"Vier gegen die Bank": Das Knaller-Quartett

Was wir bereits wissen
Exklusiv am Set: GOLDENE KAMERA trifft Til Schweiger, Matthias Schweighöfer, Bully Herbig und Jan Josef Liefers beim "Vier gegen die Bank"-Dreh.

"Dein höchster Abschluss ist doch der Führerschein!", beschimpft Matthias Schweighöfer sein Gegenüber Til Schweiger und äfft ihn verächtlich nach. Zoff zwischen den beiden deutschen Stars? Nein, sie arbeiten!

Wir sind am Set der Komödie "Vier gegen die Bank" (Kinostart: 25. Dezember) unter der Mühlendammbrücke in Berlin, und die beiden drehen gerade die erste Szene des Tages. Gemeinsam mit Bully Herbig und Jan Josef Liefers bilden sie ein hochkarätiges Quartett – angeleitet von Wolfgang Petersen. Der Regisseur von "Das Boot" und Hollywoodhits wie "Air Force One" und "Der Sturm" dreht zum ersten Mal seit über 30 Jahren wieder in Deutschland.

Trailer zu "Vier gegen die Bank"

Darum geht's in "Vier gegen die Bank"

Das Remake seines eigenen TV-Films aus dem Jahr 1976 hat mit dem Original allerdings nicht mehr viel zu tun. "Wolfgang meinte vorher: 'Guck dir das Ding nicht an, das hat keinen Zweck!'", sagt Jan Josef Liefers zu GOLDENE KAMERA. Die Story: Der tumbe Ex-Boxer Chris (Til Schweiger, 1998 GOLDENE KAMERA-Preisträger), der exzentrische Werber Max (Matthias Schweighöfer, GOLDENE KAMERA 2003 und 2010) und der abgehalfterte Schauspieler Peter (Jan Josef Liefers, Gewinner der GOLDENEN KAMERA Publikumswahl 2011) werden von ihrem verklemmten Vermögensberater Tobias (Bully Herbig, GOLDENE KAMERA 2005) übers Ohr gehauen. Gemeinsam will man sich jetzt das Geld von der Bank zurückholen. Unter der Brücke suchen die vier sich einen Obdachlosen (Fahri Yardim), den sie dazu benötigen ...

Die fünf Schauspieler haben offensichtlich großen Spaß und lachen sich zwischen den einzelnen Takes scheckig. Immer wieder äfft Matthias Schweighöfer Til Schweiger nach. "Ich mache das jetzt so oft wie möglich, damit Wolfgang es nicht mehr rausschneiden kann", verrät er. Und Til Schweiger bekräftigt, dass die Chemie stimmt: "Diese Szene ist typisch für unsere Arbeit."

Komödie von Wolfgang Petersen

Während in der Pause bei Temperaturen um null Grad heiße Tomatensuppe gereicht wird (Wolfgang Petersen bewertet sie intern mit neun von zehn Punkten, im Gegensatz zur Rotkohlsuppe gestern, die nur fünf bekam), erklärt Bully Herbig die Stimmung: "Wir haben eine geile Energie! Unsere erste gemeinsame Szene spielte in einem Bus. Als wir uns dann zum ersten Mal gemeinsam alle auf dem Monitor gesehen haben: Wow! Abgefahren."

Inzwischen ist Wolfgang Petersen – ganz klassisch mit grauem Regisseursschal um den Hals – bereits nebenan im Gebäude der Alten Münze, wo jetzt die eigentliche Aktion gegen die Bank gedreht wird. "Ditt is ein Banküberfall!", schreit Fahri Yardim und schwenkt seine falsche Pistole, während drei Kameras aufnehmen, wie knapp 40 Statisten in Panik ausbrechen.

"Ich mochte Wolfgang immer, denn er ist durch und durch herzlich – es gibt nicht viele wie ihn in der Branche", sagt Til Schweiger über den 75-Jährigen. Und Matthias Schweighöfer ergänzt: "Er kann eben nicht nur Explosionen und Stürme, er überträgt sein Handwerk auf die Komödie."

Schauspieler mit eigenen Ideen

Bei dem Neun-Millionen-Euro-Projekt können die Hauptdarsteller, die alle selbst Regieerfahrung haben, ihre Ideen einbringen. "Das ist hier kein 'Vier gegen Wolfgang'", so Til Schweiger. "Bei meinen Filmen ist es auch so: Die werden besser als das Drehbuch, weil Schauspieler Ideen einbringen, die nicht darin waren."

Bully Herbig gibt ein Beispiel: "Wolfgang geht mit Wünschen ganz entspannt um. Einmal dachte ich: Ich finde das und das witzig, heute ist ein guter Tag, um ihn zu fragen. Wir haben drei Minuten darüber gesprochen – dann guckte er mich komisch an und sagte: 'Die Antwort ist nein.'" Auch jetzt schaut Wolfgang Petersen eher ungnädig. Schuld sind die Statisten, die ihm zu wenig Dramatik in die Szene bringen.

Derweil erklärt Jan Josef Liefers, was den Film ausmacht: "Komödie funktioniert nur, wenn in ihr auch ein Drama schlummert. Hier legen sich vier Loser mit dem Mächtigsten an, das wir heute kennen: Banken. Die verzocken Milliarden, lassen sich vom Steuerzahler auffangen und machen einfach weiter. Für jeden Diktator ist irgendwann Schluss, nicht für die!"

Schluss ist jetzt auch für die Schauspieler, die übrigens die Szenen des Tages nicht zu sehen bekommen. "Ich schneide immer gleich am Set", so Til Schweiger. "Wolfgang nimmt die Sachen aber schön mit nach Santa Monica und schneidet da." Wie er sind wir gespannt, was dabei herauskommt.

Text: Oliver Noelle

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