Morgan Freeman: "Geh dem Ärger aus dem Weg!"

Ein Lichtblick im "Ben Hur"-Reboot: Morgan Freeman (79)
Ein Lichtblick im "Ben Hur"-Reboot: Morgan Freeman (79)
Foto: © Theo Kingma
Was wir bereits wissen
Zum Kinostart von "Ben-Hur" verrät uns der Hollywood-Altstar, warum er im Reboot des Leinwandklassikers mitspielt, und welche Lebensmottos seine Karriere geprägt haben.

Mit 11 gewonnenen Oscars hat sich William Wylers Monumentalepos "Ben Hur" mit Charleton Heston als einer der ganz großen Klassiker in die Annalen der Filmgeschichte eingeschrieben. 57 Jahre später hat jetzt der kasachische Action-Spezialist Timur Bekmambetov ("Wanted") ein Reboot vorgelegt, das am 1. September auch bei uns im Kino startet und den Briten Jack Huston ("Boardwalk Empire") in der Titelrolle präsentiert...

Trailer zu "Ben Hur" (Kinostart: 1.9.2016)

In den USA hat zwar "Ben-Hur" den von Remake-Kritikern prognostizierten Fehlstart hingelegt, einen schauspielerischen Lichtblick gibt es aber trotzdem zu vermelden: Die Rolle des Wagenlenker-Mentors wird mit gekonnter Grandezza von Hollywood-Altstar Morgan Freeman verkörpert – und das aus durchaus unerwarteten Gründen...

Morgan Freeman im Interview

Warum wollten Sie im Remake des Klassikers von 1959 mitspielen?

Im Film dreht sich alles um Liebe, Toleranz, Vergebung und Erlösung. All die Dinge, die uns zu besseren Menschen machen. Wir haben in den Cinecittà Studios in Rom gedreht, einer meiner Lieblingsstädte. Außerdem war die Rolle gut bezahlt. Und ich durfte eine coole Perücke tragen. Es gab also keinen Grund, Nein zu sagen. (lacht)

Apropos Frisur: Wieviele Haarstile haben Sie für diese Rolle getestet?

Nur diesen einen. Der Coiffeur hatte die Perücke schon vorher ausgesucht und mir zum Anprobieren gegeben. Ich setzte sie auf, und sie gefiel mir. Und das war das Ende der Suche für den Look meiner Figur.

Ben-Hur lernt durch sein Leiden, was es bedeutet, ein Mann zu sein. Wie wird man Ihrer Meinung nach zum Mann?

Das ist von Mann zu Mann verschieden. Es kommt darauf an, was man im Leben erreichen möchte. Ich sage immer zu meinen Kinder und zu jungen Menschen, die mich nach dem Wie und Was fragen: "Man kann das Fliegen nur erlernen, wenn man von der Klippe springt." Jeder – Mann und Frau – sollte zumindest einmal im Leben diesen Sprung wagen, und sei es nur des Prinzips willens. Denn ohne Versuch wird man nie wissen, ob man überhaupt fliegen kann.

Was war Ihr "Klippen-Sprung" im Leben? Und was haben Sie daraus gelernt?

Ich bin von vielen Klippen gesprungen. Als ich 19 oder 20 war, hatte ich eine Freundin, die mich in San Diego besuchte. Beim Abschied begleitet ich sie zum Zug, der nach Los Angeles fuhr, und brachte sie zu ihrem Sitz. Aber anstatt den Zug wieder zu verlassen, versteckte ich mich einfach. Der Schaffner sah mich und gab mir eine Warnung: "Geh dem Ärger aus dem Weg!" Also stieg ich aus, aber seine Worte sind immer bei mir hängen geblieben: "Geh dem Ärger aus dem Weg!"

Und was ist der beste Karriere-Rat, den Sie je bekommen haben?

Weniger Karriere-Rat, mehr Lebens-Rat: Man kann nie gewinnen, wenn man aufgibt. Und ich habe oft erlebt, dass man gerade in den verzweifeltsten Momenten des Lebens an der Schwelle zum Erfolg steht. Man muss also nur noch den nächsten Schritt wagen.

Haben Sie je einen Schritt bereut? Hätten Sie manchmal gerne einen anderen Beruf als die Schauspielerei ergriffen?

Nein, ich kann mich an keine Zeit in meinem Leben erinnern, in der ich etwas anderes als ein Schauspieler sein wollte. Wenn ich nicht mehr schauspielern kann oder darf, wer bin ich dann? Ein alter Mann, der nächstes Jahr 80 wird. (lacht)

Interview: Anke Hofmann

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