Es muss nicht immer Fiction sein: 10 sehenswerte Dokus

Was wir bereits wissen
Am vergangenen Sonntag wurden gleich zwei Original-Netflix-Dokus bei der Verleihung der Creative Arts Emmys ausgezeichnet. Grund genug, die 10 besten Dokumentationen von Netflix, Amazon & Co. vorzustellen.

Netflix-Dokureihe "Making A Murderer"

Über zehn Jahre haben die Filmemacherinnen Laura Ricciardi und Moira Demos die Gerichtsgeschichte von Steven Avery, der 18 Jahre unschuldig wegen Vergewaltigung im Gefängnis saß und zwei Jahre nach seiner Freilassung, just als er und seine Anwälte Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe geltend machen wollten mit fadenscheinigen Beweisen wegen Mordes in einem anderen Fall verurteilt wurde, begleitet. Die 10-teilige Netflix-Produktion war so erfolgreich, dass nicht nur in den USA, sondern weltweit über einen möglichen Justizskandal diskutiert wird. Die Macher haben ein Stück Fernsehgeschichte geschrieben und wurden dafür bei den diesjährigen Creative Arts Emmy Awards mit vier Preisen ausgezeichnet.

Trailer zu "Making A Murderer"

Netflix-Doku "What Happened, Miss Simone?"

Die 100-minütige Doku über die Jazz-Sängerin und Bürgerrechtlerin Nina Simone erhielt bei den diesjährigen Creative Arts Emmy Awards einen Emmy in der Kategorie "Best Documentary or Nonfiction Special". Die verschiedenen Phasen im Leben von Simone bis hin zu den letzten Jahren in Europa, in denen sie immer wieder zwischen pleite, einsam, krank und gefeiertem Jazzfestival-Star schwankte, hat die oscarnominierte Dokumentarfilmerin Liz Garbus mithilfe vieler Filmdokumente zu einem detaillierten und stimmungsvollen Porträt einer getriebenen Künstlerin verwoben. Unter anderem führte sie Gespräche mit Ninas Tochter Lisa und ihrem langjährigem Gitarristen Al Schackman, die deren widersprüchliche Beziehungen zu Simone offenbaren.

Trailer zu "What Happened, Miss Simone?"

Dokumentarfilm "Amy"

Im Oscar-gekrönte Dokumentarfilm "Amy" arbeitet Regisseur Asif Kapadia das Leben der Soul-Sängerin Amy Winehouse auf. Die Doku beginnt 1998 mit einem Amateurvideo, in dem die damals 14-jährige Amy Winehouse mit ihrer Freundin Juliette Ashby auf einer Geburtstagsparty singt. Schon hier erkennt man das unglaubliche Talent der Soul-Sängerin und gleichzeitig das Besondere dieser Doku, denn die privaten Camcorder-Aufnahmen der Sängerin verleihen dieser eine ganz besondere Intensität. Amy Winehouse starb mit gerade einmal 27 Jahren an einer Alkoholvergiftung. Wie es dazu kam, versucht der Film zu erklären. "Amy" gibt es im Stream bei Amazon Prime Video.

Trailer zu "Amy"

Netflix-Doku "Virunga"

Der Londoner Dokumentarfilmer Orlando von Einsiedel erzählt die unglaubliche Geschichte einer Gruppe mutiger Menschen, die ihr Leben riskieren, um die größte Berggorilla-Population der Welt im Virunga-Nationalpark zu retten. Der 100-minütige Dokumentarfilm zeichnet zugleich ein ergreifendes Bild der Lebensrealität im Kongo und wurde 2015 für den Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm nominiert.

Trailer zu "Virunga"

Dokufilm "Cowspiracy"

Eine der meist beachteten Umwelt-Dokus der vergangenen Jahre geht der Frage auf den Grund, warum Klimasünder Nummer Eins - die Viehzucht und Landwirtschaft ganz allgemein - im öffentlichen Bewusstsein als solcher praktisch nicht existent ist. Über die Folgen des globale Hungers nach Fleisch und tierischen Erzeugnissen berichtet diese spannende Dokumentation in Spielfilmlänge. Leonardo DiCaprio reihte sich 2015 zu den ausführenden Produzenten ein und ermöglichte damit eine Veröffentlichung bei Netflix.

