Kate Mara erklärt "Das Morgan Projekt"

Was wir bereits wissen
Im neuen Science-Fiction-Thriller von Ridley-Scott-Sohn Luke Scott stellt sich der "House of Cards"- und "American Horror Story"-Star Kate Mara den Gefahren künstlicher Intelligenz.

Bei "Das Morgan Projekt", das am 1. Dezember in den deutschen Kinos startet, handelt es sich um das Regiedebüt von Luke Scott, dem Sohn von "Alien"-Visionär Ridley Scott. Im Sci-Fi-Thriller spielt Kate Mara die kühle Risikoanalystin Lee, die im Auftrag ihrer Technikfirma darüber entscheiden soll, ob das künstlich erschaffene Menschenwesen Morgan (Anya Taylor-Joy) am Leben bleiben darf, nachdem es eine Betreuerin angegriffen hat. Während sich Lee im Gespräch mit den Projektleitern Dr. Menser (Rose Leslie) und Dr. Ziegler (Toby Jones) Aufschluss über das Fehlverhalten erhofft, führt Morgans psychoanalytische Konfrontation durch Dr. Shapiro (Paul Giamatti) zur Katastrophe...

Trailer zu "Das Morgan Projekt" (Kinostart: 1.12.2016)

Kate Mara im Interview

Während "Das Morgan Projekt" als Film durchwachsene Kritiken geerntet hat, erweist sich Kate Mara in ihrer Rolle als eiskalter Troubleshooter als absoluter Hingucker. Im Gespräch mit der GOLDENEN KAMERA erklärt die ältere Schwester von "Verblendung"-Punkerin Rooney Mara, warum sie sich als Teil der Scott-Familie sieht, wie belohnend die extreme physische Vorbereitung war und wie es im wahren Leben um ihre Problemlöser-Qualitäten bestellt ist...

Kate Mara über "Das Morgan Projekt"

Was hat Sie an Ihrer Figur Lee Weathers gereizt?

Es ist eine sehr interessante Rolle. Lee ist eine sehr emotional und körperlich steife Figur. Ihre Gefühle und Bewegungen sind sehr kontrolliert. Sie hat hart trainiert für ihren Job als Risiko-Managerin und will die Beste in ihrem Beruf sein. Zum Glück hatte ich genügend Zeit, mich körperlich auf diese Rolle vorzubereiten. Regisseur Luke Scott und ich haben sehr lange darüber diskutiert, worin sie eine Expertin sein sollte. Er wollte, dass mein Look zwei Extreme vereinte: feminin und maskulin. Also habe ich zwei Monate lang geboxt und gleichzeitig auch Ballettunterricht genommen.

"Das Morgan Projekt" spricht das Thema Künstliche Intelligenz an. Was haben Sie darüber gelernt? Sind Sie davon fasziniert oder macht KI Ihnen Angst?

Eher Angst, und dieser Film trägt noch mehr dazu bei (lacht). Aber als Schauspielerin macht es mir Spaß, mal einen zähen Brocken zu spielen statt das super verletzliche Mimöschen.

Warum macht es Ihnen Angst?

Filme, in denen es um KI oder technischen Fortschritten oder Computer geht, sind typischerweise erschreckend. Natürlich respektiere – und nutze – ich, was uns die moderne Technik bietet, aber es gibt einfach Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen oder sollten, wie zum Beispiel das Klonen oder Kreieren von Menschen. Die Menschheit ist zu besessen, alles kontrollieren zu wollen, und "Das Morgan Projekt" zeigt, dass Maschinen uns kontrollieren werden, wenn wir nicht vorsichtig sind (lacht).

Künstliche Intelligenz hat auch eine gute Seite. Sie regt uns zum Reflektieren an: Was macht uns menschlich?

Liebe, Barmherzigkeit und Empathie. Vor allem Mitgefühl kann eine Maschine nicht erlernen.

Letztes Jahr waren Sie in Ridley Scotts "Der Marsianer" zu sehen. Jetzt sind Sie der Star in einem Film, der von seinem Sohn Luke inszeniert wurde. Was mögen Sie an den Scotts?

Beide Scotts sind einfach fantastisch. Das Thema Künstliche Intelligenz und das Science-Fiction-Genre sind bei beiden in guten Händen. Ridley ist für seine fantastischen starken Frauenrollen bekannt und Luke scheint in dieser Hinsicht den Fußstapfen seines Vaters zu folgen. In "Das Morgan-Projekt" sind es die Frauen, die bad-ass und knallhart sind (lacht).

Hat Ridley die Dreharbeiten besucht und seinem Sohn über die Schulter geschaut?

Nein. Ich weiß nicht mehr, wer es gesagt hat – Vater oder Sohn – aber das Motto von beiden ist: Man mischt sich nicht in das Werk des anderen ein. Außerdem war Ridley mit seinen eigenen Projekten mehr als beschäftigt. Er stand in der Postproduktion seinem Sohn mit Rat und Tat zur Seite, aber ansonsten hat er voll darauf vertraut, dass Luke weiß, was er tut.

Interview: Anke Hofmann

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