Krimi ade: Die besten Serienausstiege

Glänzte bis zu seinem enttäuschenden Serientod 31 Mal als "Kommissar Beck"-Assistent Gunvald: Mikael Persbrandt (53)
Glänzte bis zu seinem enttäuschenden Serientod 31 Mal als "Kommissar Beck"-Assistent Gunvald: Mikael Persbrandt (53)
Foto: © ZDF
Was wir bereits wissen
Seit Sonntag ist "Kommissar Beck"-Assistent Gunvald (Mikael Persbrandt) Geschichte. Sein Abgang war jedoch einer TV-Kultfigur wie ihm unwürdig. Wir zeigen, wie man es besser macht...

Am Sonntagabend des 16. Oktobers 2016 ging im ZDF eine kleine Fernsehkrimi-Ära zu Ende: In der 31. "Kommissar Beck"-Folge "Schüsse auf Gunvald", die derzeit noch in der ZDF-Mediathek zu bewundern ist, geht Becks von Mikael Persbrandt verkörperter Assistent Gunvald in die ewigen Jagdgründe ein. Statt eines letzten schauspielerischen Muskelspiels wird der unangepasste Dandy-Heißsporn allerdings gleich in den ersten Serienminuten aus dem Hinterhalt in den Kopf geschossen und liegt fortan bis zum finalen Herzstillstand im Koma. Ein unwürdiger Abgang für einen absoluten Fanliebling, der auch nicht dadurch besser wird, dass Persbrandt und die "Kommissar Beck"-Produktion nicht im Guten auseinander gegangen sind - wie sein geschäftsmännischer Abschied auf Facebook nahelegt...

Dass man aus dem Serienleben auch mit einem letzten großen Auftritt scheiden kann, hat in der Vergangenheit das viel gescholtene deutsche Fernsehen bewiesen...

Die 5 besten Krimi-Ausstiege im deutschen TV

Platz 5: Dr. Renz verlässt "Ein Fall für Zwei" und geht in Rente (1988)
In der Rolle des gewichtigen Rechtsanwalts Dr. Dieter Renz war Günter Strack von 1981 bis 1988 der erste Auftraggeber des hemdsärmeligen Privatdetektivs Josef Matula (Claus Theo Gärtner). In der 60. Folge "Caesars Beute" muss Dr. Renz um seine eigene Unschuld kämpfen und gibt dabei den juristischen Staffelstab an seinen Nachfolger Dr. Rainer Franck (Rainer Hunold) weiter, bevor der Bonvivant in den wohlverdienten Ruhestand geht. Die komplette Folge gibt's auf YouTube zu sehen.

Platz 4: "Der Alte" Erwin Köster wird niedergeschossen und endet im Krankenhaus (1986)
Von 1977 bis 1986 verlieh Siegfried Lowitz als erster TV-Kommissar der bis heute im Einsatz befindlichen Titelrolle knautschigen Charme. In der 100. Folge "Zwei Leben" ermittelt Erwin Köster in einem schlüpfrigen Vermisstenfall und stirbt - niedergeschossen vom Schurkenrollen-Experten Christoph Waltz - den Heldentod. Auf eigenen Wunsch übrigens, da der GOLDENE KAMERA-Gewinner von 1968 vermeiden wollte, noch einmal als "Der Alte a. D." vor die Kamera gezerrt zu werden.

"Der Alte": Showdown aus der Folge "Zwei Leben" (1986)

Platz 3: Gisbert Engelhardt kommt und geht für immer im "Tatort: München" (2012)
Fabian Hinrichs gelang mit seinem Auftritt in der Folge "Der tiefe Schlaf" Einmaliges: Obwohl sein nach München versetzter Jungkommissar Gisbert Engelhardt auf der Suche nach einem Frauenmörder am Ende von selbigem gemeuchelt wird, eroberte der von den grantigen Ermittler-Urgesteinen Leitmayr und Batic gedisste neue Partner die Fanherzen im Sturm. Zur Belohnung gab's für Hinrichs eine eigene "Tatort"-Reihe als fränkischer Hauptkommissar Felix Voss. Sein dritter Fall "Am Ende geht man nackt" ist für 2017 geplant.

Teaser-Trailer zur "Tatort"-Folge "Der tiefe Schlaf" (2012)

Platz 2: Franziska Lüttgenjohann kämpft im "Tatort: Köln" (vergeblich) um ihr Leben (2014)
Ab ihrem Debüt im Jahr 2000 bot Tessa Mittelstaedt 44 Folgen lang dem Kölner "Tatort"-Duo Ballauf und Schenk als selbstbewusste Assistentin Franziska Lüttgenjohann Paroli. Als die Schauspielerin zu neuen Ufern aufbrechen wollte, gewährte ihr der WDR bei ihrem letzten Auftritt die Hauptrolle. In der nach ihrer Rolle benannten Folge "Franziska" wird die ehrenamtliche Bewährungshelferin im Gefängnis vom Triebtäter Daniel Kehl als Geisel genommen. Dabei liefert sich Mittelstaedt mit Schauspieler Hinnerk Schönemann ein derart intensives Psychoduell, dass die Erstausstrahlung der Folge von der ARD freiwillig ins Spätprogramm verbannt wurde.

Showdown der "Tatort"-Folge "Franziska" (2014)

Platz 1: "Schimanski" nimmt bei seinem Comeback denkwürdig Abschied von Thanner (1997)
Mehr "Tatort"-Kult als die Hassliebe zwischen Kamikaze-Kommissar Horst Schimanski (Götz George) und seinem linientreuen Kollegen Christian Thanner (Eberhard Feik) geht nicht. Zwischen 1981 und 1991 löste das legendäre Duo 29 TV- und zwei Kino-Fälle. 1997 kehrte George noch einmal als "Schimanski" für 17 Solo-Episoden zurück und nahm vom 1994 verstorbenen Eberhard Feik symbolisch Abschied. Und dabei machte er improvisatorisch vor wie es geht, denn bei dieser Schlüsselszene stand damals im Drehbuch keine Regieanweisung, sondern nur ein großes X: Schimmi steht mit kleinem Kaktus in der Hand vor Thanners Grab, ringt um Worte und sagt schließlich ein einziges Wort: "Scheiße!"

Text: Alexander Attimonelli

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