
Es gibt Beziehungen, die sind allein mit dem Verstand nicht zu erklären. Dazu gehört auch die Geschichte des Hundes Hachiko, der noch Jahre nach dem Tod seines Herrchens Tag für Tag an gleicher Stelle auf ihn wartet und nie die Hoffnung aufgibt, dass er eines Tages doch wiederkommen könnte. Mit dieser Geschichte im Film "Hachiko – Eine wunderbare Freundschaft" (siehe Foto) rührte Richard Gere im letzten Jahr die Zuschauer zu Tränen. Überzeugend spielt er den Mann, der den kleinen Hund am Bahnhof findet und ihn aufzieht. Dass der Film nicht ins Kitschige abrutscht, verdankt er auch seinem Darsteller, der in den langen Jahren seiner beeindruckenden Karriere immer wieder bewiesen hat, dass Qualität viele Facetten haben kann.
Die Liste seiner Filme liest sich wie eine Aufstellung der beliebtesten Kinofilme der letzten Jahrzehnte. Der Erfolg von "American Gigolo" brachte Anfang der 1980er-Jahre den Durchbruch und macht es seitdem schwer, sich das Kino ohne Richard Gere vorzustellen, ohne diesen charismatischen Beau, der in vielen Hollywood-Produktionen das Publikum begeistert und verzaubert. Ob als zerrissener, junger, im Leben gescheiterter Mann auf der Suche nach Stabilität und einer Zukunft ("Ein Offizier und Gentleman"), als undurchsichtiger, bestechlicher Cop ("Internal Affairs"), als einsamer Millionär ("Pretty Woman") oder als publicitysüchtiger Staranwalt, der eine Verteidigung als perfekte Medienshow inszeniert ("Zwielicht") – Gere stellt sich jeder schauspielerischen Herausforderung, beherrscht ein breit gefächertes Rollenrepertoire und weiß am besten in der Gestaltung ambivalenter Charaktere zu überzeugen.
Eine seiner erfolgreichsten Rollen war die des Anwalts in der mit mehreren Oscars prämierten Musicalverfilmung "Chicago", angesiedelt in den 1920er-Jahren. Nachdem eine junge Frau, die davon träumt, ein Star zu werden, ihren Liebhaber erschossen hat, stilisiert ihr Anwalt sie zum unschuldigen Opfer des Jazz-
Zeitalters. Für diese Rolle erhielt Gere 2003 den Golden Globe als bester Hauptdarsteller. Auch in seinem aktuellen Film "Amelia", der die Geschichte der amerikanischen Frauenrechtlerin und Pilotin Amelia Earhart erzählt, zeigt Richard Gere einmal mehr, was für ein großartiger Schauspieler er ist.
Foto: © Prokino; Richard Gere in der Rolle des Professors Parker Wilson in "Hachiko".