Unsere Moderatoren Steven Gätjen und Joyce Ilg im Interview

Wir trafen das Moderatoren-Team des GOLDENE KAMERA Digital Award zum Interview und sprachen mit ihnen über das Zusammenwachsen von TV und Internet und eiskalte Filmpremieren.

Moderator Steven Gätjen führt am 18. Februar gemeinsam mit YouTube-Star Joyce Ilg durch die Verleihung zum erstmals stattfindenden GOLDENE KAMERA Digital Award in ZDFneo, ab 21.55 Uhr. Bei der Roadshow tourt Gätjen an der Seite von Joyce Ilg mit einem Bus durch Berlin und überrascht die Preisträger.

Teaser: GOLDENE KAMERA Digital Award | #GKDA

Wir trafen unser Moderatoren-Team zum Interview und sprachen mit ihnen über das Zusammenwachsen von TV und Internet und eiskalte Filmpremieren.

Interview mit Steven Gätjen und Joyce Ilg

Steven Gätjen, Sie sind gerade erst vom Roten Teppich der Golden Globes in L.A. zum Dreh des GOLDENE KAMERA Digital Award nach Berlin gereist, war das hart?

GÄTJEN: Für mich ist der Jetlag total von Vorteil! Mein Biorhythmus hängt neun Stunden hinterher, und ich habe mein Hoch, wenn alle anderen schon mit Müdigkeit kämpfen. Aber ich bin begeistert vom Team: Die Kollegen bauen das Set auf, sie drehen, ackern und bauen dann noch ab – die sind noch viel länger unterwegs als ich.

Sind die Temperaturen um knapp Minus zehn Grad ein Problem?

ILG: Heute haben wir zum Glück bis jetzt drinnen gedreht, gestern war es sehr kalt in unserem Greyhound-Bus. Tatsächlich habe ich heute Nacht auch Halsschmerzen bekommen und dachte "Scheiße, da hast du dir was eingefangen!", aber es ist im Laufe des Tages wieder besser geworden. Die Energie stimmt noch!

Sind Sie die Kälte von den Film-Premieren am Potsdamer Platz gewohnt, Steven?

GÄTJEN: Ja, ich weiß noch, dass meine erste Premiere überhaupt unfassbar kalt war, das war "Herr der Ringe – Die Rückkehr des Königs". Da habe ich damals Liv Tyler meinen Mantel gegeben, weil die noch mehr gefroren hat als ich. Dann habe ich mal eine Premiere gehabt mit Cher, auf der es angefangen hat, zu schneien. Du kannst sowas nicht planen, was auf dem Roten Teppich passiert. Deswegen mag ich es auch so gerne, bei den Oscars zweieinhalb Stunden zu versuchen, die Stars abzugreifen.

Steven Gätjen und Liv Tyler

William Cohn begleitet Sie auf dem Roadtrip, wie macht er sich als Mitreisender?

ILG: Ich war zweimal bei Böhmermann, deshalb kannte ich ihn schon und habe mich sehr auf die Zusammenarbeit gefreut. Wir waren schon eingespielt!

GÄTJEN: Er ist sehr cool! Das ist das Schöne an meinem Job, du lernst so viele unterschiedliche Leute kennen. Vor allem wenn man ein bisschen älter wird und schon länger dabei ist, wünscht man sich nette, kollegiale, innovative und kreative Partner, und das sind Joyce und William auf jeden Fall.

Was liegt Ihnen eher, Steven – die große glamouröse Gala, die am 4. März mit der GOLDENEN KAMERA kommen wird, oder eher so eine spaßige, leicht anarchische Veranstaltung wie der Digital Award?

GÄTJEN: Das Tolle an meinem Job ist: Ich darf beides machen! Wenn ich nur in die eine Richtung gehen würde, wäre es langweilig. Mein Job ist eine Wundertüte, und ich finde so ein Anarcho-Fernsehen genauso genial wie eine schöne Gala. Der Mix machts.

Beim GOLDENE KAMERA Digital Award kommen Fernsehen und Internet zusammen. Wird das Web irgendwann dem Fernsehen den Rang ablaufen?

