Eddie Redmayne: "Einige vergleichen Newt mit einem Pokemon-Jäger"

Was wir bereits wissen
Im "Harry Potter"-Spin-off "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" kämpft der Oscarpreisträger Eddie Redmayne im New York der 20er um die Existenz aller Magier. Wir trafen ihn zum Interview.

Mit über 7,7 Milliarden Dollar Einnahmen gehört die "Harry Potter"-Kinoreihe zu den erfolgreichsten aller Zeiten. Kein Wunder, dass die Fans nach dem letzten Film (2011) nicht lang auf weitere zauberhafte Geschichten aus der Feder von J. K. Rowling warten müssen. Jetzt startet mit "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" (17. November) der erste Versuch, die Potter-Welt fürs Kino zu erhalten – und GOLDENE KAMERA spricht exklusiv mit Hauptdarsteller Eddie Redmayne.

Eddie Redmayne im Interview

Sie spielen gern Außenseiter oder Sonderlinge. Was hat Sie an Newt Scamander gereizt?

Was mir an dieser Figur gefällt: Newt fühlt sich pudelwohl in seiner Haut und mag seine Außenseiterrolle. Er liebt seine Kreaturen und lebt für sie – mit Menschen kommt er weniger gut klar. Er ist niemand, den der Zuschauer sofort als Helden wahrnehmen würde. Im Gegenteil, er ist kratzbürstig, frech und ein bisschen schwierig. Für mich als Schauspieler macht das Darstellen einer Figur, die aneckt, viel mehr Spaß.

Sie haben Newt selbst mit Buster Keaton verglichen.

Richtig, denn J. K. Rowling hat ihn in ihrem Buch so beschrieben. Ich habe mir also alle Youtube-Videos von Buster Keaton angeschaut. Nicht, weil ich ihn imitieren wollte, sondern in der Hoffnung, dass unbewusst etwas haften bleibt. (lacht) Ich habe lange gebraucht, bis ich Newts Haltung und Bewegung fand. Da er Kreaturen jagt, habe ich mich mit Fährtenlesern getroffen und deren Bewegungen studiert. Sie treten sehr leise auf, damit sie die Tiere nicht verschrecken.

In "Die Entdeckung der Unendlichkeit" spielten Sie den an ALS erkrankten Physiker Stephen Hawking. In "The Danish Girl" mussten Sie Ihre innere Weiblichkeit entdecken. Waren die "Tierwesen" im Vergleich ein Kinderspiel für Sie?

Die Herausforderung in diesem Film war es, meine Figur inmitten all der Spezialeffekte nicht verloren gehen zu lassen. Und die Beziehung zwischen Newt und seinen Kreaturen überzeugend darzustellen. Ich habe ein sehr schwaches Vorstellungsvermögen. Wenn ich in einer Szene mit einem Tier rede, das nicht existiert, will ich trotzdem genau wissen, wie es aussieht, was seine Besonderheiten sind, wie es sich verhält. Aber natürlich sind die CGI-Kreaturen während des Drehs noch nicht vorhanden, also habe ich mir die Skizzen von Regisseur David Yates angeschaut und lange Diskussionen mit den Animatoren geführt. Und ich habe sogar einen Wildpark besucht und die Betreuer beim Arbeiten mit den wilden Tieren beobachtet. Aber meine beste Quelle für Newt war natürlich J. K. Rowling. Sie kennt meine Figur und die Kreaturen schließlich in- und auswendig.

Haben Sie eine Lieblingskreatur?

Ich habe das Gefühl, dass Newt sie alle lieb hat, aber die kleinen süßen Monster findet er sicherlich ein bisschen langweilig. Es sind die großen furchterregenden Wesen, die sein Herz schneller schlagen lassen. Wenn ich mir wirklich eine Lieblingskreatur aussuchen muss, dann ist das Pickett, einer von Newts Bowtruckles. Das ist ein Stock-ähnliches Insekt, das er sich als Haustier hält, das ihn auf seinen Reisen begleitet und sich hervorragend zum Knacken eines Schlosses eignet.

Was ist Ihre Beziehung zur Magie?

Als Kind war ich von Magie besessen. Jedes Mal, wenn ich meine Oma in Schottland besuchte, bestand ich darauf, dass wir den Magie-Shop in Edinburgh besuchten. Als ich diese Rolle bekam wurde also ein Kindheitstraum wahr! Und meine Oma meinte: "Ich wusste schon immer, dass ein Zauberer in dir steckte!" (lacht)

Gibt es auch Monster in Ihrem Koffer?

Ja! Frank, der Teddy (lacht). Ich habe meiner Frau Hannah zwar versprochen, dieses Geheimnis nie zu verraten, aber ich kann es halt nicht mehr für mich behalten (lacht). Am Anfang unserer Beziehung flogen wir zusammen mit EasyJet in den Urlaub nach Italien. Im Flugmagazin gab es eine Anzeige, dass man 250 Quid (britische Pfund) und Freiflüge gewinnen konnte, wenn man ein Foto von einem Teddy in der Welt machte und einschickte. Seitdem gehört Frank zu unserer Familie. Wir haben ihn vorsichtig auf die Geburt unserer Tochter Iris vorbereitet (lacht). Und Frank saß in Iris Kinderbett, als wir sie vom Krankenhaus nach Hause brachten. Und wenn ich reise, befindet sich Frank wirklich im meinem Koffer! Natürlich ist er inzwischen ein bisschen ramponiert von all seinem Globetrotter-Dasein (lacht).

Freuen Sie sich, dass "Phantastische Tierwesen" wahrscheinlich der erste Film sein wird, in dem Ihre Tochter Sie sehen wird?

Meine Tochter ist erst ein paar Monate alt, es wird also noch dauern. (lacht) Ich werde ihr sicher nicht "Wilde Unschuld" zeigen, in dem ich mit meiner Mutter schlafe! Aber in zehn Jahren kann sie "Phantastische Tierwesen" anschauen – falls dann Filme noch gefragt sind.

Oder Bücher ...

Richtig. Vielleicht jagen wird dann nur noch Pokemons (lacht). Ich verstehe den Hype um dieses Spiel nicht, aber einige vergleichen Newt mit einem Pokemon-Jäger.

Interview: Anke Hofmann

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