"Passengers"-Pärchen Jennifer Lawrence und Chris Pratt im Sci-Fi-Interview

Jim Preston (Chris Pratt) und Aurora Lane (Jennifer Lawrence)
Das "Passengers"-Raumschiff Avalon
Jim Preston (Chris Pratt)
Arthur (Michael Sheen, l.) und Jim Preston (Chris Pratt)
Jim Preston (Chris Pratt) und Aurora Lane (Jennifer Lawrence)
Aurora Lane (Jennifer Lawrence) und Jim Preston (Chris Pratt)
Aurora Lane (Jennifer Lawrence) und Jim Preston (Chris Pratt)
Jim Preston (Chris Pratt) und Aurora Lane (Jennifer Lawrence)
Aurora Lane (Jennifer Lawrence) und Jim Preston (Chris Pratt)
Aurora Lane (Jennifer Lawrence) und Jim Preston (Chris Pratt)
Jim Preston (Chris Pratt) und Aurora Lane (Jennifer Lawrence)
Hauptdarsteller Chris Pratt mit Regisseur Morten Tyldum
Was wir bereits wissen
In "Passengers" müssen Jennifer Lawrence und Chris Pratt eine Robinsonade im Weltraum überstehen. Wir trafen das neue Leinwandtraumpaar Hollywoods zum exklusiven Gespräch.

Die Oscar-gekrönte "Tribute von Panem"-Amazone und der "Guardian of the Galaxy"-Haudegen gehören zur A-Liga Hollywoods. Ab dem 5. Januar bestreiten Jennifer Lawrence und Chris Patt in "Passengers" ihr erstes gemeinsames Leinwandabenteuer. Darin soll das Raumschiff "Avalon" 258 Crew-Mitglieder und 5000 Passagiere im künstlichen Tiefschlaf zu einer Lichtjahre entfernten Kolonie befördern. Geplante Dauer der Reise: 120 Jahre. Als nach einer Kollision mit Gesteinsbrocken die Technik spinnt, sind zwei Passagiere 90 Jahre früher als geplant wach: der Mechaniker James (Pratt) und die Journalistin Aurora (Lawrence). Während beide versuchen, sich mit dem Gedanken an 90 Jahre Zweisamkeit im All anzufreunden, treten neue Probleme auf...

Trailer zu "Passengers" (Kinostart: 5.1.2017)

Wie es war, sich über mehrere Wochen täglich 16 bis 17 Stunden auf der Pelle zu hocken, berichten die beiden Hollywood-Stars im Doppel-Interview mit der GOLDENEN KAMERA – und verraten dabei auch, warum Duftkerzen gegen Einsamkeit helfen und welchen besonderen Stellenwert Sex auf Flugzeugtoiletten hat...

Jennifer Lawrence und Chris Pratt im Interview

Sind Sie Fans des Science-Fiction-Genres?

LAWRENCE: Ich bin schon lange ein Sci-Fi-Fan, weil sich in diesem Genre unsere stetig wachsende Vorstellungskraft wiederspiegelt. Der Traum jeder kreativen Person! Außerdem hat mich das Weltall schon immer fasziniert. Es ist das letzte Mysterium, das die Menschheit erforschen muss. "Passengers“ wiederum klang für mich interessant, weil es eine Art Adam und Eva-Story ist. Der Film handelt von Schuld, Wiedergutmachung und Vergebung. Und davon, wie hart es für Menschen ist, allein zu sein. Wir brauchen Kontakt, um zu überlegen. Der Film erinnert aber auch daran, dass ein Entdecker in uns Menschen steckt. Früher sind wir mit dem Schiff zum Forschen um die Welt gesegelt. Jetzt zieht es uns zu den Sternen.

PRATT: Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir wirklich in einen künstlichen Schlaf versetzt werden können, um zu entfernten Planeten zu reisen. Wir haben schon oft Filme gesehen, in denen zwei Menschen gestrandet waren: auf einer Insel, im Gebirge, nach einem Flugzeugabsturz oder im Gefängnis. "Passengers" greift das alte Thema auf und beamt es einfach ins Universum.

