Emma Stone: "Ich konnte mich mit meiner Figur in 'La La Land' völlig identifizieren"

Zum Kinostart von "La La Land" trafen wir Hauptdarstellerin Emma Stone und Regisseur Damien Chazelle zum Interview. Sie erzählen von der Erfüllung ihrer Träume und der Liebe zu Musicals.

"La La Land" ist eine hinreißend inszenierte Ode an Tanzfilme der 30er- und 40er-Jahre und zweifelsohne das Herzerfrischendste, was die Filmstarts der Woche zu bieten haben.

Trailer zu "La La Land" (Kinostart: 12.1.2017)

Schlichtweg bezaubernd sind Emma Stone und Ryan Gosling, die in der prachtvollen Lovestory um eine Nachwuchsschauspielerin und einen ambitionierten Jazzpianisten beweisen, dass sie seit "Crazy, Stupid, Love" nicht umsonst als ultimatives Leinwand-Traumpaar gefeiert werden, und mit hübsch altmodischem Fred-Astaire/Ginger-Rogers-Charme durch L.A. schweben. Kurz: Kinomagie vom Feinsten von Regie-Nachwuchsstar Damien Chazelle ("Whiplash").

Interview mit Regisseur Damien Chazelle

Zum Kinostart von "La La Land" (12. Januar) trafen wir Damien Chazelle zum Video-Talk. Ob es Emma Stone schaffte, ihm das Tanzen beizubringen?

"La La Land"-Regisseur Damien Chazelle im Video-Talk

Interview mit Emma Stone

Zudem trafen wir Hauptdarstellerin Emma Stone zum Interview. Sie erzählt von der Erfüllung ihrer Träume, der großen Liebe und die harten Anfänge als Schauspielerin.

"La La Land": Emma Stone im Video-Talk

Beim Wort Musical kratzt sich der Zuschauer entweder den Kopf, oder er singt und tanzt mit. Zu welcher Kategorie gehören sie?

Ich liebe Musicals! Als ich noch sehr sehr jung war, hat meine Mutter mir "Les Misérables" vorgespielt und alle Lieder genau erklärt. Ich verstehe also schon sehr lange, wie man Gefühle singend ausdrücken kann. Und als ich acht Jahre alt war, durfte ich zum ersten Mal "Les Misérables" auf der Bühne sehen. Seitdem fasziniert mich diese Kunstform. Aber als Zuschauer gefesselt im Theatersitz zuzuschauen oder als Schauspielerin vor der Kamera in Gesang auszubrechen, ist natürlich zweierlei. Zum Glück stand ich kurz vor den Dreharbeiten von "La La Land" auf der Bühne und habe in einem Musical mitgespielt ("Cabaret" im Studio 54 in New York). Das hat mir geholfen die richtige Balance zwischen Gesang und Gesprochenem zu finden.

Haben Sie die Lieder in einer Aufnahme gesungen, oder in Stücken aufgeteilt?

Wir haben alle Lieder in "La La Land" live und von Anfang bis Ende gesungen. Außer die Szene, die im Griffith Park gedreht wurde. Da haben wir lippensynchron gesungen, weil es eine große Tanznummer war und wir keine Mikrofone tragen konnten.

Hat es Ihnen geholfen, dass Ryan Gosling und Sie schon einmal in "Crazy, Stupid, Love" zusammen gearbeitet haben?

Es hilft immer, wenn man einen Kollegen schon kennt und mag. Aber vor der Kamera zu singen war für uns beide Neuland. Wir waren also beide Schüler in diesem Film und haben zusammen geprobt und gelernt.

Welche Szene war die härteste?

Die Szene im Griffith Park. Sie dauert insgesamt sechs Minuten: Vom bergauf Laufen bis zum Ende der Tanznummer. Wenn jemand einen Fehler machte, mussten wir wieder ganz von vorne anfangen. Uns standen insgesamt acht Aufnahmen und zwei Tage dafür zur Verfügung, um das hinzukriegen. Wir haben also vorher die Szene monatelang während den Wochenenden im Griffith Park geprobt. Der Druck war enorm, aber umso glücklicher und stolzer waren wir, als die Szene im Kasten war.

In "La La Land" dreht es sich nicht nur um Musik, sondern auch um Träume, Ehrgeiz und den Preis, den wir dafür zahlen. Kann man beides haben: Liebe und Karriere?

Ich denke, das kommt auf die individuelle Person und Situation an. Sich einen beruflichen Traum zu erfüllen ist wichtig, aber man kann sich auch darauf zu sehr fokussieren, so dass der Partner dann zur Nebensache wird. Es ist nicht einfach die richtige Balance zu finden, zwischen dem was man liebt und wen man liebt. Aber es ist nicht unmöglich beides zu haben: die große Liebe und das Erfüllen von Träumen.

Dieser Film ist eine Lovestory für Los Angeles. Können Sie sich noch an Ihren ersten Tag in dieser Stadt erinnern?

Ich war 15 Jahre alt, als ich zusammen mit meiner Mutter für mein erstes Vorsprechen von Arizona nach Los Angeles zog. Weil ich viel zu übertrieben vorsprach, fragte mich der Besetzungschef "Warum schreist du so laut?" (lacht). Ich hatte vorher nur in Theaterstücken mitgespielt, aber das Vorsprechen war für eine TV-Komödie. Ich musste also erst lernen, wie man vor einer Kamera schauspielert, im Gegensatz zur Bühne. Ich habe monatelang für Schauspieljobs vorgesprochen, aber nie eine Rolle bekommen. Und irgendwann wurde ich nicht mal mehr zum Vorsprechen eingeladen. Das war eine harte Zeit, und ich habe in einer Hundebäckerei im Farmers Market gearbeitet, um etwas Geld zu verdienen. Aber im Nachhinein bin ich über all diese brutalen Absagen, in denen die Besetzungschefs einen schon abschreiben, bevor man selbst den Mund aufgemacht hat, froh. Denn dadurch konnte ich mich mit meiner Figur in "La La Land" völlig identifizieren.

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