"Westen": Ost-West-Drama mit Jördis Triebel

Nelly Senff (Jördis Triebel) will im Westen mit ihrem Sohn Alexej (Tristan Göbel) ein neues Leben beginnen. Foto: WDR / © Frank Dicks / zero one film
Nelly (Jördis Triebel) und ihr Sohn Alexej (Tristan Göbel) warten samt Gepäck auf die Abholung nahe der Grenze.
Nelly (Jördis Triebel) wird am Grenzübergang aufgefordert auszusteigen. Foto: WDR / © Frank Dicks / zero one film
Nelly (Jördis Triebel) wartet nervös auf den Beamten bei der Einbürgerung in die BRD.
Nelly Senff (Jördis Triebel) und der US-Beamte John Bird (Jacky Ido).
Zu ihrem Bekannten Hans (Alexander Scheer) kann Nelly (Jördis Triebel) kein Vertrauen fassen. Foto: WDR / © Frank Dicks / zero one film
Nelly (Jördis Triebel) holt ihren Sohn Alexej (Tristan Göbel, li.) von Hans (Alexander Scheer) zurück, denn sie kann zu ihm kein Vertrauen fassen.
Ihre eigene Vergangenheit lässt Nelly (Jördis Triebel) nicht los.
Was wir bereits wissen
Das vielschichtige Drama "Westen" (31. August, 20.15 Uhr, Arte) überzeugt mit authentischer 70er-Jahre-Atmosphäre und zeichnet die Stimmungslage der Zeit glaubwürdig nach.

Darum geht's in "Westen"

Trailer zu "Westen"

Nelly Senf (Jördis Triebel) träumt von einem besseren Leben für sich und ihren Sohn Alexej (Tristan Göbel). 1978 darf die Ostberlinerin mit ihm in die BRD ausreisen. Doch vor einem normalen Leben im Westen steht der Aufenthalt im Notaufnahmelager, von wo aus sie die ersten bürokratischen Schritte unternehmen soll. Doch hier muss sie ähnliche Befragungen über sich ergehen lassen wie zuvor im Osten, denn die alliierten Sicherheitsdienste interessieren sich für Nellys Mann Wassilij, der 1975 bei einem Autounfall in Moskau ums Leben kam.

Doch der US-Agent Bird sieht das anders: Wassilij (Carlo Ljubek) soll ein Kurier der Stasi gewesen sein und vielleicht war sein Unfalltod nur vorgetäuscht? Schließlich hat Nelly nie den Leichnam gesehen, bei der Beerdigung war sie auch nicht – lebt Wassilij also noch? Verunsichert von diesen Vermutungen, beginnt sie am Sinn ihrer Flucht zu zweifeln.

Nelly wird immer misstrauischer, hegt Paranoia und schottet sich und ihren Sohn mehr und mehr ab. So zieht sie sich auch unvermittelt von Hans (Alexander Scheer) zurück, einem Bekannten, der bereits zwei Jahre im Notaufnahmelager lebt und zu Alexejs Ersatzvater wurde. Nelly kann kein Vertrauen zu ihm fassen, sich nicht auf ihn einlassen, denn plötzlich steht alles in Frage, und ihre eigene Vergangenheit lässt sie nicht los…

Hintergrund

Regisseur Christian Schwochow ("Der Turm", "Bornholmer Straße") inszeniert die Verfilmung von Julia Francks Roman "Lagerfeuer" als berührendes Drama, in der eine eigentlich unpolitische Frau zwischen den Systemen zerrieben wird. "Westen" ist eine atmosphärisch glaubhafte Zeitreise und verzichtet auf einfache Antworten. Jördis Triebel wurde 2014 für ihre Darstellung der Nelly mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet.

Weitere TV-Premieren in der Woche vom 29. August bis 4. September

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