Grüße aus dem Jenseits: Wenn tote Schauspieler ins Kino zurückkehren

Obwohl Bill Paxton am 25. Februar an OP-Komplikationen starb, ist er 2017 noch zweimal im Kino zu sehen: im Thriller-Drama "Mean Dreams" als diabolischer Vater (Start: 16. März) und in der Bestsellerverfilmung "The Circle" (Start: 25. Mai) © Meteor Film
Zum Zeitpunkt ihres überraschenden Todes am 27. Dezember 2016 hatte Carrie Fisher alias Prinzessin Leia ihre Szenen für die achte "Star Wars"-Episode "Die letzten Jedi" (Start: 14. Dezember) bereits abgedreht. © Chris Jackson/Getty Images
Zu den größten Überraschungen des letzten Kinojahres dürfte gezählt haben, dass es im "Star Wars"-Prequel "Rogue One" nicht nur ein Schurken-Wiedersehen mit Darth Vader, sondern auch mit Peter Cushing gab. Die am 11. August 1994 an Krebs gestorbene Schauspielikone hatte 1977 im "Krieg der Sterne"-Auftakt den imperialen Todesstern-Kommandanten Tarkin gespielt, der fast 40 Jahre später dank modernster Animationstechnik ein nahezu photorealistisches Comeback geben konnte. © Evening Standard/Getty Images
Mitten in der PR-Phase für "Star Trek: Beyond" fiel Chekov-Darsteller Anton Yelchin am 19. Juni 2016 einem bizarren Unfall zum Opfer. Ein allerletztes Wiedersehen wird es in dem Familiendrama "Wir gehören nicht hierher" (DVD-Premiere: 20. April) geben. © Larry Busacca/Getty Images
Mit großem tricktechnischem Aufwand wurde dafür gesorgt, dass "Fast & Furious"-Star Paul Walker, der während der Dreharbeiten am 30. November 2013 bei einem Autounfall ums Leben kam, auch 2015 im siebten Teil des Milliarden-Dollar-Franchises die Hauptrolle spielte. © Ernesto Ruscio/Getty Images
Der gefeierten Sundance-Premiere der Thriller-Verfilmung "A Most Wanted Man" wohnte Philip Seymour Hoffman noch bei, den regulären Kinostart erlebte der am 2. Februar 2014 an einem Drogencocktail gestorbene Oscar-Preisträger nicht mehr. Ein letztes Wiedersehen gab es Ende 2014 und 2015 im Doppelfinale der "Tribute von Panem"-Saga. © Michael Loccisano/Getty Images for Sundance Film Festival
Die Ehrung bei den Emmys 2013 durch seine einstige "Sopranos"-Ehefrau Edie Falco war nicht das letzte „Lebenszeichen“ von James Gandolfini, der am 19. Juni des gleichen Jahres an einem Herzinfarkt gestorben war. Seine zuvor abgedrehte letzte große Rolle in der Romanze "Genug gesagt" brachte dem Schauspieler posthum noch diverse Filmpreise und Nominierungen ein. Ein finales Gandolfini-Wiedersehen gab es ebenfalls 2014 im Crime-Drama "The Drop – Bargeld". © Kevin Winter/Getty Images
Heath Ledgers durch eine Schlaftabletten-Überdosis herbeigeführte Tod am 22. Januar 2008 war mit dafür verantwortlich, dass "The Dark Knight" bereits vor Filmstart in aller Munde war. Danach sorgte die herausragende Qualität seiner Darstellung der Batman-Nemesis namens Joker dafür, dass Ledger posthum nicht nur den Screen Actors Guild Award (Foto), sondern u. a. auch den Golden Globe und den Oscar als "Bester Nebendarsteller" verliehen bekam. Eine letzte Schauspielkostprobe gab es 2009 in Terry Gilliams "Das Kabinett des Doktor Parnassus" zu bewundern. © Kevin Winter/Getty Images
Da Marlon Brando 1978 im ersten "Superman"-Film den biologischen Vater des Mannes aus Stahl gespielt hatte, sollte der zweifache Oscar-Gewinner diese ikonische Rolle auch 2006 im Reboot "Superman Returns" übernehmen. Das Problem: Brando war bereits am 1. Juli 2004 im Alter von 80 Jahren gestorben. Die Lösung: Mit Hilfe von ungenutztem Archivmaterial für "Superman II" wurde eine Brando-Maske programmiert, der man mithilfe der "Performance Capture"-Technik jedes Wort in den digitalen Mund legen konnte. © Amanda Edwards/Getty Images
