Die Preisträger der 46. GOLDENEN KAMERA - Armin Mueller-Stahl

Für sein Lebenswerk ehrt Europas größte Programmzeitschrift den Schauspieler Armin Mueller-Stahl mit der GOLDENEN KAMERA von HÖRZU.
"Ich bin ein Gaukler", sagt Armin Mueller-Stahl über sich selbst. Bescheidene Worte eines Mannes mit so vielen Talenten und einem beeindruckenden Lebenslauf. Geboren in Tilsit im ehemaligen Ostpreußen, wuchs Mueller-Stahl in einer künstlerisch begabten Familie auf, studierte in Ostberlin Musikwissenschaft und ließ sich zum Konzertgeiger ausbilden. Doch schon bald wechselte er zur Schauspielerei, erhielt 1952 sein erstes Engagement am Berliner Theater am Schiffbauerdamm. Nach dem Umzug des Ensembles an die Berliner Volksbühne war er dort fast 25 Jahre lang sowohl in klassischen als auch modernen Rollen zu sehen.
Doch nicht nur auf der Bühne wurde er zu einem gefeierten Charakterdarsteller, auch in seinen Film- und Fernsehrollen avancierte er zum Publikumsliebling der DDR und wurde fünfmal in Folge zum beliebtesten Schauspieler des Landes gewählt. Der TV-Vierteiler "Flucht aus der Hölle" von 1960 legte den Grundstein zu dieser Karriere, in seiner Rolle als Agent in der beliebten Fernsehserie "Das unsichtbare Visier" wurde Mueller-Stahl zum James Bond des Ostens. Doch als die Rolle zusehends politischer angelegt wurde, entschied er sich 1975 zum Ausstieg. Eine Entscheidung, die zu einem Bruch mit den politisch Verantwortlichen führte. Die Rollenangebote wurden deutlich weniger, und als Mueller-Stahl Ende 1976 den offenen Brief gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns aus der DDR unterzeichnete, blieben sie beinahe ganz aus. 1979 wurde sein Ausreiseantrag genehmigt, Mueller-Stahl zog 1980 nach Westberlin und konnte bald wieder an seine bisherigen Erfolge anknüpfen.
Er drehte mit namhaften deutschen Filmemachern wie Rainer Werner Fassbinder und Herbert Achternbusch, aber auch internationale Regisseure wie Andrzej Wajda oder Patrice Chéreau engagierten ihn. Ende der 1980er-Jahre wagte Mueller-Stahl erneut einen Neuanfang und ging im Alter von fast 60 Jahren in die USA. Mit seinem Debüt als ungarischer Emigrant in dem Costa-Gavras-Film "Music Box" gelang ihm ein erfolgreicher Einstand, dem zahlreiche weitere Rollenangebote und 1997 eine Oscar-Nominierung für seine Darstellung des Vaters des Pianisten David Helfgott in "Shine – Der Weg ins Licht" folgten.
Armin Mueller-Stahl gelang es, nicht nur in beiden deutschen Staaten, sondern auch in Hollywood erfolgreich und anerkannt zu sein. Doch längst ist nicht nur die schauspielerische Leistung des heute 80-Jährigen zu würdigen. Auch als Maler, Musiker, Regisseur und Schriftsteller genießt Armin Mueller-Stahl weltweit Anerkennung. Er ist ein Weltstar mit überragenden Begabungen, der über Jahrzehnte Spuren in der Filmgeschichte hinterlassen hat.
Foto © picture alliance / dpa
Laudatio: Iris Berben
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