"Tatort: HAL": Bootz und Lannert im Neuland

Bluesky scannt alle Besucher in der Firmenlobby, um ihre Identität zu erfassung, z. B. die von Thorsten Lannert (Richy Müller).
Foto: © SWR
Was wir bereits wissen
Im Stuttgart-"Tatort" beginnt ein Computer beim Mord an einem Callgirl ein gefährliches Eigenleben.

Im "Tatort: HAL" (Sonntag, 28. August, 20.15 Uhr, Das Erste) wirken die Kommissare Bootz (Felix Klare) und Lannert (Richy Müller) fast überfordert: Ein Mord in der Computerszene sprengt die Grenzen ihres Berufsalltags im beschaulichen Stuttgart. Sie bekommen Einblick in eine Welt, die sie nicht verstehen.

Was passiert im "Tatort: HAL"?

Trailer zum "Tatort: HAL"

Der Mord an Schauspielschülerin Elena führt die Kommissare in die Computerbranche. Das Opfer finanzierte sein Studium als Callgirl – und war Testperson einer Softwarefirma. Programmierer David Bogmann (Ken Duken) entwickelt das Programm "HAL", das Menschen komplett erfassen kann. Aber bald erkennt er, dass der Computer "Bluesky" ein Eigenleben führt und außer Kontrolle geraten ist.

Als Bogmann beschließt, sein Werk zu zerstören, entdecken die Polizisten einen Film, der von seinem Rechner stammt. Darin ist zu sehen, wie das Opfer beim Sexspiel erstickt wird. Hat der Programmierer seine Tat gefilmt? Er behauptet, die Aufnahme sei eine Fälschung des Computers, "Bluesky" wolle ihm den Mord unterschieben. Ist Bogmann wahnsinnig? Oder ist die Technik schon viel weiter, als die Polizisten ahnen?

Was ist das Besondere an diesem "Tatort"?

Regisseur und Drehbuchautor Niki Stein versteht den Titel seines Falls als Verbeugung vor Starregisseur Stanley Kubrick und dessen Filmklassiker "2001: Odyssee im Weltraum". Dort heißt der Computer, der das Raumschiff steuert, "HAL". Und nur er weiß, wohin die Reise geht. Dieses unheimliche Szenario bestimmt auch den "Tatort". "Wir übergeben Verantwortung an Maschinen, die sich selbst optimieren", sagt Stein. "De facto ist es längst Realität, dass Computer uns überwachen, manipulieren und für uns entscheiden."

Wer spielt mit im "Tatort: HAL"?

Ken Duken überzeugt als Programmierer, der verzweifelt versucht, den Computer zu stoppen – und dabei dem Wahnsinn nahe ist. "Ein Mann kämpft gegen die Maschine, die er selbst entwickelt hat und die sich auf gefährliche Art verselbstständigt", so beschreibt Regisseur Stein die Rolle. Karoline Eichhorn spielt die kühle Chefin, der das Wohl des Unternehmens wichtiger ist als das ihres Mitarbeiters.

GoKa-Wertung

Ein ungewöhnlicher Fall: Für Spannung sorgt hier weniger die Aufklärung des Mords als das Duell eines Computerexperten mit seinem eigenen Superrechner. Völlig überflüssig aber ist es, den Todeskampf einer fast nackten Frau mehrfach zu zeigen. Noch dazu in so extremer Drastik.

Wie gut kennen Sie Lannert, Bootz & Co.?

Testen Sie Ihr Wissen mit unseren 7 Fragen zum Stuttgart-"Tatort".

Text: Thomas Kunze

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