Obwohl bereits am 11. Juli 1989 im Alter von 82 Jahren verstorben, war Sir Laurence Olivier noch einmal 2004 in "Sky Captain and the World of Tomorrow" in der Rolle des Dr. Totenkopf zu bewundern. Regisseur Kerry Conran hatte für sein komplett am Rechner entstandenes Retro-Sci-Fi-Spektakel historische BBC-Aufnahmen von Olivier digitalisiert und in Hologramm-Form in die Filmhandlung eingefügt. © Fox Photos/Hulton Archive/Getty Images
Kaum hatte die damalige R’n’B-Prinzessin Aaliyah die Anne-Rice-Verfilmung "Königin der Verdammten" abgedreht, fiel die 22-Jährige am 25. August 2001 einem Flugzeugabsturz zum Opfer. Dafür stürmte sie posthum mit ihrer ersten Hauptrolle und ihrem dritten Studioalbum "Aaliyah" die Kino- und Popmusikcharts. © Hulton Archive/Getty Images
Der britische Schauspieler Oliver Reed starb am 2. Mai 1999 bei den Dreharbeiten zu Ridley Scotts Oscar-Erfolg "Gladiator" an einem Herzanfall. Da eine wichtige Filmszene mit dem trinkfesten Charakterdarsteller noch nicht gedreht worden war, erweckten ihn die Tricktechniker in der Postproduktion noch einmal digital zum Leben. © Central Press/Getty Images
Mit der Comicverfilmung "The Crow: Die Krähe" sollte Brandon Lee endgültig aus dem Schatten seines Legenden-Vaters treten. Leider wurde er am 31. März 1993 im Zuge der Dreharbeiten durch die versehentliche Verwendung echter Patronen erschossen. Auf Wunsch der Familie wurde Film aber mit dem Einsatz von Doubles und Computeranimationen fertiggestellt. © Miramax
1982 brachte Regisseur Blake Edwards mit "Der rosarote Panther wird gejagt" eine sechste Inspector-Clouseau-Posse ins Kino, obwohl sein Hauptdarsteller Peter Sellers bereits am 24. Juli 1980 an einem Herzinfarkt gestorben war. Zum Ärger der Fans, denn dafür schusterte der gewiefte Regisseur aus alten und nicht verwendeten Sellers-Szenen einen auch zusammengeschustert wirkenden Film zusammen. © R. McPhedran/Express/Hulton Archive/Getty Images
Drei Wochen bevor sein Hollywood-Debüt "Der Mann mit der Todeskralle" in die Kinos kam, starb Bruce Lee am 20. Juli 1973 an einem Hirnschlag. Da die Kung-Fu-Ikone zu diesem Zeitpunkt bereits drei Kampfszenen für seinen nächsten Film "Game of Death" gedreht hatte, fabrizierte Regisseur Robert Clouse mit einer Handvoll wenig überzeugender Doubles und Originalaufnahmen von Lees Beerdigung einen kruden Martial-Arts-Reißer zusammen, der 1978 unter dem makabren Titel "Bruce Lee – Mein letzter Kampf" auch in Deutschland ins Kino kam. © Universum Film GmbH
Am Ende seiner Karriere arbeitete Horror-Ikone Bela Lugosi mit dem damaligen Trash-Wunderkind Ed Wood zusammen, bis der 73-Jährige am 16. August 1956 einem Herzinfarkt erlag. Einige Probeaufnahmen für ihren dritten gemeinsamen Film nutzte Wood drei Jahre später als Basis für "Plan 9 aus dem Weltall", in dem er Lugosi (Foto rechts neben seinen Co-Stars Vampira und Tor Johnson) durch den Chiropraktiker seiner Frau doublen ließ – gut dadurch zu erkennen, dass dieser aufgrund fehlender Ähnlichkeit in allen zusätzlichen Szenen Lugosis Dracula-Cape vors Gesicht hält! © Winkler Film
Als James Dean am 30. September 1955 tödlich mit seinem Porsche verunglückte, hatte er seinen letzten Film "Giganten" mit Elizabeth Taylor und Rock Hudson fast abgedreht. Nur ein paar Szenen mussten noch vom Schauspieler Nick Adams nachsynchronisiert werden, bevor die mit 26 Jahren viel zu früh verstorbene Hollywood-Legende 1957 für den Oscar als "Bester Schauspieler" nominiert werden konnte – eine posthume Ehrung, die Dean bereits 1956 für "Jenseits von Eden" zuteil worden war. © Hulton Archive/Getty Images
Zum Kinostart von Bill Paxtons letztem Film "Mean Dreams" zeigen wir, welche Kinostars nach ihrem Ableben noch einmal für filmische Furore gesorgt haben und mit welchen perfiden Tricks die Traumfabrik dabei manchmal arbeitet.

