Alexander Skarsgård: "Wir sind immer noch Tiere"

"True Blood"-Star Alexander Skarsgård ist der neue Tarzan
"True Blood"-Star Alexander Skarsgård ist der neue Tarzan
Foto: © 2014 Warner Bros. Entertainment Inc.
Was wir bereits wissen
Exklusiv am Set von "Legend of Tarzan": GOLDENE KAMERA spricht mit Alexander Skarsgård über das Tier im Mann.

Alexander Skarsgård sitzt schlapp auf einem Hocker vor Halle C und starrt ins Leere. In dieser kurzen Drehpause in den Warner Bros. Studios bei London verströmt der Schwede nicht gerade gefährliche Dschungel-Aura. Wie denn auch, er ist in einen seltsamen roten Dandy-Anzug gekleidet. Während nebenan zum fünften Mal ein neuer Dschungel aufgebaut wird, dreht Skarsgård heute Innenszenen vom Landsitz Greystoke.

Doch als GOLDENE KAMERA das Gespräch auf die neue Tarzan-Verfilmung "Legend of Tarzan" (Kinostart: 28. Juli) bringt, wird der 39-Jährige wach und erzählt von seinem bisher größten Kinocharakter.

Trailer zu "Legend of Tarzan"

Interview mit Alexander Skarsgård

Ist der Druck groß, in die Rolle von Johnny Weissmüller oder Christopher Lambert zu schlüpfen?

Ich fühle ehrlich gesagt überhaupt keinen Druck. Ich bin einfach nur aus dem Häuschen. Das hier ist nicht der Tarzan, den man erwartet! Tatsächlich ist seine Reise als Charakter diesmal genau das Gegenteil: Er wurde im Dschungel geboren, aber als man Tarzan im Film das erste Mal sieht, ist er wieder Lord Greystoke. Er ist seit Langem wieder in England – und wird dann gezwungen, dahin zurückzukehren, wo er geboren wurde – und zu dem Mann, der er wirklich ist.

Das klingt fast wie ein zweiter Teil.

Ja. In der Originalgeschichte spielt sich vieles in England ab, wo sich Tarzan anzupassen versucht. Tarzan spürt hier Mann und Tier in sich – und ich denke, alle Menschen können das nachfühlen: Wir versuchen, in der menschlichen Gesellschaft zu funktionieren – aber wir sind trotzdem immer noch Tiere ...

Mussten Sie zu Beginn dick sein?

Ich musste schnell in eine gute körperliche Verfassung kommen, daher hatten wir keine Zeit dafür, dass ich am Anfang fett bin. Ich musste erst mal zunehmen. Drei Monate jede Menge Steaks und Kartoffeln! Ab dann ging es darum, den Umfang zu halten, aber ein wenig Fett zu verlieren. Das war eine strikte Diät, der Grund, warum ich mich jetzt elend fühle (lacht). Jetzt trainiere ich nur eine Stunde jeden Morgen. Sie haben Angst, dass ich zu viel verbrenne, denn ich habe einen erhöhten Stoffwechsel.

Woran orientieren Sie sich beim Charakter Tarzan?

Ich würde nicht sagen, dass ich ein Vorbild habe, es ist eher kreativer Input, den ich schwer erklären kann. Du liest das Skript – zu Beginn einmal jeden Tag, du liest weitere Bücher, du bekommst Inspiration durch das Leben, während du Tarzan erschaffst, in dir findest. Du bist plötzlich offen für Inspiration überall: jemand, den du in der U-Bahn siehst. Oder deine Großmutter. So viele kleine Dinge können das beeinflussen. Ich versuche, so viel wie möglich davon zu sammeln. 99 Prozent davon sind Mist, unbrauchbar – aber dann findest du irgendwo ein kleines Stück, das passt.

Haben Sie auch die berühmten Tarzan-Verfilmungen gesehen?

Als ich Kind war, musste man "Greystoke" gesehen haben. Und mein Vater hatte all diese Videokassetten in Schwarz-Weiß: Marx Brothers, "Robin Hood", "Tarzan" mit Johnny Weissmüller. Wir haben die immer am Wochenende gesehen, ich liebte das. Als ich bei Warner in L.A. die letzte Szene von "True Blood" drehte – in den Wäldern von Burbank, wo sie die alten "Tarzan"-Filme mit Johnny Weissmüller drehten –, fühlte es sich wie ein natürlicher Übergang an.

Worum geht’s in "Legend of Tarzan"?

Kongo-Freistaat 1889: Belgiens König Leopold II. will mit der Kolonie Geld verdienen und schickt den fiesen Offizier Léon Rom (Christoph Waltz) auf die Suche nach Diamanten und Sklaven. Stammeshäuptling Mbonga (Djimon Hounsou) will Rom helfen – wenn er seinen alten Erzfeind Tarzan (Alexander Skarsgård), der als Lord Greystoke seit zehn Jahren mit Jane (Margot Robbie) wieder in England lebt, zurück in den Dschungel lockt. Begleitet von dem Amerikaner George (witzig: Samuel L. Jackson) tappt Tarzan in die Falle.

"Harry Potter"-Regisseur David Yates (Teile 5, 6, 7.1, 7.2) verfilmte den schon x-mal umgesetzten Stoff von Edgar Rice Burroughs in dunstig-verschwitzter 3D-Dschungeloptik. Tarzan, der zu Beginn noch den kleinen Finger beim Teetrinken abspreizt, muss erst wieder sein Tier im Manne finden – die Vorgeschichte des Helden wird in Rückblenden erzählt.

Bildverliebt, mit einem tollen Tarzan-Gorilla-Fight und einem Showdown mit allen Tieren des Kontinents – so geht Tarzan heute. Das Comeback des muskelbepackten Tierverstehers macht Spaß!

Text und Interview: Oliver Noelle

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