Mike Colter: "Luke Cage ist eigentlich ein Softie"

Luke Cage: Superheld mit kugelsicherer Haut
Luke Cage: Superheld mit kugelsicherer Haut
Foto: Myles Aronowitz/Netflix
Was wir bereits wissen
Luke Cage war bereits in "Jessica Jones" zu sehen - nun zeigt Netflix mit "Marvel's Luke Cage" seine eigene Serie. Zum Serienstart trafen wir Hauptdarsteller Mike Colter.

Luke Cage (Mike Colter) ist superstark, hat unendlich viel Ausdauer und kugelsichere Haut. Diese Superkräfte hat er seitdem mit ihm ein Experiment im Gefängnis durchgeführt wurde, das aber misslungen ist. Als Ex-Knacki versucht er, sich im New Yorker Stadtteil Harlem ein neues und ruhiges Leben aufzubauen.

Doch schon bald merkt er, dass er für den Kampf gegen das Verbrechen sein Schattendasein verlassen muss. Dabei wird er mit seiner Vergangenheit konfrontiert, die er eigentlich vergessen wollte.

Trailer zu "Luke Cage"

Netflix zeigt alle 13 Episoden ab dem 30. September.

Zum Serienstart traf GOLDENE KAMERA Hauptdarsteller Mike Colter zum Interview. Er verrät, warum Luke Cage eigentlich ein Softie ist und er neidisch auf Daredevil ist.

Interview mit Mike Colter

Wussten Sie, dass "Jessica Jones" eine Einführung für Luke Cage sein würde, gefolgt von einer eigenen Serie?

Die ausführenden Produzenten Jeph Loeb und Melissa Rosenberg hatten mir von Anfang an gesagt, dass meine Figur letztendlich eine eigene Serie bekommen würde. Aber ich wusste keine Einzelheiten. Durch "Luke Cage" entdecke ich also selbst, was noch alles in meiner Figur steckt und woher er kommt. In den Comic-Büchern hatte er eine andere Identität bevor er zu Luke Cage wurde: Carl Lucas.

Wer ist Luke Cage?

Luke ist unheimlich stark, hat unendlich viel Ausdauer und ist kugelsicher. Er ist ein Mann, der eigentlich kein Superheld sein möchte. Er versucht, ein normales Leben wie nur möglich zu führen, deswegen trägt er auch kein Kostüm. Aber wenn Menschen in Not sind, kann er das nicht einfach ignorieren.

Wie haben Sie sich auf diese Rolle - zuerst in "Jessica Jones" und jetzt in "Luke Cage" - vorbereitet? Als stärkster Mann der Welt kann man schließlich nicht schwächlich aussehen ...

Diese Rolle erforderte Muskeln, und die bilden sich nicht von alleine (lacht). Ich bin früher nie ins Fitnessstudio gegangen. Ich war ein Pescetarier, fast Veganer, und habe mich kalorien- und fettarm ernährt. Als ich diesen Job annahm, musste ich das über Nacht ändern und mich aufpeppen. Ich wählte eine Diät aus, mit der ich sieben Pfund pro Monat an Muskeln zunehmen konnte. Vor "Jessica Jones" habe ich ca. 203 Pfund gewogen. Am ersten Drehtag hatte ich 222 erreicht, und jetzt lege ich 235 Pfund auf die Waage. Es ist allerdings schwer, dieses Gewicht und diese Statur zu behalten, wenn man fünf, manchmal sogar sechs Tage pro Woche, 12 bis 14 Stunden pro Tag lang dreht, und dann noch trainieren muss.

Gefällt Ihnen Ihr neuer muskulöser Look? Sind Männer neidisch und fliegen Frauen jetzt mehr auf Sie?

Männer waren schon immer neidisch auf mich (lacht). Nicht erst seit dieser Rolle. Und das weibliche Geschlecht ist sicherlich nicht enttäuscht (lacht). Aber ich selbst musste mich erst an diesen Look gewöhnen, und jetzt kann ich mich gar nicht mehr daran erinnern, dass ich je dünn gewesen bin. Wichtiger ist allerdings, dass meine Frau die Muskeln mag, weil sie jetzt mehr zum Anfassen hat (lacht).

Was sind Lukes innere Stärken?

Sein Mitgefühl für andere. Er ist eigentlich ein Softie. Aber er versucht nicht, die Probleme anderer zu lösen, sondern sie dazu zu inspirieren, zu ihrem eigenen Helden zu werden. Er hat seine Frau verloren, und sucht jetzt nach einer neuen wahren Liebe - aber an den falschen Plätzen. Er ist ein hoffnungsloser Romantiker.

Waren Sie als Kind ein Fan von Comics? Wer waren Ihre Helden?

Meine Helden waren Hulk, Spider-Man, X-Men - die üblichen Figuren. Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, bei uns gab es keine Comic-Bücher. Ich habe immer auf die ausgelesenen Comics meiner Cousins aus der Großstadt gewartet (lacht). Das war meine geheime Quelle! Jetzt einen Superhelden spielen zu können ist fast surreal, als ob ein Kindheitstraum wahr wurde. Denn wie viele andere Kinder auch, bin ich als kleiner Junge mit einem Handtuch als Umhang von Felsen gesprungen und habe so getan, als ob ich superstark sei (lacht).

Sind Sie ein kleines bisschen traurig, dass Ihr Superheld kein cooles Kostüm hat?

Aus praktischen Gründen nein. Denn wie cool ein Kostüm auch sein mag, das An- und Ausziehen macht weniger Spaß. Diese Anzüge sind oft super eng und super unbequem (lacht). Aber wenn ich dann Daredevil mit seinem metallischem Kostüm und Helm sehe, bin ich doch ein bisschen neidisch.

Text: Anke Hofmann

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