Emma Watson: "Ich fühle mich manchmal wie ein Biest"

Die Schöne (Emma Watson) und das Biest (Dan Stevens) © Walt Disney Pictures
Maurice (Kevin Kline) und Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
LeFou (Josh Gad, l.) und Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) und Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Die lebendigen Gegenstände im Schloss des Biestes © Walt Disney Pictures
Das Biest (Dan Stevens) und Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Das Biest (Dan Stevens) und Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Gaston (Luke Evans, l.) und LeFou (Josh Gad) © Walt Disney Pictures
Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Das Biest (Dan Stevens) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
"Die Schöne und das Biest" ist zurück! Zum Kinostart des Live-Action-Reboots sprachen wir mit Hauptdarstellerin Emma Watson über die Blockbuster-Renaissance eines vergötterten Disney-Klassikers.

Mit märchenhaften Stoffen kennt sie sich aus: Von 2001 bis 2011 spielte sich Emma Watson als "Harry Potter"-Zauberfreundin Hermine in die Herzen der Fans. Jetzt schlüpft die 26-Jährige in der Märchenverfilmung "Die Schöne und das Biest", die am 16. März in die deutschen Kinos kommt, erneut in eine magische Rolle.

Im von Bill Condon ("Breaking Dawn - Bis(s) zum Ende der Nacht") inszenierten Live-Action-Reboot des Disney-Klassikers von 1991 spielt Watson die schöne Belle, die mit ihrem exzentrischen Vater Maurice (Kevin Kline) in einem kleinen Dorf lebt. Da sie von großen Reisen um die Welt träumt, weist sie die Avancen des verliebten Gaston (Luke Evans) zurück. Auf der Suche nach ihrem verschwundenen Vater entdeckt Belle eines Tages ein abgelegenes Waldschloss mit lebendigen Gegenständen und einem monströsen Biest (ein via Motion-Capture-Verfahren transformierter Dan Stevens). Was Belle nicht weiß: Beim Biest handelt es sich um einen verwunschenen Prinzen, der die Liebe einer Frau gewinnen muss...

Finaler Trailer zu "Die Schöne und das Biest" (Kinostart: 16.3.2017)

Dass der erste Trailer für das Disney-Reboot innerhalb von 24 Stunden 92 Millionen Mal abgerufen wurde und damit einen neuen Weltrekord aufgestellt hat, zeigt bereits, von welcher Erwartungshaltung "Die Schöne und das Biest" 2017 begleitet wird. Wir trafen die Frau, die dieser enormen Verantwortung gerecht werden soll, zum Gespräch und erlebten eine selbstbewusste Schauspielerin, für die ihre Rolle mehr ist als die Neuauflage eines Klassikers...

Emma Watson im Interview

Belle oder Biest – mit wem können Sie sich mehr identifizieren?

Belle und das Biest repräsentieren zwei unterschiedliche, aber zusammengehörende Teile der menschlichen Psyche. Im Leben, aber besonders im Märchen, verkörpern Belle und Biest unsere männlichen und weiblichen Energien, die ausbalanciert werden müssen. Beide stecken in mir. Ich fühle mich manchmal isoliert, einsam und missverstanden wie das Biest. Und ich kann ebenso aufsässig, frech und neugierig sein wie Belle.

Erinnern Sie sich noch, wann Sie den Animationsfilm zum ersten Mal sahen?

Ich war ein Jahr alt, als "Die Schöne und das Biest" 1991 ins Kino kam, ich kann mich also nicht mehr erinnern, wann genau ich den Film gesehen habe. Aber wie für viele Mädchen in meinem Alter verkörpert dieser Film meine Kindheit.

Was mochten Sie besonders am Original?

Ich liebte den Humor und die Musik. Ich konnte alle Lieder auswendig. Und jedes Mal, wenn ich die Melodien hörte, bekam ich eine Gänsehaut. "Die Schöne und das Biest" ist einfach eine wunderschöne Liebesgeschichte. Außerdem ist Belle eine außergewöhnliche und mutige Heldin, deren Ziel im Leben es nicht ist, den hübschesten Mann im Dorf zu heiraten. Sie will Bücher lesen und Abenteuer erleben und sie selbst sein. Sie war mein Vorgeschmack auf den Feminismus. Es ist super cool, sie jetzt zu spielen.

Trailer zu "Die Schöne und das Biest" (1991)

Hatten Sie Bedenken, den Zeichentrick-Schatz Ihrer Kindheit real zu verfilmen?

Total. Auch Hermine aus "Harry Potter" ist eine literarische Figur, aber Belle war schon auf der Leinwand. Die Menschen haben bereits ein Bild von ihr.

Wie haben Sie sich auf das Singen vorbereitet?

Ich wollte schon immer mal in einem Musical mitspielen. Selbst in den "Harry Potter"-Filmen hätte ich gerne gesungen und getanzt. Als Kind habe ich in Schulaufführungen gesungen, aber natürlich nie professionell. Mit "Die Schöne und das Biest" erfülle ich mir also einen Traum. Ich habe mich drei Monate lang mit Gesangstunden auf diese Rolle vorbereitet, bis ich genügend Mut hatte, vor der Kamera und der gesamten Crew zu singen.

