"Doctor Strange"-Star Benedict Cumberbatch im Interview

Was wir bereits wissen
Benedict Cumberbatch über seine Rolle als erster mystischer Marvel-Held Doctor Strange.

Mit 19 Jahren absolvierte Benedict Cumberbatch ein freiwilliges soziales Jahr als Englischlehrer in einem indischen Kloster und lernte die Welt der Mystik kennen. Für seinen neuen Film "Doctor Strange" (Kinostart 27. Oktober) konnte er das sehr gut gebrauchen: Er spielt den Marvel-Helden Doctor Strange, den Obersten Zauberer der Menschheit.

Darum geht's in "Doctor Strange"

Der weltberühmte Neurochirurg Dr. Stephen Strange (Benedict Cumberbatch) ist unglaublich brillant – aber auch arrogant. Sein Leben ändert sich jedoch, als er nach einem Autounfall die Hände nicht mehr benutzen kann. Kollegen wie Christine Palmer (Rachel McAdams) können ihm nicht helfen, also wendet sich Strange allerlei Scharlatanen zu und gibt sein gesamtes Geld aus. Seine allerletzte Hoffnung ist der geheimnisvolle Ort Kamar-Taj im Himalaja. Schon bald stellt Strange fest, dass von dort aus der Kampf gegen dunkle Mächte geführt wird, die unsere bekannte Realität zerstören wollen. Einer der Gegner ist der finstere Kaecilius (Mads Mikkelsen).

Der Film über den seit 1963 existierenden Comiccharakter – dem ersten Helden, der ins Mystische vorstößt – gibt der Marvel-Kinowelt laut Studioboss Kevin Feige (43) "einen 'Matrix'/'Inception'/Miyazaki-Stil". Dieser Trailer sieht tatsächlich auch so aus:

Teaser-Trailer zu "Doctor Strange"

Interview mit Benedict Cumberbatch

Im Gegensatz zu anderen Marvel-Filmen zählt in "Doctor Strange" nicht die Kraft der Muskeln, sondern die geistige Power...

Obwohl man mich in einer Szene ohne Hemd zu sehen bekommt. Und für diese Kino-Sekunde habe ich verdammt hart gearbeitet (lacht).

Glauben Sie auch selbst an die Stärke des Willens?

Das zentrale Thema in diesem Film ist die Idee, dass man mit dem Willen jegliche Realität ändern oder formen kann. Unsere geistigen Fähigkeiten in "Doctor Strange" sind natürlich etwas extrem, aber der erste Schritt in diese Richtung ist Meditation. Jegliche Form von Geistesgegenwärtigkeit ist ein guter Start, sich selbst besser zu verstehen zum Wohl anderer. Zu dieser Erkenntnis kommt auch Dr. Strange. Ich nutze Meditation, um mich auf das Jetzt zu konzentrieren statt auf Fehler in der Vergangenheit oder Hürden in der Zukunft.

Wenn Sie sich eine Superkraft wünschen könnte, welche hätten Sie gerne?

Ich würde gerne Dimensionen durchqueren können. Dann könnte ich innerhalb einer Sekund bei meiner Familie sein, ohne in ein Flugzeug steigen oder unter Jetlag leiden zu müssen. Das Fliegen selbst als Fähigkeit wäre natürlich auch nicht schlecht. Viele Menschen träumen davon. Als Dr. Strange konnte ich das ausprobieren. Auch wenn es nicht gerade bequem ist, von Gurten eingespannt zu sein, hat mir das Hängen an Kabeln am Set sehr viel Spaß gemacht.

Was halten Sie als klassisch ausgebildeter Schauspieler von diesen Spezialeffekten?

Ich bin nicht der erste, der in diese Welt eingetaucht ist. Tom Hiddleston und Eddie Redmayne sind mir zuvor gekommen. Und selbst die ältere Generation an Schauspielern - wie Anthony Hopkins, Ian McKellen und Patrick Stewart – fühlt sich im SFX-Kosmos wie zu Hause. Das Besondere an Marvel-Filmen sind nicht nur die atemberaubenden Spezialeffekte, sondern dass vieles auch echt ist. Wir haben auf fantastischen Drehbühnen gedreht, in denen die Kamera 360-Grad geschwenkt werden konnte. Einige Sets waren bis zum kleinsten Detail nachgebaut, wie die Metallwerkstatt in Hong Kong. Die Kameramänner konnten sich dort jederzeit einen Schraubenzieher ausleihen (lacht). Und andere Sets waren von der Decke bis zum Boden einfach nur blau oder grün und ich musste meiner Fantasie freien Lauf lassen.

Einer der Effekte ist Doctor Stranges roter Mantel. Es ist fast wie Liebe auf den ersten Blick ...

Ja, aber wenn ich dem jetzt zustimme, wird es morgen lauter dreckige Schlagzeilen im Internet geben (lacht). Aber die Beziehung zwischen Strange und seinem Mantel hat sicherlich Potential.

Gibt es in Ihrem Kleiderschrank auch ein Teil, mit dem Sie ...

... mit dem ich eine intime Beziehung habe? (lacht) Mein Kleiderschrank ist eher einfarbig: langweiliges blau und silber. Ich wechsle so gut wie nie meinen Stil. Und ich habe keine Decki mehr oder andere zerfledderte Lappen, woran Kinder so hängen (lacht).

War ihre Frau auf den Umhang eifersüchtig?

Sie mochte mein Kostüm. Sie fand sogar meinen Schnurrbart toll! (lacht)

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Text: Oliver Noelle

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