Robert Redfords Dokureihe "Der Wilde Westen: Die wahre Geschichte"

Wyatt Earp (Jonathan C. Stewart, M.) und seine Bande suchen mal wieder Ärger
Wyatt Earp (Jonathan C. Stewart, M.) und seine Bande suchen mal wieder Ärger
Foto: Michael Moriatis / © AMC
Was wir bereits wissen
Spannend! Eine neue Dokureihe von Robert Redford zeigt Helden, Rebellen und Haudegen der Pionierzeit Amerikas.

Kernige Cowboys, schießwütige Revolverhelden, rebellische Indianer: Kaum eine Epoche der Menschheitsgeschichte hat derart viele schillernde Figuren hervorgebracht wie die amerikanische Pionierzeit, die heute schlicht mit dem Begriff "Wilder Westen" umschrieben wird. Unzählige Kinofilme und Bücher haben zur Legendenbildung beigetragen und regen die Fantasie der Menschen bis heute an.

Die Wahrheit über den Wilden Westen

Die achtteilige Dokureihe "Der Wilde Westen: Die wahre Geschichte" (ab 22. September, 20.15 Uhr, Kabel 1 Doku) widmet sich umfassend und unterhaltsam den wichtigsten Entwicklungen und den zentralen Personen. Produzent der bildgewaltigen Dokumentation ist Hollywoodlegende Robert Redford (80), der die Filmwelt als Schauspieler, Regisseur und Produzent entscheidend geprägt hat. "Die Historie des amerikanischen Westens hat mich immer fasziniert", sagt Redford. "Allein die Landschaften sind atemberaubend. Dazu kommen die vielen spannenden Geschichten, die sich dort ereignet haben. Es waren entscheidende Jahre für die Entwicklung des Landes."

Redfords Dokureihe besteht vor allem aus Spielszenen, die sagenumwobene Persönlichkeiten des Wilden Westens vorstellen. Unterbrochen werden sie durch die Einschätzungen von Historikern. Zu Wort kommen auch einige prominente Schauspieler, die in Westernfilmen mitgewirkt und sich mit diesem Thema auseinandergesetzt haben, unter anderem Kiefer Sutherland ("Young Guns"), Danny Glover ("Silverado") und Burt Reynolds ("Rauchende Colts"). Wissenschaftlichen Ansprüchen genügen ihre Beiträge sicher nicht, tragen aber sehr zum Unterhaltungswert bei.

Im Fokus stehen die Jahre 1865 bis 1890. Zwar ziehen die ersten Pioniere schon ab 1840 in den Westen, aber erst ab 1865 beginnen dort die wilden Jahre. Auch jetzt machen sich vor allem rechtschaffene Siedler mit Planwagentrecks auf den beschwerlichen Weg. In zunehmender Zahl kommen aber auch jene Glücksritter, Abenteurer und Gangster, die dem Westen ihren Stempel aufdrücken.

Eldorado für Glücksritter

Das Ende des Bürgerkriegs 1865 ist Ausgangspunkt für die Entwicklung. Der Norden hat gewonnen, die Sklaverei ist abgeschafft, das Land formal vereint. Aber der Süden fühlt sich gedemütigt, leidet unter Armut, sehnt sich nach den alten Zeiten. Um allen Menschen eine Perspektive zu geben und dabei die USA zu vergrößern, verkündet die Regierung die Parole "Auf nach Westen!".

Vom Fluss Missouri bis zur Küste Kaliforniens liegen riesige unerschlossene Gebiete, Zehntausende ziehen voller Hoffnung auf ein neues Leben los. Verbindliche Gesetze und Regeln gibt es in diesen Weiten nicht. Ein Paradies für Banditen. Einer der berühmtesten ist Jesse James, dessen Lebenslauf stellvertretend für viele Männer in dieser Zeit steht. Er kämpft zuerst auf Seiten der Südstaaten in einer brutalen Partisanengruppe, findet nach dem Krieg keinen Platz in der neuen Gesellschaft und setzt seine Talente im Wilden Westen für spektakuläre Überfälle auf Banken und Eisenbahnen ein.

Albtraum für die Ureinwohner

Auch Billy the Kid ist eine Gangsterlegende des Westens: Wohl 1859 geboren, wächst er in New Mexico auf. 1871 ersticht er einen Mann, der seine Mutter beleidigt haben soll. Danach gerät er immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen, beteiligt sich am Lincoln-County-Rinderkrieg, bei dem Rinderzüchter und Geschäftsleute ihre Meinungsverschiedenheiten mit Waffen austragen. Als er 1881 durch die Kugel von Sheriff Pat Garrett stirbt, werden Billy bis zu 21 Morde zugeschrieben.

All dies spielt sich in einem Territorium ab, das in Teilen längst besiedelt ist: von 600.000 Ureinwohnern, den sogenannten Indianern. Sie liefern sich mit den Siedlern Kämpfe um das Land. Der Kriegshäuptling Crazy Horse führt im Jahr 1866 etwa 1.000 Krieger in ein Gefecht mit einer US-Einheit, deren 82 Soldaten alle getötet werden. Der Bau der Eisenbahn macht den Weg in den Westen einfacher, die Indianer greifen deshalb die Bauarbeiten an. Letztlich aber haben sie keine Chance.

1869 wird die erste transkontinentale Verbindung fertiggestellt, immer mehr Siedler kommen. Die Ureinwohner Amerikas werden in Reservate abgeschoben, sterben bei Gefechten oder an eingeschleppten Krankheiten. Ihr letztes Aufbäumen wird zum Albtraum: Mit dem Massaker von Wounded Knee, bei dem 300 Sioux-Indianer getötet werden, enden 1890 die Indianerkriege. Ungefähr zur gleichen Zeit werden die Gebiete des Westens offiziell Teil der Vereinigten Staaten. Die wilden Jahre des Westens sind vorbei.

Der neue Sender Kabel 1 Doku

Die Dokumentation "Der Wilde Westen: Die wahre Geschichte" hat ihre Deutschlandpremiere beim neuen Kanal Kabel 1 Doku, der am 22. September auf Sendung geht. Er gehört wie sein Schwestersender Kabel 1 zur ProSiebenSat.1-Gruppe und wird bundesweit unverschlüsselt über Satellit, digitales Kabel und IPTV ausgestrahlt. Das Besondere: Der Sender zeigt täglich 24 Stunden lang ausschließlich Dokumentationen zu den unterschiedlichsten Themen. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Geschichte, Natur und Technik sowie True Crime.

Text: Sven Sakowitz

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