Emma Watson singt: Originalclip aus "Die Schöne und das Biest"

Sind Sie überrascht, dass Sie sich das zugetraut haben?

Meine Schwägerin hat mir ein YouTube-Video vom Musical-Song "I Have Confidence in Me" gemailt, den Julie Andrews in "Meine Lieder, meine Träume" gesungen hat. Und wenn ich Tage hatte, an denen ich besonders an mir zweifelte, baute mich dieses Lied wieder auf. Es wurde zu meinem Mantra während der gesamten Dreharbeiten für "Die Schöne und das Biest". Man muss einfach an sich selbst glauben, und dann geht die Angst wieder weg. Dieser Film hat mich nicht nur zu einer bessern Sängerin gemacht, sondern hat mir auch Selbstsicherheit gegeben, die mir für den Rest meiner Karriere helfen wird.

Singen Sie auch jetzt noch täglich, zum Beispiel im Auto?

Leider nein, aber das sollte ich eigentlich tun (lacht).

Abgesehen vom Singen – welche Herausforderung mussten Sie in diesem Film sonst noch meistern?

Das Tanzen. Und nicht nur irgendeinen Tanz, sondern einen Walzer mit Dan Stevens als Biest – er auf Stelzen und ich in Stöckelschuhen. Es ist ein Wunder, dass wir uns nicht gegenseitig umgebracht haben! (lacht) Aber das Resultat ist romantischer als der Walzer in der Animation. Das behaupte ich jetzt einfach! Denn die Darsteller, die Belle und dem Biest ihre Stimmen gaben, haben nie wirklich getanzt. Ab jetzt bestehe ich darauf, erst mal mit jedem Filmpartner zu tanzen. Denn wenn man zwei Monate lang zwei bis drei Stunden täglich mit jemanden tanzt und schwitzt und auf die Zehen tritt, dann lernt man sich erst richtig kennen.

Sie tragen auch das berühmte gelbe Ballkleid. Haben Sie sich als Kind als Belle verkleidet?

Ich hatte nicht das Belle-Kleid. Ich stand mehr auf Pocahontas als Kind. (lacht) Aber ich hatte ein Kleid mit einer blauen Schürze. Das fand ich immer sehr romantisch und bäuerlich. Ich hätte auch jetzt nichts dagegen, mit Körbchen voller Brot und Käse durch die Provence zu schlendern. (lacht)

Der Film ist eine Metapher dafür, dass wahre Schönheit von innen kommt. In unserer heutigen Gesellschaft ist Schein aber wichtiger als Sein, oder?

Es gibt zum Glück auch gegenläufige Tendenzen. Alicia Keys hat zum Beispiel angekündigt, dass sie kein Make-up mehr tragen wird. Die Menschen verlangen nach mehr Echtheit, Originalität und Unvollkommenheit – was immer uns einzigartig macht. Als wir den Look von Belle kreierten, habe ich gebettelt, dass sie meine Sommersprossen haben darf. (lacht)

Was macht einen Menschen schön?

Eigenschaften wie Barmherzigkeit und Empathie, Offenheit und Vorurteilslosigkeit, Neugier und Wissensdurst.

Wie gut sind Sie darin, den inneren Prinzen oder die innere Prinzessin im Gegenüber zu sehen?

Ich sehe immer nur das Gute in einem Menschen, fast zu meinem Nachteil. Aber das ist besser als anders herum, oder? (lacht)

Interview: Anke Hofmann

In der Tat Oscar-würdig: "Moonlight"

Chiron (Alex R. Hibbert) und Juan (Mahershala Ali, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) und Kevin (Jaden Piner, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) und Kevin (Jaden Piner, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) und Juan (Mahershala Ali, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Teresa (Janelle Monáe) und Chiron (Alex R. Hibbert) © DCM Film Distribution GmbH
Juan (Mahershala Ali) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) und Juan (Mahershala Ali, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Juan (Mahershala Ali, l.) und Chiron (Alex R. Hibbert) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) und Juan (Mahershala Ali, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Alex R. Hibbert) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Ashton Sanders, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Ashton Sanders) © DCM Film Distribution GmbH
Paula (Naomie Harris) und Chiron (Ashton Sanders) © DCM Film Distribution GmbH
Kevin (Jharrel Jerome) und Chiron (Ashton Sanders, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Ashton Sanders) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Trevante Rhodes) © DCM Film Distribution GmbH
Kevin (André Holland) © DCM Film Distribution GmbH
Kevin (André Holland) und Chiron (Trevante Rhodes, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Trevante Rhodes) und Kevin (André Holland, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Kevin (André Holland) und Chiron (Trevante Rhodes, r.) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Trevante Rhodes) © DCM Film Distribution GmbH
Chiron (Trevante Rhodes) © DCM Film Distribution GmbH
Der finale Gewinner der diesjährigen Academy Awards erzählt das bewegende Portrait einer homosexuellen Ghetto-Jugend.
Mehr lesen