Sarah Jessica Parker: "Gemeinsam für immer und ewig glücklich zu sein, ist hart."

Nach "Sex and the City" kommt "Divorce": Sarah Jessica Parker als Scheidungswillige
Nach "Sex and the City" kommt "Divorce": Sarah Jessica Parker als Scheidungswillige
Foto: © HBO
Was wir bereits wissen
"Sex and the City" war gestern! In ihrer neuen HBO-Serie "Divorce" erforscht Sarah Jessica Parker die tragikomischen Schattenseiten des Ehelebens.

Als Carrie Bradshaw suchte sie im Großstadtdschungel von "Sex and the City" nach der großen Liebe. In der 10-teiligen Dramedy "Divorce" (ab 25. Januar, 21.00 Uhr, Sky Atlantic HD) wünscht sie als beziehungsfrustrierte Ehefrau ihren einstigen Göttergatten (Thomas Haden Church) zum Teufel. Wir sprachen mit Sarah Jessica Parker über ihre Rückkehr ins serielle Fernsehgeschäft und das Geheimnis, das ihre eigene Ehe störungsfrei am Laufen hält...

Sarah Jessica Parker im Interview

Woher kam die Idee für Ihre Serie?

Seit vier Jahren haben meine produzierende Partnerin Alison Benson und ich diese Show entwickelt. Uns faszinierte das Thema Ehe und wie hart es ist, gemeinsam für immer und ewig glücklich zu sein. Geplant war eigentlich, dass ich nur die Rolle der Produzentin annehmen würde. Bis mir bewusst wurde, dass HBO mich gerne auch vor der Kamera sehen würde. Das hatte mich zuerst ein bisschen geschockt. Diesen Wechsel habe ich nicht auf die leichte Schulter genommen, denn dank "Sex and the City" weiß ich aus erster Hand, was für eine Verpflichtung eine TV-Serie sein kann. Nach Rücksprache mit meiner Familie und nachdem ich ihren Segen hatte, für eine Weile von zu Hause abwesend zu sein, habe ich zugesagt. Aber um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, ob ich wirklich hätte Nein sagen können. Innerlich war ich für eine neue Serie bereit (lacht).

Originaltrailer "Divorce" (VoD-Start: 10.10.2016)

Wie leicht oder schwer fiel Ihnen denn die Rückkehr ins TV?

Es fiel mir leichter als ich gedacht hatte. Wenn man so lange im TV-Medium gearbeitet hat, ist die Rückkehr wie ein vernachlässigter Muskel, den man wieder in Schwung bringt. Vom ersten Moment auf dem Set an habe ich mich sofort wieder wie zu Hause gefühlt. Ich liebe alles, was das Fernsehen angeht: Das schnelle Arbeitstempo, die Einschränkungen und die Freiheiten, die eine Serie mit sich bringt. Wie ausführlich auf eine Figur eingegangen werden kann. Vor allem die erste Staffel einer Serie ist besonders aufregend, weil man die ersten Hürde überwinden und den richtigen Ton für die Show finden muss.

Wieviel wussten Sie vor dieser Serie über Scheidung?

So viel wie wahrscheinlich jeder andere auch. Meine Eltern ließen sich scheiden, als ich ein Baby war. Und ich habe Geschwister, die geschieden sind. Ich habe Freunde, die Scheidung in Betracht oder durchgezogen haben. Alison und ich, zusammen mit den anderen Produzenten Paul Simms und Sharon Horgan, haben uns viele Geschichten von den verschiedensten Menschen über dieses Kapitel in ihrem Leben angehört. Einige haben es geschafft, Freunde mit ihren Ex-Partnern zu bleiben. Und bei anderen wurde die Familie durch die Scheidung total zerstört. Einige Kinder litten unter einer Scheidung, und für andere wurden das Leben nach der Trennung der Eltern besser. Mit all diesen Dingen beschäftigen wir uns in der ersten Staffel. Und wir überlegen schon, wie die zweite Staffel aussehen könnte: Vielleicht Frances nach der Scheidung? Die große Ironie von Scheidung ist, dass man dazu genau die Person braucht, von der man sich scheiden lassen will.

Ihre Figur Frances ist allerdings nicht so sympathisch wie man es von Ihnen gewohnt ist. Warum wollten Sie diese Rolle trotzdem spielen?

Ich liebe Frances, wie sie ist! Ihre Entscheidungen und Handlungen mögen nicht immer sehr ehrenhaft sein oder gar gegen alle Prinzipien verstoßen, aber meine Figur spiegelt viele Ehefrauen und Ehemänner wieder, die alles geopfert haben, um ihre Ehe zu retten, und jetzt emotional müde und erschöpft sind. Frances sagt es selbst am Besten: "Manchmal fühle ich mich glücklich, aber sobald ich nach Hause fahre und sein Auto in der Einfahrt sehe, sinkt mir das Herz." Dieser Satz erfordert Mut, genau wie dieser: "Ich möchte mein Leben retten. Solange ich noch eine Chance dazu habe." Das klingt zuerst wie eine egoistische Einstellung, aber diese Gefühle entsprechen für viele der Wahrheit. Beide Figuren – Frances und ihr Mann Robert – haben und machen viele Fehler. Sie enttäuschen sich gegenseitig und triumphieren übereinander. Aber genau das ist es, was uns menschlich macht. Meiner Meinung ist "Divorce" ein akkurates Porträt über die Ehe.

Inwieweit können Sie sich selbst als lang verheiratete Frau mit Frances identifizieren?

Was mir an dieser Rolle so gefällt, ist der Umstand, dass Frances und ich total unterschiedlich sind. Aber das bedeutet nicht, dass ich sie nicht verstehen kann. Auch wenn meine Ehe nicht der von Robert und Frances gleicht, kann ich nachempfinden, wie schwer es ist, gemeinsam Kinder großzuziehen und einer gemeinsamen Philosophie zu folgen, denn jeder Mensch hat eine eigene Vorgeschichte und eigene Vorstellungen von seiner Zukunft und die seiner Kinder. Das Leben – und eine Beziehung – wird schnell zur Routine, auch wenn man sich täglich bemüht dagegen zu steuern. Ich mag, wie ehrlich und offen Frances ist, auch wenn sie dadurch manchmal als kalt und gemein rüberkommt.

Am 19. Mai 2017 werden Sie und Matthew Broderick ihren 20. Hochzeitstag feiern. Welches Geheimnis steckt hinter ihrer erfolgreichen Ehe?

Dass ich nicht darüber rede (lacht).

Interview: Anke Hofmann

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