"Bergfried": Späte Rache an einen SS-Mörder

Stockinger (Peter Simonischek, r) mit seinem Enkel Robert (Kieran Lux).
Foto: © BR/Ziegler Film/Epo Film/Petro Domenigg
Was wir bereits wissen
Der Friede eines Alpendorfes wird gestört: Ein Italiener will sich an dem Mörder seiner Familie rächen.

Darum geht's in "Bergfried"

Salvatore (Fabrizio Bucci) musste als Kind mit ansehen, wie seine Familie 1944 in der Toskana von den Nazis ermordet wurde. 40 Jahre später sucht er den Mörder in einem Bergdorf in Österreich. Einer der dort lebenden Alten muss der verantwortliche SS-Mann von einst sein.

Trailer zu "Bergfried"

Er quartiert sich im Dorfgasthof ein. Das Auftauchen des geheimnisvollen Italieners sorgt für Unruhe im Dorf. Was will der Mittvierziger, der so neugierig unbequeme Fragen stellt, die Dorfbewohner fotografiert, sich Notizen mach, unangemeldet fremde Häuser betritt und ihren Frauen den Kopf verdreht? So auch der lebenslustigen, rebellischen und Alleinerziehenden Mutter Erna (Katharina Haudun).

Erna lebt notgedrungen bei ihrem griesgrämigen Vater, dem alten Stockinger (Peter Simonischek, GOLDENE KAMERA 2012 für "Liebesjahre"), der sich allerdings rührend um ihren kleinen Sohn Robert kümmert. Als Salvatore in ihr Leben tritt wittert sie ihre Chance, mit ihm dem Provinzmief zu entkommen. Doch der Mann, den Salvatore sucht, muss Ernas Vater sein.

Er bricht in Stockingers Haus ein, fesselt den Alten und verschleppt ihn in den Keller. Hat er wirklich den Mann vor sich, der Ende des Zweiten Weltkriegs SS-Oberscharführer und verantwortlich für das Massaker in seinem Heimatdorf war? Stockinger lässt alle Vorwürfe hochmütig an sich abprallen. Doch eine Erinnerung, die sich in Salvatores Gedächtnis eingebrannt hat, überführt endgültig den Täter.

Hintergrund

Traurige Inspiration für das Drehbuch von Jo Baier ("Stauffenberg") war das Massaker im italienischen Dorf Sant’Anna di Stazzema, bei dem die Nazis am 12. August 1944 etwa 560 Zivilisten töteten, darunter 140 Kinder. Die Täter blieben fast 60 Jahre lang unbehelligt.

GOKA-Wertung

"Bergfried" (21. September, 20.15 Uhr, Das Erste) ist ein packendes Schuld- und Sühnestück und ein melancholisches und spannendes Familiendrama.

Wer sollte sich "Bergfried" anschauen?

Alle, die sich für Geschichte interessieren und für das Schicksal hinter dem Massaker in Sant’Anna di Stazzema erfahren möchten.

Warum muss ich "Begrfried" sehen?

Weil dieser Spielfilm faschistische Vergangenheit spannend aufbereitet.

Für Fans von …

"The Statement" (2003), "Die Lebenden" (2012), "Das Kindermädchen" (2012), "Frei" (2013)

Weitere TV-Premieren vom 19. bis 25. September

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