Trailer zu "Cowspiracy: Das Geheimnis der Nachhaltigkeit"

Netflix-Dokureihe "Chef's Table"

Die Food-Doku "Chef's Table" von David Gelb ist in drei Kategorien bei den diesjährigen Primetime Emmy Awards nominiert. Bei Netflix gibt es bereits drei Staffeln zu sehen und in jeder Folge kann man einem anderen Sternekoch über die Schultern in die Töpfe schauen. In den ersten beiden Staffeln werden Sterneköche aus der ganzen Welt vorgestellt, in der aktuellen dritten Staffel "Chef's Table: Frankreich" geht es um die Spitzenköche Frankreichs: Alain Passard, Alexandre Couillon, Adeline Grattard und Michel Troisgros. In der vierten Staffel (startet im Frühjahr 2017 bei Netflix) wird der Berliner Sternekoch Tim Raue als erster Deutscher in "Chef's Table" porträtiert.

Trailer zu "Chef's Table: Frankreich"

Amzon-Dokureihe "Eat the World with Emeril Lagasse"

Noch nicht preisgekrönt, dafür sehr beliebt bei den Zuschauern ist diese Dokureihe. US-Sternekoch Emeril Lagasse begleitet in sechs 30-minütigen Folgen einige der weltweit renommiertesten Küchenchefs an ihre Lieblingsorte. Gemeinsam entdecken sie die kulinarischen Höhepunkte, die die lokale Küche ihnen bietet. So trifft Lagasse in der ersten Staffel Mario Batali in China, José Andrés in Spanien, Nancy Silverton in Italien, Marcus Samuelsson in Schweden, Aarón Sánchez in Kuba und Danny Bowien in Südkorea.

Trailer zu "Eat the World with Emeril Lagasse"

Robert Redfords Dokureihe "Der Wilde Westen"

Kernige Cowboys, schießwütige Revolverhelden, rebellische Indianer: Kaum eine Epoche der Menschheitsgeschichte hat derart viele schillernde Figuren hervorgebracht wie die amerikanische Pionierzeit, die heute schlicht mit dem Begriff "Wilder Westen" umschrieben wird. Die 8-teilige Dokureihe "Der Wilde Westen: Die wahre Geschichte" widmet sich umfassend und unterhaltsam den wichtigsten Entwicklungen und den zentralen Personen. Produzent der bildgewaltigen Dokumentation ist Hollywoodlegende Robert Redford (80). Kabel 1 zeigt die 8 Folgen ab dem 22. September, immer donnerstags, 20.15 Uhr.

Dokumentarfilm "Los tiempos de Pablo Escobar"

Er war der berüchtigste Verbrecher der Moderne, kolumbianischer Drogenbaron, Chef des Medellin-Kartells und Politiker, aber auch Ehemann und Familienvater. Die Rede ist von Pablo Escobar. Die Netflix-Serie "Narcos" erzählt in bisher zwei Staffeln seine fiktive Geschichte. Doch wie war sein Leben wirklich? Die spanische Doku "Los tiempos de Pablo Escobar" ("Die Zeiten von Pablo Escobar") porträtiert in Spielfilmlänge mit nie gesehenen Bildern und persönlichen Zeitzeugenberichten das Leben des reichsten und wohl skrupellosesten Mann der Welt. Netflix zeigt die Doku in zwei 45-minütigen Episoden (OmU).

Netflix-Doku "Die Weisshelme"

Ab dem 16. September zeigt Netflix mit "Die Weisshelme" eine neue Doku von Orlando von Einsiedel ("Virunga"). Der Dokumentarfilmer begleitet drei Menschen, die in Syrien nach Kriegsüberlebenden suchen und dabei zu Helden werden. Sie gehören den "White Helmets" (Weisshelmen) an. Das ist eine Gruppe von freiwilligen Helfern, die vor allem in Aleppo versuchen, Leben nach Bombenangriffen zu retten. Die Doku zeigt dabei auch die erschütternde Lebensrealität der im Land verbliebenen Syrer.

Trailer zu "Die Weisshelme"
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