Mel Gibson: "Für 'Hacksaw Ridge' war ich Feuer und Flamme"

"Hacksaw Ridge"-Regisseur Mel Gibson mit Vince Vaughn (r.)
Desmond Doss (Andrew Garfield)
Desmond Doss (Andrew Garfield)
Desmond Doss (Andrew Garfield)
Desmond Doss (Andrew Garfield)
Desmond Doss (Andrew Garfield)
Desmond Doss (Andrew Garfield) und Dorothy (Teresa Palmer)
Desmond Doss (Andrew Garfield, 2.v.l.) und Sgt. Howell (Vince Vaughn)
Desmond Doss (Andrew Garfield)
Tom Doss (Hugo Weaving)
Smitty (Luke Bracey, l.) und Desmond Doss (Andrew Garfield)
Smitty (Luke Bracey)
Bertha Doss (Rachel Griffiths) und Klein-Desmond (Darcy Bryce)
Captain Glover (Sam Worthington)
Captain Glover (Sam Worthington)
Dorothy (Teresa Palmer) und Desmond Doss (Andrew Garfield)
Dorothy (Teresa Palmer) und Desmond Doss (Andrew Garfield)
Dorothy (Teresa Palmer) und Desmond Doss (Andrew Garfield)
Dorothy (Teresa Palmer)
Sgt. Howell (Vince Vaughn)
Sgt. Howell (Vince Vaughn)
10 Jahre nach "Apocalypto" ist Hollywood-Star Mel Gibson in den Regiestuhl zurückgekehrt. Warum er den Antikriegsfilm "Hacksaw Ridge" für sein Comeback ausgewählt hat, verriet uns der 61-Jährige im Gespräch.

10 Jahre keine Regie mehr geführt zu haben und dann gleich für einen Oscar nominiert zu werden, ist ein Statement, wie es sich für eine lebende Ikone der Filmgeschichte gehört. Für sein mit insgesamt 5 Oscar-Nominierungen gekröntes Regie-Comeback "Hacksaw Ridge – Die Entscheidung" (Start: 26. Januar) hat sich Mel Gibson die wahre Geschichte des amerikanischen WWII-Sanitäters Desmond T. Doss ausgesucht, der sich bei der brutalen Schlacht um Okinawa weigerte, selbst zu töten, und später trotzdem mit der Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde.

Im Film wird Doss von Ex-"Spider-Man" Andrew Garfield verkörpert, der vor seiner Abreise in die Hölle des Krieges in der Krankenschwester Dorothy (Teresa Palmer) eine Seelenverwandte findet und vor Ort seine religiös-humanistischen Ideal nicht gegen die Feinde, sondern gegen seine Vorgesetzten Sergeant Howell (Vince Vaughn) und Captain Glover (Sam Worthington) verteidigen muss...

Trailer zu "Hacksaw Ridge" (Kinostart: 26.1.2017)

Im Gespräch mit der GOLDENEN KAMERA verrät Mel Gibson, warum "Hacksaw Ridge" für ihn kein Kriegs-, sondern ein Liebesfilm ist und wie eine echte Familienangelegenheit aus den Dreharbeiten wurde...

Mel Gibson im Interview

Wie ist Ihnen dieses Projekt in den Schoß gefallen?

In den Schoß gefallen ist nicht der richtige Ausdruck. Die Produzenten Bill Mechanic und David Permit besitzen seit 15 Jahren die Rechte an dieser Geschichte und 2006 sind sie zum ersten Mal an mich herangetreten. Jedenfalls behaupten sie das. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern (lacht). Sie haben es allerdings noch drei Mal probiert. Zwei Mal habe ich ihnen die kalte Schulter gezeigt, aber beim dritten Mal funkte es. Ich weiß nicht, ob das Drehbuch von Robert Schenkhan anders war als vorher oder ob ich mich selbst verändert hatte, aber auf einmal war ich Feuer und Flamme für "Hacksaw Ridge". Nicht mit dem Kopf, sondern mit dem Herzen!

War es das religiöse Thema, das Sie ansprach?

Was mich ansprach war, dass "Hacksaw Ridge" kein Kriegsfilm ist. Er ist eine Liebesgeschichte. Keine romantische Liebe – obwohl es auf der Leinwand zwischen Teresa Palmer und Andrew Garfield heiß her geht (lacht) – sondern Menschenliebe. Der Film dreht sich darum, dass sich jemand weigert, einem anderen Menschen Leid zuzufügen. Selbst wenn es ihm das eigene Leben kosten könnte. Dass jemand dazu in der Lage ist, in einer Situation, in der die meisten mit ihrem Verhalten zu Tieren werden, Liebe zu zeigen, Leben zu retten statt zu nehmen, empfand ich als so cool, dass ich den Film einfach drehen musste. Desmond Doss ist in meinen Augen ein wahrer Held!

Barbarische Kämpfe gab es auch in Ihren anderen Regie-Arbeiten "Braveheart" und "Apocalypto", aber es ist das erste Mal, dass die Handlung während des Zweiten Weltkriegs spielt. Welche inszenatorischen Tricks haben Sie für die Schlachten genutzt?

Wir haben diese Szenen in einem Footballfeld gedreht und es größer aussehen lassen, als es eigentlich ist, dank der vielen Rauchmaschinen, die mit ungiftigen Rauch einen dicken Nebel kreierten. Man konnte kaum die Hand vor den Augen erkennen, was sehr geeignet als Atmosphäre für die Schlachtfelder war. Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Kämpfen in "Braveheart", wo Mann gegen Mann mit Waffen gekämpft haben, gab es in "Hacksaw Ridge" Explosionen und Kugelhagel. Das involvierte mehr Technik und Planung und andere Kamerawinkel als vor 20 Jahren.

Wie hat sich die Welt des Filmdrehs noch verändert?

Es werden so gut wie keine monumentalen Filme mehr gedreht. Man muss wie in einem Indie-Film denken: Ärmel hochkrempeln und ran an den Speck! "Hacksaw Ridge" wurde mit 20 Prozent weniger Budget und in halb der Zeit wie "Braveheart" realisiert. In Heldenfilme wird viel Geld gesteckt, wenn die Helden Stretch-Strumpfhosen tragen und in Comics vorkommen (lacht), aber nicht, wenn sich die Handlung um einen wahren Helden dreht.

Kann man"Hacksaw Ridge" als Ihr Comeback bezeichnen?

Für mich fühlt es sich nicht so an. Regie führen ist wie Fahrradfahren, man verlernt es nicht. Aber selbst wenn ich in den letzten Jahren nicht hinter der Kamera stand, habe ich nie faul zu Hause rumgesessen. Ich habe viel geschrieben oder produziert, ab und zu auch geschauspielert (lacht). Und ich konnte meine Angel-Technik perfektionieren, an mir selber arbeiten und einfach nur Papa für meine Kinder sein.

Apropos Kinder – "Hacksaw Ridge" war ein Familienprojekt für Sie...

Mein Sohn Milo spielt einer der Soldaten. Obwohl er mein Fleisch und Blut ist, habe ich ihm nicht mehr Dialog gegeben oder ihn den anderen bevorzugt. Er war einfach einer der Jungs und ist mit ihnen abends einen Trinken gegangen (lacht). Ich bin sehr stolz auf ihn. Und mein anderer Sohn Christian war zweiter Kameramann. Er hat all die super coolen Shots gedreht wie zum Beispiel die Szene, in der ein in Flammen stehender Soldat auf die Kamera zuläuft.

Interview: Anke Hofmann

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Foto: Vodafone
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