloss, sind wir schnell rein und hatten nur vier Stunden Zeit. Wir drehten unsere Szenen und waren genau in dem Moment fertig, als die ersten Fahrgäste kamen. Niemand hat etwas gemerkt." Gut möglich, dass Canary Wharf zur neuen Pilgerstätte für "Star Wars"-Fans wird.

Zuletzt sorgte "Rogue One" eher für negative Schlagzeilen. Nach angeblich enttäuschenden Testvorführungen habe es aufwendige Nachdrehs gegeben. GOLDENE KAMERA trifft in London Donnie Yen, der wenige Stunden zuvor seine allerletzte Szene für "Rogue One" gedreht hat. Der chinesische Darsteller und Martial-Arts-Star ("Blade 2", "Ip Man") spielt in "Rogue One" den blinden Krieger Chirrut.

Die Aufregung um die verlängerten Dreharbeiten kann Donnie Yen nicht verstehen. Für ihn seien es keine Nach- sondern lediglich Zusatzdrehs: "Ich habe bisher rund 70 Filmen gemacht, keiner davon wurde rechtzeitig abgedreht – aus einem einfachen Grund: weil man einen Film immer noch besser machen will. Also sind wir zurückgekommen, um noch mehr Szenen zu drehen."

Star Wars: Episode VIII

Neben dem Einzelfilm "Rogue One" wird natürlich auch die eigentliche "Star Wars"-Saga fortgesetzt. Auf Episode VII "Das Erwachen der Macht" (2015) folgt Episode VIII (2017). Hier wird die Geschichte der jungen Helden Rey (Daisy Ridley), Finn (John Boyega) und Poe (Oscar Isaacs) weitererzählt. Die Messlatte liegt hoch. Episode VII ist mit einem weltweiten Einspielergebnis von über zwei Milliarden Dollar der dritterfolgreichste Film aller Zeiten. Doch Druck verspürt der Regisseur von Episode VIII Rian Johnson ("Looper", "Breakling Bad") überraschenderweise nicht. Im Gegenteil. "Episode VII hat mir sehr geholfen", erklärt Johnson. "Denn nach diesem furiosen Auftakt ist es ganz natürlich, dass wir jetzt viel mehr auf das Innenleben der neuen Figuren konzentrieren können."

Vorschusslorbeeren gibt es zumindest schon mal von Produzentin und Lucasfilm-Chefin Kathleen Kennedy auf dem Podium der Star Wars Celebration: "Ich habe Rian am Set beobachtet und muss sagen: Er geht mit der Kamera so virtuos um wie Steven Spielberg." Kennedy weiß, wovon sie redet. Sie hat Spielberg-Klassiker wie "E.T.", "Schindlers Liste" und "Jurassic Park" produziert.

Der neue Han Solo

Die Arbeit am dritten neuen "Star Wars"-Film begann mit der "härtesten Casting-Herausforderung aller Zeiten". So nennt es zumindest Filmemacher Chris Miller. Gemeinsam mit seinem Regiepartner Phil Lord musste er eine der legendärsten Rolle der Filmgeschichte neu besetzen: die des charismatischen Weltraumschmugglers Han Solo. Harrison Ford war 1977 durch die Figur zum Weltstar geworden. Jetzt wollen Miller und Lord ("21 Jump Street") in einem Einzelfilm die Anfänge des jungen Han Solo erzählen. Chris Miller verrät auf dem Podium, insgesamt haben 3000 Darsteller für die Rolle vorgesprochen. "Was übrigens eine komplette Geldverschwendung war", ergänzt sein Co-Regisseur Phil Lord. "Denn der Schauspieler, der die Rolle schließlich bekam, war der allererste, der vorgesprochen hat."

Unter donnerndem Applaus von 4000 Fans wird der neue Han Solo schließlich auf die Bühne geholt. Es ist der 26-jährige US-Schauspieler Alden Ehrenreich ("Hail Cesar!"). Angesichts der geballten Fan-Begeisterung ist Ehrenreich bei seiner offiziellen Vorstellung sichtlich beeindruckt. Er sei erst kurz zuvor angereist und direkt auf die Bühne gekommen. "Vom Rest des Events", sagt Ehrenreich, "habe ich leider nichts mitbekommen." Womöglich hat er sich da eine einmalige Chance entgehen lassen. Auf der nächsten Star Wars Celebration – im April 2017 in Orlando – wird er sich nicht mehr so unbemerkt bewegen können. Es sei denn, er verkleidet sich als Stormtrooper.

Text: Michael Tokarski

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