Hinter den Kulissen von "Guardians of the Galaxy 2"

Der Überraschungs-Hit aus Marvels Superhelden-Universum geht am 27. April in die zweite Runde. Wir waren bei den Dreharbeiten in Georgia dabei und schauten Star-Lord & Co. über die Schulter.

Willkommen in den Pinewood Studios. Nein, nicht in der weltberühmten Filmfabrik nahe London, wo sich James Bond mit seiner Lizenz zum Töten austobt, sondern in Fayetteville, Georgia – 30 Minuten südlich von Downtown Atlanta. Ein bisschen 007-Mysterium liegt allerding auch hier in der Luft, denn die GOLDENE KAMERA darf im Juni 2016 bei den geheimen Dreharbeiten von "Guardians of the Galaxy Vol. 2" zuschauen, die zu diesem Zeitpunkt mit dem Codenamen "Level Up" getarnt werden.

Der Vorteil, im US-Staat der Pfirsiche und Erdnüsse statt im regnerischen England zu drehen, ist der strahlende Sonnenschein und die traditionelle Gastfreundlichkeit der Südstaatler. Obwohl man vom Ersteren nicht sehr viel mitbekommt, da sich der vorletzte von 79 Drehtagen drinnen abspielt, ist das Letztere reichlich vorhanden. Regisseur James Gunn, Produzent Jonathan Schwarz und Requisiteur Russell Bobbitt können es nämlich kaum abwarten, der GOLDENEN KAMERA einen Blick hinter die Kulissen ihres geliebten Franchise zu geben.

Als "Guardians of the Galaxy" 2014 in die Kinos kam, hatte niemand damit gerechnet, dass der Film ein Kassenhit werden würde. Nur die größten Comic-Geeks hatten je von Star-Lord und den anderen schrägen Vögeln gehört. Aber das Publikum begrüßte eine neue Art von Comicbuch-Verfilmung: weniger Super, aber trotzdem viele Helden. Frech und selbstbewusst, mit cooler Retro-Musik und einem Artefakt aus den 80ern: dem Sony Walkman mit orangen Schaum-Kopfhörern.

Im Walkman wird diesmal die Kassette mit der Beschriftung "Awesome Mix Vol. 2" zu hören sein, denn auch im Sequel ist Musik wieder Trumpf und alle sind wieder mit von der Partie: Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt), Gamora (Zoe Saldana), Drax (Dave Bautista), Nebula (Karen Gillan), Yondu (Michael Rooker) und der vorlaute Waschbär Rocket. Selbst Groot ist wieder zum blühenden Leben erwacht – im wahrsten Sinnes des Wortes. In "Vol. 1" ließ noch Rocky das Herz des Zuschauers höher schlagen, in "Vol. 2" wird diese Rolle jetzt Baby Groot übernehmen! Neue Gesichter sind Kurt Russell als Peter Quills lang verschollener biologische Vater und Pom Klementieff als neues Guardian-Mitglied Mantis. Und natürlich die superschurkigen Widersacher Ayesha (Elizabeth Debicki) und Taserface (Chris Sullivan).

Während Russell Bobbitt mir in Studiohalle 9 die neuen Laser-Waffen, den alten Sony Walkman, Baby Groot sowie den Ford Mustang von Peter Quills Daddy vorführt, bereitet sich James Gunn in Halle 4 auf Szene #146 vor. In der Mitte des Raums befindet sich ein aus Holz gebautes Raumfahrzeug namens "Lazer Drill". Darunter ist ein hydraulisches Gerüst montiert, um den Flug durch das All nachzuahmen. Im oberen Cockpit, das in ca. 14 Meter Höhe schwebt, sitzen Chris Pratt und Michael Rooker neben einer ausgestopften Rocket-Puppe. Mit einem Mikrofon gibt der Regisseur Anweisungen an seine zwei Helden: "Rechts. Links. Hoch. Runter. Big Bang!" Wie auf Befehl fängt die Hydraulik gefährlich zu vibrieren an, denn Star-Lord und Yondu fliegen gerade durch einen imaginären Asteroiden-Sturm. Chris Pratts Dialog ist dabei interessant und mysteriös zugleich: "Er benötigt meine genetische Beziehung zum Licht, um das Universum zu zerstören. Er versucht mir beizubringen, wie ich meine Macht kontrollieren kann."

Aber wesentlich interessanter ist, was passiert, wenn die Kamera gerade nicht dreht. Chris Pratt macht Faxen und benimmt sich wie ein kleiner Junge, der zum ersten Mal im Cockpit eines Flugzeugs sitzen und so tun darf, als ob er Pilot sei. Und er steuert so übertrieben nach rechts und links, dass er auf einmal das Lenkrad in den Händen hält. Michael Rooker schreit: "Wo bleibt mein Long Island Ice Tea," woraufhin der Regisseur – ein Lachen unterdrückend – brüllt: "Kein Alkohol am Set!"

Die Atmosphäre während der Dreharbeiten ist so locker, dass die GOLDENE KAMERA sogar einen Blick ins untere Cockpit des Lazer Drills werfen darf. Die Wände des Raumschiffs glänzen golden-metallisch, sind aber auch ölverschmiert und mit Rohren, Gittern sowie Beschriftungen übersäht, die auf eine außerirdische Sprache hindeuten. Der Boden dient als Beleuchtung und überall hängen Ketten. Eine atemberaubende Detailfülle, die in einem den Wunsch erzeugt, es sich an der Steuerkonsole neben Rocket gemütlich zu machen, um mit den Guardians ins Weltall zu sausen.

"Guardians of the Galaxy 2" startet am 27. April

2. Trailer zu "Guardians of the Galaxy 2" (Kinostart: 27.4.2017)

Text: Anke Hofmann

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