Eine echte Tragödie: "Einer von uns"

Julian (Jack Hofer) © Little Dream Entertainment
Marko (Simon Morzé, l.) und Julian (Jack Hofer) © Little Dream Entertainment
Supermarkt-Tristesse © Little Dream Entertainment
Supermarkt-Ordnung © Little Dream Entertainment
Julian (Jack Hofer) © Little Dream Entertainment
Julian (Jack Hofer) © Little Dream Entertainment
Lena (Nadine Sickinger) und Julian (Jack Hofer) © Little Dream Entertainment
Lena (Nadine Sickinger) © Little Dream Entertainment
Marko (Simon Morzé) © Little Dream Entertainment
Michael (Dominic Marcus Singer) © Little Dream Entertainment
Michael (Dominic Marcus Singer) © Little Dream Entertainment
Birgit (Birgit Linauer) © Little Dream Entertainment
Victor (Christopher Schärf) © Little Dream Entertainment
Winkler (Markus Schleinzer) © Little Dream Entertainment
Julian (Jack Hofer) © Little Dream Entertainment
Werner (Andreas Lust) © Little Dream Entertainment
Marko (Simon Morzé, l.) und Victor (Christopher Schärf) © Little Dream Entertainment
Victor (Christopher Schärf) © Little Dream Entertainment
Regisseur Stephan Richter und Julian-Darsteller Jack Hofer © Stephan Richter
Was wir bereits wissen
Basierend auf einer wahren Begebenheit schildert das Langfilmdebüt des Dresdner Regisseurs Stephan Richter wie aus einem pubertären Spaß tödlicher Ernst wird.

Im Jahr 2009 wurde im österreichischen Vorort Krems ein unbewaffneter 14-jähriger Teenager, der aus einer Schnapslaune heraus mit seinen Kumpels in einen Supermarkt eingebrochen war, von einem Polizisten erschossen. In seinem Spielfilmdebüt hat sich Stephan Richter dieser regionalen Vorort-Tragödie angenommen und dafür Anfang des Jahres gegen starke Konkurrenz den Max-Ophüls-Preis gewonnen. Denn "Einer von uns" erzählt die dramatischen Ereignisse nicht einfach nach, sondern formt sie zum universalen Sinnbild einer auseinanderbrechenden Gesellschaft zwischen Konsumversprechen und Perspektivlosigkeit.

Darum geht's in "Einer von uns"

Für Julian (Jack Hofer) und seine Clique ist der Supermarkt das Zentrum ihrer tristen Vorstadtwelt. Eines Tages lernt Julian den etwas älteren Marko (Simon Morzé) kennen, der gerade eine Jugendhaftstrafe abgesessen hat und mit seinem Gangsta-Gebahren beim 14-Jährigen Eindruck macht. Statt mit seiner Freundin Lena (Nadine Sickinger) hängt Julian fortan mit Marko und dessem Kumpel Victor (Christopher Schärf) ab. Bis sie bei einem nächtlichen Besäufnis auf die fatale Idee kommen, dem spießigen Supermarktmanager Winkler (Regisseur Markus Schleinzer) eins auszuwischen...

Trailer zu "Einer von uns" (Kinostart: 24.11.2016)

Immer wieder eingestreute Bilder eines randvollen Müllcontainers rücken "Einer von uns" auf den ersten Blick nicht sonderlich subtil in das Umfeld cineastischer Kapitalismuskritik. Gleichzeitig funktioniert der Film mit seinem sorgfältig gecasteten Ensemble und klug eingesetzter Rap-Musik als stimmiges Portrait einer perspektivlosen Jugend. Dass Richters kühle Inszenierung dabei eine gewisse Distanz zu den Figuren erzeugt, mag als Manko angesehen werden. Andererseits hilft aber gerade dieser stilisierte Regiestil dabei, die Geschichte von der Frage nach individueller Schuld zu befreien und das Ganze in einen größeren Kontext zu stellen.

Teaser zu "Einer von uns" (Kinostart: 24.11.2016)

Je öfter die Kamera von Enzo Brandner die akkurat sortierten Supermarktgänge durchschwebt, desto stärker wirken die Jugendlichen schon auf der Bildebene wie Fremdkörper, die keinen Platz im System haben. So wird der Supermarkt zum Symbol der wohlstandsgesellschaftlichen Sehnsucht nach Ordnung, die nicht nur auf Seiten der Staatsmacht zu Hysterie und paranoiden Überreaktionen führt, sondern derzeit auch große Teile der Bevölkerung für populistisches Gedankengut anfällig macht. Und insofern kommt Richters Film über eine sieben Jahre alte Tragödie genau zur richtigen Zeit.

Wer sollte sich "Einer von uns" anschauen?

Alle, die auch im Kino vor gesellschaftlichen Fehlentwicklungen nicht die Augen schließen wollen.

Warum muss ich "Einer von uns" sehen?

Weil Kapitalismuskritik und Jugendportrait selten so eine stimmige Filmsymbiose eingegangen sind.

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Posterartwork der neuen Sci-Fi-Sensation "Arrival" mit Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Forest Whitaker, Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
Amy Adams und Jeremy Renner © 2016 Sony Pictures Releasing GmbH
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