"Tatort: Feierstunde": Abschied von Prof. Boerne?

Feierstunde in der Rechtsmedizin der Uni Münster: Prof. Karl Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts).
Feierstunde in der Rechtsmedizin der Uni Münster: Prof. Karl Friedrich Boerne (Jan Josef Liefers, links) und Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts).
Foto: © WDR/Willi Weber
Was wir bereits wissen
Ein erstaunlich ernster Fall aus Münster: Ein Arzt versucht, sich an Prof. Boerne zu rächen.

Professor Boerne (Jan Josef Liefers) ist höchst feierlich gestimmt, als ihm Millionen für sein Forschungsprojekt bewilligt werden. Doch bald vergeht ihm die gute Laune: Der Gerichtsmediziner gerät ins Visier eines rachsüchtigen Kollegen. Da macht sich sogar Kommissar Thiel (Axel Prahl) Sorgen um den sonst so selbstgewissen Boerne.

Was passiert im "Tatort: Feierstunde"?

Am Anfang scheint es nur ein böser Traum: Wissenschaftler Harald Götz (Peter Jordan) schildert seiner Therapeutin Dr. Adam (Oda Thormeyer) seine tödlichen Rachefantasien. Er beschreibt detailliert, wie er Boerne erschießen will. Welchen Grund dafür hat ihm der verhasste Kollege geliefert? Als Götz’ Gattin erschossen aufgefunden wurde, war der Forscher verschwunden. Hat er seine Frau ermordet?

Es stellt sich heraus, dass sie Selbstmord begangen hat, da sie an einer unheilbaren Krankheit litt. Um rettende Therapien für sie zu erproben, hatte Götz Forschungsgelder beantragt. Aber diese gehen an den selbstgefälligen Kollegen Boerne – für Untersuchungen an Mumien. Bei der Feier in Boernes Kollegenkreis taucht Götz bewaffnet auf und nimmt die Gäste als Geiseln. Sein Racheplan ist grausam – und besonders für Prof. Boerne extrem bedrohlich.

Was ist das Besondere an diesem "Tatort"?

Ein ungewohnt ernster Fall für das Team in Münster, bei dem sogar Boerne das Scherzen vergeht. Der Krimi wird für alle zum Balanceakt zwischen Humor und Ernsthaftigkeit. "Beim 'Tatort: Münster' handelt es sich ja in gewissen Sinn um die heilige Kuh des deutschen Fernsehens", sagt Regisseur Lars Jessen, der diese 30. Episode drehte. "Besonders herausfordernd war es, nicht nur die Spannung hoch zu halten, sondern gleichzeitig auch die humorvollen Seiten des Formats zur Geltung zu bringen."

Wer ist dabei?

Im Mittelpunkt steht Peter Jordan. Er spielt den verzweifelten Götz, der nach dem Tod seiner Frau auf Rachefeldzug ist. Interessant auch Oda Thormeyer als Therapeutin, die besonders Thiels Aufmerksamkeit erregt. Überhaupt ist diesmal viel Empathie im Spiel – sogar der rationale Boerne zeigt ungewohnt sanfte Seiten.

Wertung

Eine Geiselnahme durch einen unberechenbaren Rächer mit teuflischem Plan: Der Münsteraner Fall ist diesmal viel mehr als nur ein Spaß. Die Reflexionen über Ethik in der Medizin sind ebenso ungewohnt wie die Gefühlsmomente der Protagonisten. Außerdem ist der Film höchst spannend.

Free-TV-Premieren in der Woche vom 26. September bis 2. Oktober

Text: Thomas Kunze

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