Wie cool ist "Rogue One: A Star Wars Story" wirklich?

Was wir bereits wissen
Am 15. Dezember ist es soweit: Mit dem "Star Wars"-Ableger "Rogue One" entführt uns Regisseur Gareth Edwards ("Godzilla") zu den Wurzeln der alten "Krieg der Sterne"-Saga. Ob dabei die Macht mit ihm war, verraten wir Euch in unserer Rezension.

Soviel vorab: Die Befürchtungen, die sich unter die Vorfreude auf "Rogue One: A Star Wars Story" gemischt hatten, waren unbegründet. Das erste Jedi-freie Spin-off der "Krieg der Sterne"-Saga wurde vom neuen Mutterkonzern Disney nicht weichgespült, sondern ist so düster und kriegsfilmrealistisch geraten wie angekündigt. Und wer sich als eingefleischter "Star Wars"-Fan schon immer gefragt hat, wie es der Rebellenflotte um Luke Skywalker im Auftaktfilm der Originaltrilogie von 1977 ("Episode IV") gelingen konnte, den übermächtigen Todesstern des Imperiums zu zerstören, bekommt hier das spektakuläre fehlende Puzzleteil präsentiert.

Behind-the-Scenes-Featurette zu "Rogue One: A Star Wars Story"

Darum geht's in "Rogue One: A Star Wars Story"

Zum Auftakt eines informationsüberfrachteten Prologs lernen wir den im selbst gewählten Exil lebenden Ingenieur Galen Erso (Mads Mikkelsen) kennen, der von Direktor Krennic (stark: Ben Mendelsohn) und seinen Death Troopern heim ins imperiale Reich geholt wird. Die Flucht gelingt nur Ersos kleiner Tochter, die von Rebellenlegende Saw Gerrera (Forest Whitaker) gerettet wird. Jahre später ist Jyn Erso (Felicity Jones) zur kampferprobten Einzelgängerin gereift, die mit dem Widerstand nichts am Hut hat. Bis sie von den Rebellen entführt wird, um Kontakt mit dem abgetauchten Gerrera aufzunehmen. In der Gewalt des abtrünnigen Extremisten soll sich der übergelaufene Frachterpilot Bodhi Rook (Riz Ahmed) befinden, der seinerseits im Besitz von Informationen über eine neue imperiale Massenvernichtungswaffe ist. Unterstützt vom blinden Kriegermönch Chirrut (Donnie Yen) und dessen Bodyguard Baze (Wen Jiang) machen Jyn und Rebellenspion Cassian Andor (Diego Luna) Gerrera ausfindig und erhalten tatsächlich Hinweise, wo sich die Pläne mit der Todesstern-Schwachstelle befinden. Um diese in die Hände zu bekommen, brechen Jyn und ihre "Rogue One" getaufte Desperado-Truppe zu einem finalen Selbstmordkommando auf, das – ohne hier vermintes Spoiler-Territorium betreten zu wollen – seinen Namen zurecht trägt.

2. Originaltrailer zu "Rogue One: A Star Wars Story" (Kinostart: 15.12.2016)

Rebellenspione, die auch vor heimtückischen Mord nicht zurückschrecken, und eine Roboter-Antithese zur goldenen Quasselstrippe C-3PO, die sarkastische Sprüche klopft, machen schnell deutlich, dass "Rogue One: A Star Wars Story" erfolgreich atmosphärisches Neuland betritt. Eingebettet in atemberaubende Breitwandbilder, in denen episch mit ganz großem "E" geschrieben wird, gelingt es Regisseur Gareth Edwards immer wieder spielerisch, die schmutzige Realität des intergalaktischen Bürgerkriegszenarios aufblitzen zu lassen. Zu diesem erfrischend lebensnahen Touch tragen auch zahlreiche handgemachte Creature-Effekte bei, die dem Film wie beiläufig glaubhafte Sci-Fi-Authentizität verleihen.

Creature-Featurette zu "Rogue One: A Star Wars Story"

Dass "Rogue One" auch im Bereich digitaler Tricktechnik zu begeistern weiß, wird nicht nur in der finalen Boden- und Weltraumschlacht augenfällig, sondern auch bei einem unerwarteten Wiedersehen mit einem zweiten imperialen Kultschurken, dessen Darsteller nicht mehr unter den Lebenden weilt. Denn der wohlige Gänsehaut erzeugende Auftritt von Darth Vader, der bereits im Vorfeld von Edwards angekündigt worden war, ist nicht das einzige Cameo, das "Star Wars"-Fans in Verzückung versetzen dürfte. Angesichts einer solch verblüffend überzeugenden Pixel-Darbietung braucht "Inferno"-Star Felicity Jones etwas zu lange, bis sie schauspielerisch so warmgelaufen ist, dass ihre Heldinnenentwicklung von der rebellischen Egoistin zur opferbereiten Rebellin auch mimisch plausibel wird.

Und wo wir gerade beim Nörgeln sind: Die Möglichkeit, mit dem ersten Stand-Alone-Film der Saga nicht nur einen neuen Ton anzuschlagen, sondern auch aus der ewig gleichen dramaturgischen und mit bedeutungsschwangeren Heldenparolen gespickten "Star Wars"-Blaupause auszubrechen, verpasst "Rogue One: A Star Wars Story" leider genauso wie das Franchise-Sequel "Episode VII: Das Erwachen der Macht" vor einem Jahr. Aber das ist natürlich Jammern auf höchstem Unterhaltungsniveau – die Richtung der mit "Rogue One" beginnenden "Star Wars Anthology" stimmt.

Wer sollte sich "Rogue One: A Star Wars Story" anschauen?

Alle, die nicht für möglich gehalten haben, dass es in George Lucas' Weltraumoper auch mal düsterer zugehen wird.

Warum muss ich "Rogue One: A Star Wars Story" sehen?

Weil man sich später ärgern wird, diesen epischen Weltraum-Kriegsfilm nicht auf der großen Leinwand gesehen zu haben.

Für Fans von...

...dem "Star Wars"-Sequel „Episode VII: Das Erwachen der Macht" und dem Kriegsfilmklassiker "Das dreckige Dutzend" (1967)

Die GOKA-Wertung

Text: Alexander Attimonelli

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