Manchmal kommen sie wieder: Als der aus "Titanic" oder "Edge of Tomorrow" bekannte Schauspieler Bill Paxton am 25. Februar an den Folgen von OP-Komplikationen verstarb, war sein neuer Film "Mean Dreams" bereits auf diversen Festivals gelaufen. Im am 16. März regulär im Kino startenden Thriller-Drama glänzt der 61-Jährige ein letztes Mal in der diabolischen Rolle eines korrupten Cops und gewalttätigen Übervaters, der in der amerikanischen Provinz das junge Liebesglück zwischen seiner Tochter (Sophie Nélisse) und dem Nachbarsjungen (Josh Wiggins) im Keim ersticken will...

Trailer zu "Mean Dreams" (Kinostart: 16.3.2017)

Das posthume Wiedersehen mit Bill Paxton, der am 25. Mai ein allerletztes Mal in der Romanverfilmung "The Circle" in Leinwanderscheinung treten wird, gehört zu den tragischen Konstanten der Traumfabrik. Denn die Filmgeschichte steckt voller Produktionen, die erst ins Kino kamen, nachdem ihre Hauptdarsteller das Zeitliche gesegnet haben.

Tote Stars in posthumen Filmpremieren

Die Liste reicht dabei von Hollywood-Legenden (James Dean in "Giganten", 1956) über vielversprechende Quereinsteigerinnen (Aaliyah in "Königin der Verdammten", 2002) und gefeierte Oscar-Gewinner (Philip Seymour Hoffman in "A Most Wanted Man", 2014) bis hin zu jungen Popkultur-Ikonen (Anton Yelchin in "Star Trek: Beyond", 2016). Besondere und verdiente Aufmerksamkeit wurde 2008 Heath Ledger zuteil, der für seine herausragende Darstellung der Batman-Nemesis namens Joker in "The Dark Knight" posthum mit dem Golden Globe und dem Oscar als „Bester Nebendarsteller“ ausgezeichnet wurde...

Originalclip aus "The Dark Knight" (2008) mit Heath Ledger als Joker

Ein Jahr später gab es ein finales Wiedersehen mit Heath Ledger im Fantasy-Spektakel "Das Kabinett des Doktor Parnassus", das der Oscar-Gewinner in spe zum viel zu frühen seines durch Medikamentenmissbrauch selbst verursachten Todes gerade drehte. Nach einem zweimonatigen Drehstopp schrieb Regisseur Terry Gilliam das Drehbuch kurzerhand um und ließ seine Titelfigur in verschiedene Dimensionen reisen, in denen Ledgers Figur von Johnny Depp, Jude Law und Colin Farrell verkörpert wurde.

Einen pietätloseren Weg schlugen 2015 die Produzenten von "Fast & Furious 7" ein, als Co-Hauptdarsteller Paul Walker während der Dreharbeiten bei einem Autounfall ums Leben kam. Die noch nicht gedrehten Szenen wurden von Walkers jüngeren Brüdern Cody und Caleb übernommen und später an den Computern von Peter Jacksons Effektstudio Weta Digital durchaus überzeugend auf Paul getrimmt, um den Fans des Milliarden-Dollar-Franchises noch einmal das Original-Ensemble präsentieren zu können.

