"Inferno"-Star Tom Hanks im Interview

Was wir bereits wissen
In der dritten Dan-Brown-Verfilmung "Inferno" rennt Tom Hanks wieder durch Europas Kirchen. Zum Kinostart (13. Oktober) trafen wir den Hauptdarsteller zum Interview.

Darum geht's in "Inferno"

Robert Langdon (Tom Hanks), genialer Rätsellöser und immer auf der Hatz durch die Museen Europas, um die Welt zu retten, hat ein Problem: Der stets so kühl denkende Professor für Symbologie und Kunstgeschichte wird von Albträumen und Visionen geplagt, zudem fehlt ihm jegliche Erinnerung an die vergangenen Tage.

Trailer zu "Inferno"

Mit der jungen Ärztin Sienna Brooks (Felicity Jones) will er herausfinden, was geschehen ist. In Langdons Jackett entdecken sie ein Röhrchen zum Transport biologischer Proben, das sich nur durch seinen Fingerabdruck öffnen lässt. Es enthält einen Projektor, der eine nahezu perfekte Kopie von Sandro Botticellis "Mappa dell'Inferno" zeigt – eine Illustration der neun Kreise der Hölle aus Dantes "Göttlicher Komödie". Könnte das die Prophezeihung einer neuen Art von Terrorismus sein?

Die neue, bisher dritte Dan-Brown-Verfilmung "Inferno" nach den Kinohits "The Da Vinci Code - Sakrileg" (2006, 5,6 Millionen Zuschauer allein in Deutschland) und "Illuminati" (2009, 4,6 Millionen Zuschauer) lässt die Fans auf erneut hoch spannende Unterhaltung hoffen.

GOLDENE KAMERA traf zum Kinostart von "Inferno" Hauptdarsteller Tom Hanks zum Interview.

Interview mit Tom Hanks

Was steht für Robert Langdon in "Inferno" auf dem Spiel?

In "The Da Vinci Code - Sakrileg" war Langdon in Rätsel um Jesus verwickelt. In "Illuminati" kämpfte er mit den Theorien der Schöpfung. Und jetzt muss er sich mit dem modernen Konzept auseinandersetzen, was - und wo – Hölle ist: Existiert sie hier bei uns auf Erden?

Was ist Ihre persönliche Vision von Hölle?

Hölle ist limitierte Freiheit. Wenn man seine Ziele oder Träume nicht verfolgen kann. Wenn man nicht lesen oder denk darf, was man will. Wenn man körperlich oder intellektuell in einer totalitären Gesellschaft eingegrenzt wird.

Warum kehren Sie gerne zu dieser Figur zurück?

Diese Filme sind wie ein Semester an der Uni für mich. Mit jedem neuen Kapitel lerne ich etwas Neues über Kunst, Geschichte und Philosophie. Und sogar ein bisschen über Architektur und Wissenschaft. Nach jedem Dreh fühle ich mich ein bisschen schlauer als vorher (lacht). Was ich an Dan Browns Romane so liebe sind die Fakten. Die Gebäude in seinen Handlungen existieren wirklich. Gemälde, die in seinen Büchern erwähnt werden, kann man sich tatsächlich ansehen. Und wir haben sogar dort drehen können, wo sich die Handlung abspielt: wie zum Beispiel im Salone dei Cinquecento (der Saal des "Rates der 500") im Palazzo Vecchio in Florenz.

Ihr Hauptdrehort war allerdings Budapest. Wenn Sie in tollen Städten wie Budapest oder Florenz drehen, haben Sie auch Zeit Tourist zu spielen und diese Plätze zu erkunden?

Ich bin kein Hotel-Stubenhocker. In jeder freien Minute erkunde ich eine Stadt zu Fuß. In Budapest habe ich zum Beispiel das beste mexikanische Restaurant entdeckt, genau um die Ecke der ehemaligen sowjetischen kommunistischen Botschaft. Und Florenz erinnert mich sehr an mein zu Hause in San Francisco.

Warum haben Sie das dritte Buch von Autor Dan Brown – "The Lost Symbol" – übersprungen und stattdessen "Inferno" verfilmt?

Es besteht keine vertragliche Verpflichtung zwischen uns und Dan Brown. Regisseur und Produzent Ron Howard verfilmt nur die Romane, die sich visuell von den vorherigen Filmen unterscheiden. "The Da Vinci Code – Sakrileg" und "Illuminati" hatten jeweils menschliche Bösewichte, die andere – und sich selbst – folterten. Und sie reflektierten geheimnisvolle Aspekte entweder von uns selbst oder von unseren Philosophien. In "Inferno" gibt es etwas Neues: einen Virus als Lösung für die Überbevölkerung der Welt, gekoppelt mit dem Problem, dass Robert Langdon nicht mehr weiß, wer oder wo er ist.

Die Welt hat Sie kürzlich in einer neuen Rolle gesehen: als Hochzeits- "Fotobomber." Wer hätte gedacht, dass Sie Talent dazu haben ...

(lacht) Fotobombing ist eine Kunst für sich und erfordert präzises Timing! Dieses Mal waren Elizabeth und Ryan die Glücklichen. Ich bin zufällig an einer Gruppe von Menschen in Smokings und Abendkleidern vorbei gelaufen. Ich hätte einfach weiter laufen können, aber ich entschloss mich spontan, Braut und Bräutigam zu gratulieren. Sie haben mich natürlich sofort zur Hochzeitsfeier eingeladen, aber ich war nicht angemessen gekleidet. Ich gebe gerne ein paar Sekunden meines Lebens um anderen Glück zu wünschen. Und ich sehe vier Kinder in ihrer Zukunft (lacht).

Befürchten Sie nicht, dass Sie einen Trend gestartet haben? Werden Sie jetzt mehr Brautpaare beim Fitnessspaziergang durch den Park stören?

Das glaube ich nicht. Und selbst wenn, die ganze Sache hat gerade mal 90 Sekunden gedauert. "Hallo Leute, wie geht’s? Deine Braut sieht toll aus, du kannst dich als Mann glücklich schätzen. Dein Bräutigam ist toll, aber du hättest besser abschneiden können. Wenn der Pfarrer nicht kommt, könnte auch ich euch trauen. Ich habe eine Pfarrerslizenz. Viel Glück! Und Tschüss." (lacht). Und falls Menschen mich jetzt anschreiben mit der Bitte, sie zu trauen, muss ich sie vorwarnen: Ich bin sehr teuer (lacht).

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