Vom Babelsberger Filmgymnasium auf die Leinwand

Auf der Berliner Premiere werfen sich "Tschick"-Darsteller Anand Batbileg und sein Co-Star vom Filmgymnasium Babelsberg Tristan Göbel (r.) in Pose
Auf der Berliner Premiere werfen sich "Tschick"-Darsteller Anand Batbileg und sein Co-Star vom Filmgymnasium Babelsberg Tristan Göbel (r.) in Pose
Foto: © Christian Marquardt/Getty Images
Was wir bereits wissen
Tristan Göbel ist nicht nur Co-Star in Fatih Akins "Tschick", sondern auch Schüler des Babelsberger Filmgymnasiums. Wir stellen die Potsdamer Schuleinrichtung vor, die im Rest der Republik weitgehend unbekannt ist.

Als am 15. September Fatih Akins Jugendbuch-Verfilmung "Tschick" in unseren Kinos gestartet ist, freute sich nicht nur die Filmbranche über die Hauptrollendebüts von zwei vielversprechenden Jugendschauspielern. Während Tschick-Darsteller Anand Batbileg zum ersten Mal vor der Kamera stand, kann sein 14-jähriger Co-Star schon fast als alter Hase bezeichnet werden. Dass Tristan Göbel, der seit 2006 als Kinderdarsteller aktiv ist und zuletzt eine zentrale Nebenrolle in André Erkaus "Winnetous Sohn" verkörperte, auf der Leinwand so selbstsicher wirkt, liegt nicht nur am erkennbaren Talent, sondern an dem einfachen Umstand, dass beim Neuntklässler "Film" auch auf dem Stundenplan steht.

Babelsberger Filmgymnasium: Die etwas andere Schule

Tristan Göbel ist einer von etwa 600 Schülern, die derzeit das Babelsberger Filmgymnasium besuchen. 2004 als "Neues Gymnasium Potsdam" auf dem Gelände der Medienstadt Babelsberg gegründet, hat die mittlerweile in der Großbeerenstraße 189 beheimatete Schuleinrichtung einen cineastischen und damit in Deutschland einmaligen Weg eingeschlagen. Im umgetauften "Babelsberger Filmgymnasium" können sich die frisch eingeschulten Siebtklässler zwischen den Schwerpunkten Tanz, Theater/Schauspiel und Film entscheiden, in denen neben den normalen Lerninhalten des bilingualen Unterrichts in zusätzlichen Wochenstunden themenspezifische Grundkenntnisse in den Bereichen Drehbuch, Kameratechnik, Licht, Schnitt, Ton und Produktion vermittelt werden.

Imagefilm für das Filmgymnasium Babelsberg

Seit dem Schuljahr 2016/2017 wird in den Filmklassen der namensgebende Schwerpunkt auch in die allgemeinen Lehrstoffe eingebunden – eine cineastische Integrationsmaßnahme, die ab dem Schuljahr 2018/2019 für alle Klassen der Sekundarstufe I gelten soll. Im Schwerpunkt Film produzieren die Schüler der 10. Klasse in Zusammenarbeit mit dem Medieninnovationszentrum Babelsberg eine TV-Magazinsendung, bevor sie sich in der Sekundarstufe II dezidiert mit einzelnen Berufsbildern der Film- und Medienbranche beschäftigen und in die Produktion ihrer Abschlussfilme stürzen.

Infofilm für das Filmgymnasium Babelsberg

Umsonst ist der filmische Lernspaß allerdings nicht. Zusätzlich zu einer Aufnahmegebühr von 250 Euro fällt eine monatliche Studiengebühr an, deren Höhe sich nach dem Bruttoeinkommen der Eltern richtet. Dafür bietet der Partnerschaftsvertrag mit der Filmuniversität Konrad Wolf sowie die Kooperation mit diversen Partnern der Medienstadt Babelsberg Branchenkontakte, die nicht nur bei der Praktikumsplatzsuche nützlich sind. Praxisimpressionen bieten auch regelmäßige Besuche namhafter deutscher Filmschaffender, die den Schülern persönliche Erfahrungen vermitteln. Und manchmal sind wie im Fall des 2011 mit der GOLDENEN KAMERA ausgezeichneten "Tatort"-Kommissars Axel Prahl auch berufliche Lebensweisheiten dabei, die über die Grenzen der Filmwelt hinausgehen: "Wer einen Job findet, der Spaß macht, muss nie wieder arbeiten."

Weitere Informationen und Anmeldefristen finden sich auf: www.babelsberger-filmgymnasium.de

Text: Alexander Attimonelli

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