Tote Stars aus der Filmkonserve

Den "Fast & Furious"-Machern monetäre Beweggründe zu unterstellen, mag nicht der ganzen Wahrheit entsprechen. Marketingstrategisches Kalkül ist bei posthumen Schauspieler-Comebacks aber durchaus Hollywood-Usus. Neben dem Recycling von alten und nicht verwendeten Inspector-Clouseau-Aufnahmen des zwei Jahre zuvor gestorbenen Kultkomikers Peter Sellers in "Der rosarote Panther wird gejagt" (1982) gilt der letzte Film von Bruce Lee als berüchtigtes Beispiel. Nachdem die Martial-Arts-Ikone 1973 bei den Dreharbeiten zu "Game of Death" an einem Hirnschlag verstarb, drehte Regisseur Rober Clouse den Film einfach mit einer Handvoll wenig überzeugender Lee-Doubles zu Ende und brachte das krude Machwerk 1978 unter dem makaber anmutenden Titel "Bruce Lee – Mein letzter Kampf" auch in Deutschland ins Kino...

Mini-Feature über "Bruce Lee - Mein letzter Kampf" (1978)

Noch bizarrer ging es 1959 in "Plan 9 aus dem Weltall" zu. Nachdem Horror-Ikone Bela Lugosi 1956 an einem Herzinfarkt gestorben war, ergänzte Trash-Papst Ed Wood Probeaufnahmen für ihren dritten gemeinsamen Film mit Szenen, in denen der Chiropraktiker seiner Frau Lugosi doubelte und aufgrund fehlender Ähnlichkeit permanent Lugosis Dracula-Cape vors Gesicht hielt!

Tote Stars als digitale Hommage

Tricktechnisch weitaus versierter gingen Ende letzten Jahres die Macher des "Star Wars"-Prequels "Rogue One" zu Werke. Obwohl Peter Cushing, der 1977 im "Krieg der Sterne"-Auftakt den Todesstern-Kommandanten Tarkin gespielt hatte, bereits 1994 gestorben war, konnte Cushings Kultschurke fast 40 Jahre später dank modernster Animationstechnik und ausgeklügeltem Performance-Capture-Verfahren ein nahezu photorealistisches Comeback feiern...

Mini-Feature über die CGI-Tricks in "Rogue One: A Star Wars Story" (2016)

Nach den bereits überzeugenden Digital-Reanimationen von Sir Laurence Olivier in "Sky Captain and the World of Tomorrow" (2004) und Marlon Brando in "Superman Returns" (2006) hat "Rogue One", in der auch eine CGI-Version der jungen Prinzessin Leia zu bewundern war, neue Tricktechnikmaßstäbe gesetzt. Und uns die nachdenklich stimmende Gewissheit beschert, dass Hollywood theoretisch auf lebende Schauspieler verzichten könnte. Carrie Fisher, die Ende Dezember letzten Jahres überraschend verstorbenen ist und zu diesem Zeitpunkt bereits die achte "Star Wars"-Episode "Die letzten Jedi" bereits abgedreht hatte, werden wir beim Kinostart am 14. Dezember wohl nicht zum letzten Mal in ihrer Paraderolle sehen.

Text: Alexander Attimonelli

Emma Watson: "Ich fühle mich manchmal wie ein Biest"

Die Schöne (Emma Watson) und das Biest (Dan Stevens) © Walt Disney Pictures
Maurice (Kevin Kline) und Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
LeFou (Josh Gad, l.) und Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) und Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Die lebendigen Gegenstände im Schloss des Biestes © Walt Disney Pictures
Das Biest (Dan Stevens) und Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Das Biest (Dan Stevens) und Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Gaston (Luke Evans, l.) und LeFou (Josh Gad) © Walt Disney Pictures
Gaston (Luke Evans) © Walt Disney Pictures
Das Biest (Dan Stevens) © Walt Disney Pictures
Belle (Emma Watson) © Walt Disney Pictures
"Die Schöne und das Biest" ist zurück! Zum Kinostart des Live-Action-Reboots sprachen wir mit Hauptdarstellerin Emma Watson über die Blockbuster-Renaissance eines vergötterten Disney-Klassikers.
Mehr lesen