GÄTJEN: Ich finde, dass zum Beispiel die Youtube-Kanäle ein großartiges Plus für Bandbreite und Vielfalt sind. Und wenn man sich anguckt, was passiert, durch wie viele Kanäle gute Typen, auch gute Moderatoren und Sänger ein Publikum finden, und den Erfolg haben, den sie verdienen, freut mich das total. Fernsehen und Internet werden immer parallel funktionieren – allerdings bleibt der Kuchen in derselben Größe, und die Stücke werden kleiner. Daran muss man sich gewöhnen.

Passiert es viel zu selten, dass sich TV und Web vermischen?

ILG: Finde ich eigentlich nicht. Wenn man mal drauf achtet, ist es schon sehr häufig der Fall. Vor dreieinhalb Jahren, als ich mit Youtube angefangen habe, war beides voneinander ganz klar getrennt. Mittlerweile ist es aber eine ganz gute, interessante Mischung, die sich oft bereichert.

Joyce, haben einen eigenen Youtube-Channel, Steven, die Videos Ihres Blogs FredCarpet sind auch auf Youtube zu finden. Was macht für Sie die Faszination Youtube aus?

GÄTJEN: Ich finde großartig, dass bei den Leuten ungefiltert und direkt ankommt, was du machst. Und du gehst als Viewer viel selektiver ran. Ist ja viel geiler, wenn Du 1,5 Millionen Fans hast, die Kino großartig finden und sich für das Thema interessieren, als wenn das bei vielen Zuschauern nicht auf Gegenliebe stößt. Und es wird direkt über Daumen hoch oder Daumen runter entschieden über die Qualität der Beiträge. Das unmittelbare Feedback, wenn Dir die Leute auch noch schreiben können: "Gätjen geh nach Hause" oder "Gätjen, das machst Du gut" oder "Diese Frage fand ich komisch", das mag ich einfach gerne.

ILG: Es ist total spannend, wenn man das Produkt komplett selber in der Hand hat. Als Schauspieler bist du extrem angewiesen auf die Regie und die weiteren anderen Departments. Und bei Youtube hat man so viel Einfluss auf das Produkt, dass es zum eigenen Baby wird. Als wäre man Matthias Schweighöfer oder Til Schweiger – also Drehbuchautor, Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller auf einmal, aber natürlich auf einem anderen Niveau. Wenn man ein Youtube-Video produziert, ist es eine Woche später online. Wenn ich nach einem TV-Dreh nachfrage, wann die Sendung ausgestrahlt wird, heißt es dann auch mal: „2018“. Aber natürlich muss das so sein, damit die Qualität stimmt. Ich mag die Kombination sehr gerne, weil man bei Youtube nicht die Möglichkeit hat, im Alleingang so eine Qualität herzustellen.

Joyce, ist es für Sie dann eine große Umstellung, fürs TV zu drehen?

ILG: Ich bin es ja gewohnt, ich drehe mittlerweile auch mehr fürs TV als vor meinem Youtube-Start, weil durch meinen Channel mehr Leute auf mich aufmerksam geworden sind und mit mir arbeiten wollen. Aber es ist immer ein ordentliches Kontrastprogramm zu einem Youtube-Dreh.

Wen haben Sie auf Youtube selbst abonniert?

ILG: Superviele! Aber aus unterschiedlichen Gründen: Manche abonniere ich, weil ich sie gerne gucke. Andere, um mich weiterzubilden, weil das starke Kanäle sind und ich neugierig bin, was die Zuschauer daran mögen – auch wenn es nicht unbedingt mein Geschmack ist. Die meisten sind Comedychannels, weil ich ja selber auch Comedy mache.

GÄTJEN: Ich bin sehr amerikanisch veranlagt, Jimmy Fallon und Jimmy Kimmel gucke ich mir total gerne an, vor allem die Gags, die Intros, das hat bei mir einen großen Lern-Effekt und liefert Inspirationen. Und ich mag Unterhaltungsfernsehen in jeglicher Art und Weise einfach gerne.

Interview: Dirk Oetjen

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