Kristen Stewart und Blake Lively über Woody Allens "Café Society"

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Zum Kinostart von Woody Allens "Café Society" (10. November) trafen wir Blake Lively und Kristen Stewart zum Interview.

Darum geht's in "Café Society"

Bobby (Jesse Eisenberg) verlässt die Bronx, um bei seinem Onkel Phil (Steve Carell) Karriere zu machen. Der Filmagent im Hollywood der 30er Jahre ist aber zu sehr beschäftigt, um sich um seinen Neffen zu kümmern. Das soll seine Sekretärin Vonnie (Kristen Stewart) übernehmen. Hals über Kopf verliebt sich Bobby in sie, erfährt jedoch, dass sie Phils Geliebte ist. Als der sich auch noch von seiner Frau scheiden lassen will, entscheidet sich Vonnie für ihn und gegen Bobby. Enttäuscht kehrt er zurück nach New York. Dort führt er gemeinsam mit seinem Bruder Ben (Corey Stoll) einen erfolgreichen Nachtclub und trifft auf Veronica (Blake Lively), seine neue Liebe. Als Phil und Vonnie in seinem Nachtclub auftauchen, wird aus der Dreiecksgeschichte ein Liebesquartett.

Trailer zu  "Café Society"

Zum Kinostart von Woody Allens 47. Kinowerk "Café Society" trafen wir die weiblichen Hauptdarsteller Kristen Stewart und Blake Lively zum Interview.

Interview mit Blake Lively

Die 1930er gelten als romantisch und nostalgisch. Was gefällt Ihnen an dieser Ära?

Damals gab es mehr Eleganz und Bedachtsamkeit, die Menschen benahmen und kleideten sich anders. In den 30ern machte man sich nicht nur zum Ausgehen schick, sondern auch zum Einkaufen. Obwohl ich bezweifele, dass die Frauen mit Straußenfedern und Diamanten ins Bett gegangen sind (lacht). Jetzt geht man in Jogginghose oder Uggs aus dem Haus. Selbst die Sprache war damals eleganter, nicht so salopp wie heute. Ich selbst tendiere zum Nuscheln, deswegen spiele ich gerne Figuren, die mich zur deutlicheren Aussprache zwingen. Vor allem, wenn der Dialog aus der Feder von Woody Allen stammt! Seine Worte sind wie eine Symphonie voller Rhythmus und Tiefe.

Kannten Sie den Begriff "Café Society"? Und wie war es, nicht nur mit Woody Allen zu arbeiten, sondern mit ihm sein New York zu entdecken?

Vor diesem Film wusste ich nicht sehr viel über die New Yorker Café Society. Jetzt weiß ich, die heutige Szene ist viel skandalöser. Das Tolle am Dreh mit Woody Allen war, dass wir echte Musiker am Set hatten, die Songs aus den 30ern spielten. Jeder Komparse trug Vintage-Kleider von Elsa Schiaparelli. So erschaffte er eine authentische Atmosphäre. Und ich hatte wirklich das Gefühl, im New York der 30er Jahre zu sein.

Wieviel New York steckt in Ihnen?

Ich sehe mich als New Yorkerin, bin aber in Kalifornien geboren und aufgewachsen. Ich liebe New Yorks Kultur und Geschichte und die Menschen, die man im Big Apple trifft. Die gepflasterten Straßen und die Museen, die Musik und die New Yorker Küche. New York ist eine ganz besondere Stadt!

Das findet Woody Allen sicherlich auch ...

Woody behauptet immer wieder, dass er Los Angeles nicht möge. Aber dieser Film ist praktisch eine Liebeserklärung an L.A. Ich habe noch nie ein so wunderschönes, glänzendes und verführerisches Los Angeles gesehen wie in "Café Society" - und ich bin dort aufgewachsen!

Interview mit Kristen Stewart

Was hat Sie an der Zusammenarbeit mit Woody Allen überrascht?

Wie alle meine Lieblingsregisseure hat Woody seinen eigenen unverwechselbaren Stil. Trotzdem gibt er seinen Schauspielern viel kreative Freiheit. Ich dachte, er sei als Regisseur viel strenger, aber er ist total lässig.

Woody Allen ist für seinen Casting-Prozess berühmt berüchtigt. Wie haben Sie die Rolle bekommen?

Ich bekam einen Telefonanruf und musste ein paar Sätze sprechen. Da entschied er, mich für die Rolle der Vonnie zu besetzen - obwohl ich noch nie eine so heitere und lebhafte Figur gespielt habe.

Am Set wurden Sie von vielen Männern umschwärmt: nicht nur dem Regisseur, sondern auch von ihren beiden Co-Stars Jesse Eisenberg und Steve Carell. Wie gefiel Ihnen das?

(lacht) Beide Männer bringen sehr unterschiedliche Seiten in Vonnie zum Vorschein. Ich kann aber gar nicht sagen, welche Seite mir besser gefällt. Ich mag, dass sie nie eine Entscheidung im Leben bereut. Sie lebt ihr Leben, wie es gerade kommt, und genießt jede Erfahrung.

Verstehen Sie, warum sie sich für den einen und nicht den anderen entscheidet?

In den 30ern galt eine Frau als Versagerin, wenn sie nicht bis zu einem gewissen Alter gut verheiratet war. Und der Gedanke, nicht versorgt zu sein, war damals sehr erschreckend. Ich verurteile also ihre Entscheidung nicht.

Das ist das zweite Mal, dass sie mit Jesse Eisenberg zusammen arbeiten ("Adventureland")...

Ich liebe Jesse. Wir sind beide von Natur aus nervös und unsicher. Aber neben ihm fühle ich mich sehr selbstsicher. Er mag mich, selbst wenn ich mich blamiere oder wie der dümmste Mensch der Welt verhalte.

Interviews: Anke Hofmann

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