Wagner Moura: "Die 2. Staffel von 'Narcos' ist intimer und dramatischer"

Wagner Moura als Drogenkönig Pablo Escobar in der zweiten Staffel von "Narcos".
Foto: NETFLIX
Was wir bereits wissen
Am 2. September startet die 2. Staffel von "Narcos" bei Netflix. Wagner Moura, der den Drogenboss Pablo Escobar spielt, verrät im Interview, was uns in der neuen Staffel erwartet.

Die 2. Staffel von "Narcos" (10 Episoden) erzählt die Geschichte des berüchtigten Drogenbarons Pablo Escobar weiter. Er ist auf der Flucht vor den kolumbianischen Strafverfolgungsbehörden, dem DEA und seinen Feinden – denn alle sind entschlossen, ihm endgültig das Handwerk zu legen.

Die erste Szene der 2. Staffel "Narcos"

Was uns noch in der 2. Staffel "Narcos" erwartet und was Wagner Moura am Drehtag von Escobars Tod gefühlt hat, verrät er im Interview mit unserer GOLDENEN KAMERA-Reporterin Anke Hofmann.

Interview mit Wagner Moura

Was können Sie über die zweite Staffel verraten?

Die erste Staffel ist sehr monumental. Die Handlung spielte sich innerhalb von 15 Jahren ab. In der zweiten Staffel starten wir mit dem Tag, an dem Pablo vom (luxuriösen und von ihm selbst errichteten) La Catedral-Gefängnis flieht bis zu seinem Tod 16 Monate später. Dieses Jahr dreht sich also um Pablo auf der Flucht und wie er verzweifelt versucht, seine Macht wieder aufzubauen. Er hat nicht nur seinen Einfluss verloren, sondern auch Geld, Freund und fast seine Familie. Die zweite Staffel ist dementsprechend intimer und dramatischer als letztes Jahr.

Wenn man als Schauspieler in eine Rolle schlüpft, sieht man die Figur weniger als skrupellosen Drogenbaron, sondern als liebevollen Ehemann, Vater, Sohn oder Bruder. Was haben Sie am Drehtag von Escobars Tod gefühlt?

Es war ein sehr emotionaler Tag für mich. Nicht nur, weil meine Figur erschossen wurde. Sondern auch, weil wir an dem wahren Ort und dem echten Dach drehten, wo Pablo wirklich starb. Wir haben also an diesem Tag wahre Geschichte hautnah erlebt.

Sind Sie traurig, dass die dritte Staffel ohne Sie weiter geht?

Ich habe dieser Serie so viel gegeben. Ich bin mit meiner Familie von Brasilien nach Bogota in Kolumbien gezogen. Ich habe Spanisch für diese Rolle gelernt. Ich habe meinen Körper verändert und 40 Pfund zugenommen. "Narcos" war eine fantastische kulturelle und emotionale Erfahrung in meinem Leben, die mich aber auch sehr viel Energie gekostet hat. Ich bin froh, dass ich die Geschichte von Pablo Escobar bis zu seinem Ende erzählen konnte und jetzt wieder zu meinem eigenen Leben und meinem alten Gewicht zurückkehren kann.

War der Erfolg von "Narcos" eine Überraschung für Sie?

Als ich zu "Ja" zu dieser Serie sagte, wusste ich zwei Dinge. Erstens, dass José Padilha ein sehr origineller Regisseur ist, weil ich vor der Serie schon mit ihm gearbeitet habe. Es war seine Entscheidung, die Serie zweisprachig und in Bogota zu drehen, um ihr Authentizität zu geben, was ich sehr cool und interessant fand. Und zweitens, dass dank Netflix die ganze Welt unsere Serie sehen konnte. Aber niemand hat erwartet oder vorhersehen können, dass wir so extrem erfolgreich sein würden.

Welche Beziehung haben die Kolumbianer heutzutage zu Pablo Escobar?

Kolumbien ist ein sehr modernes und kulturelles Land. Die Menschen dort sind sehr realistisch, was Pablo Escobar betrifft. Es gibt viele Studien über sein Leben und seinen Drogenhandel. Wenn man allerdings in arme Nachbarstädte wie Medellín geht, wo Pablo den Menschen Häuser und Geld gegeben hat, gibt es sehr viele, die ihn geliebt haben und noch heute lieben. Und man kann ihnen nicht einmal einen Vorwurf machen. In Südamerika gibt es sehr große soziale Unterschiede. In ärmeren Gebieten, in denen es statt von Schulen und Krankenhäuser von Polizei wimmelt, kann jemand wie Pablo mit populistischen Versprechungen sehr schnell groß werden.

Interview: Anke Hofmann

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