"Ghostbusters": Jetzt kommen die neuen Geisterjäger

Was wir bereits wissen
32 Jahre nach dem Original gehen im "Ghostbusters"-Reboot (Kinostart: 4. August 2016) vier Frauen auf Geisterjagd in New York.

Das neue Ghostbusters-Team wird angeführt von Melissa McCarthy als Hardcore-Gespensterjägerin Abby. Kristen Wiig spielt ihre alte Freundin Erin, die ihre Karriere als Physikerin spätestens dann über Bord wirft, als sie eine klebrige Begegnung mit einem grünen Schleimmonster hat und Kate McKinnon bastelt als Ingenieurin Jillian abgefahrene Anti-Geister-Waffen. Unterstützung erhalten sie von Leslie Jones, die die U-Bahn-Angestellte Patty spielt. Mit diesen vier neuen Geisterjägerinnen entwickelt sich die fröhliche Geisterhatz langsam, aber sicher zu einem knallbunten Scary-Movie-Spaß.

Mit von der Partie: Chris Hemsworth, diesmal nicht als hammerschwingender Thor, sondern als begriffsstutziger Sekretär der Ghostbusters-Ladys.

Witzig auch die Cameo-Auftritte einiger Original-Ghostbusters. Wenn etwa Bill Murray als Geisterleugner (!) von einem amoklaufenden Drachengeist aus dem Fenster geblasen wird, ist das schon das halbe Eintrittsgeld wert. Regisseur Paul Feigs ("Brautalarm") Popcorn- Monster-Movie ist durchaus gelungen.

Deshalb: Den Shitstorm im Internet ganz schnell vergessen – bevor die Presse das weibliche "Ghostbusters"-Remake sehen konnte, waren Hasstiraden im Internet zu lesen und mehr als eine halbe Million "Dislikes" auf Youtube gab's für den ersten Trailer.

1. Trailer zum "Ghostbusters"-Reboot

Interview mit Melissa McCarthy

GOLDENE KAMERA sprach mit Melissa McCarthy über das weibliche "Ghostbusters"-Remake - und die Hasstiraden im Netz.

Wie haben Sie sich in den Gute-Laune-Spirit des Originals von 1984 mit Bill Murray und Dan Aykroyd eingegrooved?

Das Original habe ich bestimmt schon 9000-mal in meinem Leben gesehen. Vor Drehbeginn musste das also nicht mehr sein, zudem kennen wir vier uns sehr gut. Als ich die Rolle annahm, habe ich aber meinen Töchtern den ersten Teil gezeigt – und die sind beinahe durchgedreht.

Wie reagierten sie, als sie erfuhren, dass Sie das Remake drehen?

Sie riefen: "Du spielst einen Geist!" Ich: "Nein, einen Geisterjäger, das ist viel cooler." Das ging so ein paar Mal hin und her. Wenn die mich jetzt noch als "Ghostbusters"-Actionfigur sehen ...

Begründen Sie ein neues Genre: Jungsfilme mit weiblichen Helden?

Ich hoffe, dass ihn nicht nur Männer, sondern auch Frauen und Kinder sehen. Es ist eine Underdog-Story, keine Geschichte um Männer oder Frauen.

Bereits bei Bekanntgabe der Besetzung mit Frauen statt Männern gab es negative Reaktionen.

Ja, vier Frauen in einem Film – oje! Es ist traurig. Haben solche Feiglinge nicht irgendeine Frau in ihrem Leben? Eine Mutter oder Schwester? In welcher Höhle leben die? Hey, es gibt jetzt Elektrizität! Du drückst einen Knopf, und Licht geht an. Ich verstehe die Aufregung nicht, wir zerstören ja nicht jedes existierende Video von Teil eins und zwei – der Film ist eine Liebeserklärung an das Original.

Finden Sie die Reaktion sexistisch?

Sehr! Es ist einfach merkwürdig und sehr bizarr gegen etwas zu sein, nur weil Frauen es gemacht haben.

Gefühlt sind im ersten Trailer nicht – wie so oft – die drei besten Gags zu sehen, sondern die schwächeren.

Das ist ganz klar subjektiv.

Herrlich ist neben der Chemie zwischen den Mädels Chris Hemsworth als hübscher Trottel. War das mutig?

Er ist gemacht für diese Rolle! Ich hatte vorher gehört, wie toll er sein soll. Das stimmt. Aber niemand sagte mir, wie irre komisch er ist. Gleich am ersten Tag haben wir seine Bewerbung bei den Ghostbusters gedreht und sind ausgerastet vor Lachen! Seine Rolle ist exakt eine Umkehrung all dieser jungen, dummen Mädels in Actionfilmen.

Ihre Karriere ist ungewöhnlich: Der große Hit mit über 40, Hollywood-untypischer BMI, zwei Töchter ... Hat auch das manche Menschen geärgert?

Ich bin mir sicher, Leute sind sauer über alles. Ich widme dem keine Aufmerksamkeit. Ich versuche, hilfreiches Feedback zu erhalten, durch das ich eine bessere Schauspielerin oder auch Mutter werde. Aber ich lese nicht im Internet nach, ob die Leute mich mögen oder nicht. Alles, was auf Hass aufbaut, färbt auf uns ab.

Text + Interview: Oliver Noelle

Kommentare einblenden

Back to the 80s! Wählen Sie Ihren Lieblingsfilm aus der Ära von "Ghostbusters" & Co.

Helden der 80er: Die Original-"Ghostbusters" Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis
Helden der 80er: Die Original-"Ghostbusters" Bill Murray, Dan Aykroyd und Harold Ramis
Foto: © picture alliance / ZUMA Press
Who you gonna call? Diese Frage ist nach etwas mehr als 30 Jahren wieder im Kino zu hören. Doch das "Ghostbusters"-Remake ist nur die Spitze des Retro-Revival-Booms.
Mehr lesen