Clip aus "Passengers" (Kinostart: 5.1.2017)

Wie gut können Sie mit Einsamkeit umgehen?

LAWRENCE: Ich bin gern allein, aber natürlich nur, wenn es sich in gewissen Grenzen hält. Es ist wichtig, dass man mit sich selbst im Reinen ist, vor allem in meinem Job. Ich bin viel unterwegs, wache oft an fremden Orten auf. Freunde und Familie können mich nur selten begleiten, und ich bin sehr wenig zu Hause. Deswegen reise ich immer mit Duftkerzen, damit ich wenigstens einen bekannten Geruch im Hotelzimmer habe. Und wenn es möglich ist, bringe ich meinen Hund mit.

PRATT: Obwohl ich sehr gut in der Lage bin, alleine zu sein, ohne mich einsam zu fühlen, war es bisher immer eine mehr oder weniger freiwillige Angelegenheit. Ich bin allerdings noch nie zur längeren Isolation gezwungen worden (lacht). Nicht umsonst gilt Isolationshaft und der Entzug von menschlicher Interaktion als eine Form der Folter! Aber manchmal sehne ich mich nach Abgeschiedenheit, einfach um mal von meinem Job und meinem Leben abzuschalten. Und dann gehe ich alleine Fischen oder wandere durch die Wildnis und genieße die Natur.

Wenn Sie zu zweit im All überleben müssten – würden Sie es aushalten?

PRATT: Jennifer als Passagier wäre o.k., ich könnte mir schlimmere Menschen vorstellen. (lacht) Sie ist einfach toll und hat einen ansteckenden Enthusiasmus. Ich bin gern mit ihr zusammen. Sie ist lustig, clever und stark. Die Dreharbeiten zu diesem Film hätten sonst auch ganz schnell zum Albtraum werden können. Denn zwei Menschen, die mehrere Monate lang täglich 16 bis 17 Stunden lang eng zusammen arbeiten müssen, können sich schnell auf die Nerven gehen. Aber Jen und ich haben es bestens gemeistert!

LAWRENCE: Ich wusste, dass Chris ein sehr lustiger Typ ist, super nett und ein Familienmensch. Ich hatte aber keine Ahnung, dass er auch eine fantastische Führungsperson ist. Zur Halbzeit der wirklich harten Dreharbeiten war die Moral der Crew im Keller, niemand ging mehr gern zur Arbeit. Bis Chris mitten in der Nacht eine Rede hielt und sich beim Team für den fantastischen Einsatz und die Hingabe bedankte. Das drehte die Stimmung total um – und mich hat es sehr beeindruckt. Ich zähle ihn jetzt zu meinen besten Freunden. Und er ist so witzig, dass mir noch heute meine Bauchmuskeln wehtun. (lacht)

PRATT: Regisseur Morten Tyldum ist ein Perfektionist, der jeden bis ans Limit gepusht hat. Ich wollte dabei einfach für gute Stimmung sorgen, weil mir dieser Film wirklich am Herzen liegt.

Was war die aufregendste Reise, die Sie selbst je gemacht haben?

LAWRENCE: Für meinen nächsten Film mit Steven Spielberg bin ich mit der Kriegsfotografin Lynsey Addario durch Uganda gereist. Ich weiß nicht, woher sie die Kraft nimmt, täglich diese Ereignisse zu fotografieren und sie mit der Welt zu teilen. Aber es war interessant, dass ich selbst dort, an der Grenze zum Südsudan, erkannt wurde. Ein UNICEF-Mitarbeiter rannte begeistert auf mich zu und rief: "Jennifer! Jennifer Lopez!"

PRATT: Vor ungefähr 15 Jahren bin ich Mitglied im Mile High Club geworden, indem ich während eines Flugs nach Amsterdam Sex hatte. (lacht) Das war einer der coolsten Momente, die ich je auf Reisen erlebt habe. Jetzt kontrollieren sie ja die Toiletten, aber damals war es noch möglich.

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