Nina Kunzendorf über "Tödliche Geheimnisse"

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GOLDENE KAMERA traf Nina Kunzendorf beim Dreh des #GOKA-Kandidaten "Tödliche Geheimnisse" zum Interview.

Kann man um das Thema TTIP einen spannenden Thriller stricken? Man kann, wie Sherry Hormanns Fernsehfilm "Tödliche Geheimnisse" (5. November, 20.15 Uhr, Das Erste) mit Nina Kunzendorf (GOLDENE KAMERA 2012) als mutige Journalistin Rommy Kirchhoff beweist. Um einen Whistleblower zu interviewen, wird sie von ihrer Chefredakteurin Karin Berger (Anke Engelke) nach Brüssel geschickt. Paul Holthaus (Oliver Masucci), Lobbyist im Auftrag des Agrarkonzerns Norgreen Life Inc., ist bereit, über die Hintergrundverhandlungen zu TTIP zu berichten, die er selbst maßgeblich beeinflusst hat. Für die Journalistin beginnt eine Spurensuche, bei der sie bald in Lebensgefahr gerät.

GOLDENE KAMERA traf Nina Kunzendorf beim Dreh des #GOKA-Kandidaten "Tödliche Geheimnisse" zum Interview.

Nina Junzendorf im Interview

TTIP – das klingt ziemlich trocken. Warum ist "Tödliche Geheimnisse" spannend?

Das Thema ist tatsächlich derart komplex, dass man schnell Gefahr läuft, dass es eine furztrockene Geschichte wird. Aber wenn der Fokus auf den Figuren und auf der Geschichte liegt, wie hier, dann kann auch ein so trockenes Thema spannend transportiert werden.

Sie spielen eine toughe Enthüllungsjournalistin …

Rommy ist sicher selbstbewusst und durchsetzungsfähig. Ich denke, dass auch Empathiefähigkeit und eine Grundneugierde ganz gute Voraussetzungen für eine Journalistin sind. Rommy hat ein tiefsitzendes Gerechtigkeitsbedürfnis. Ist sie tough? Ja, vielleicht. Im Umgang mit sich selbst ist sie jedenfalls nicht zimperlich.

Was denken Sie über TTIP?

Durch die Beschäftigung mit dem Film und die Vorbereitungen dazu weiß ich mehr über das Thema, als zuvor. Nichtsdestotrotz bin ich, wie die meisten anderen Normalbürger, weit davon entfernt, eine TTIP-Expertin zu sein. Dazu ist das Thema viel zu komplex, riesig und undurchsichtig. Ich bin aber informiert genug, um entschieden gegen TTIP zu sein.

Auch die Presse kriegt ihr Fett weg im Film. Wie sehr trauen Sie den Medien?

Naja, ich schaue natürlich, wo ich meine Informationen herbekomme. Ich habe z.B. seit längerer Zeit Abstand davon genommen, Nachrichten im Fernsehen zu sehen. Ich bin eine leidenschaftliche "Deutschlandfunk"-Hörerin, das ist meine Hauptinformationsquelle. Ich bin nicht abgelenkt durch Bilder, die Nachrichten, Interviews, Features sind informativ, reichhaltig und geprägt von einem differenzierten Blick, das gefällt mir.

"Tödliche Geheimnisse" geht weiter: Sind Sie bei der Fortsetzung in Südafrika dabei?

Ja, und ich freue mich riesig. Ich empfinde es als großes Geschenk, Figuren ausloten zu dürfen, mit Ihnen weiter reisen zu können. Die Arbeit war obendrein sehr angenehm, ich freue mich auf Sherry Hormann, auf Anke Engelke und all die wunderbaren Kollegen. Selbst ein Teil des Teams wird weiter dabei sein, das freut mich sehr.

Was sind Ihre nächsten spruchreifen Projekte?

Ich bin gerade Teil des Ensembles einer Miniserie, die Hans-Christian Schmid für die ARD dreht. Ihr Titel lautet: "Das Verschwinden". Die Geschichte spielt an der bayrisch-tschechischen Grenze, es geht um Crystal Meth, um ein verschwundenes Mädchen, Familienkonflikte, die aufbrechen. Ich spiele die Mutter eines drogensüchtigen Mädchens.

Interview: Mike Powelz

Anke Engelke über "Tödliche Geheimnisse"

GOLDENE KAMERA traf Anke Engelke beim Dreh des #GOKA-Kandidaten "Tödliche Geheimnisse" zum Interview.
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