Kino-Vorschau: Die 17 spannendsten Buchverfilmungen 2017

Zum Start der Leipziger Buchmesse am 23. März präsentieren wir im dritten Teil unserer großen Jahresvorschau 17 Romanadaptionen, für die sich das Absetzen der Lesebrille lohnt.

In den ersten Kinowochen 2017 standen Buchverfilmungen hoch im Kurs. Denn im Schatten der obligatorischen "Fifty Shades of Grey"-Fortsetzung tummelten sich bereits einige lohnenswerte Adaptionen wie Ben Afflecks "Live by Night" oder die Oscar-Anwärter "Hidden Figures" und "Lion". Doch das ist längst noch nicht alles, was das aktuelle Filmjahr an filmbildgewordener Literatur zu bieten hat...

Die 17 spannendsten Buchverfilmungen 2017

"Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott" (Start: 6. April)
Die im Selbstverlag veröffentlichte Romanvorlage des kanadischen Autoren William P. Young avancierte nach ihrem Erscheinen 2007 zum sagenhaften Bestseller. In der Filmversion spielt Sam Worthington einen Vater, der nach dem Mord an seiner jüngsten Tochter durch einen mysteriösen Brief an den Ort des Verbrechens eingeladen wird und dort in Gesprächen mit irdischen Manifestationen Gottes (u. a. Oscar-Gewinnerin Octavia Spencer) sein Seelenheil zurückerlangt.

Trailer zu "Die Hütte" (Kinostart: 6.4.017)

"Happy Burnout" (Start: 27. April)
In ihrer zweiten Zusammenarbeit nach "Das Leben ist nichts für Feiglinge" erzählen Autor Gernot Gricksch, Regisseur André Erkau und unser frischgebackene "Bester deutscher Schauspieler" Wotan Wilke Möhring die Geschichte des punkigen Sozialschmarotzers Fussel, der nach einer gefakten Einlieferung in eine Heilanstalt seine berufliche und menschliche Bestimmung findet.

Trailer zu "Happy Burnout" (Kinostart: 27.4.2017)

"Sieben Minuten nach Mitternacht" (Start: 4. Mai)
Der im Original "A Monster Calls" betitelte Roman des amerikanischen Autoren Patrick Ness ist 2011 erschienen und erzählt die Geschichte des 13-jährigen Conor, der immer nachts in Kontakt mit einem gewaltigen Baummonster tritt, um den drohenden Verlust seiner todkranken Mutter verarbeiten. In der Filmadaption des Spaniers J.A. Bayona ("Das Waisenhaus") wird Conor von Lewis MacDougall verkörpert, während dem Monster im Original Liam Neeson seine Stimme leiht.

Trailer zu "Sieben Minuten nach Mitternacht" (Kinostart: 4.5.2017)

"Die Frau des Zoodirektors" (Start: 11. Mai)
In der Verfilmung des 2007 erschienenen und auf einer wahren Begebenheit basierenden Bestsellers der US-Schriftstellerin Diane Ackerman, spielt Jessica Chestain die polnische Titelheldin Antonina Zabinski, die 1939 im Warschauer Zoo Juden versteckt und so vor der Deportation durch die Nazis bewahrt. Als romantischer NS-Gegenspieler ist Daniel Brühl mit von der Partie.

Trailer zu "Die Frau des Zoodirektors" (Kinostart: 11.5.2017)

"The Circle" (Start: 2 5. Mai)
Nach seinem Erscheinen im Jahr 2013 stieß der Romanerfolg von Dave Eggers über eine allmächtige Internet-Firma eine globale Debatte über soziale Kontrolle und totale Überwachung im Netz an. In der Thriller-Adaption von James Ponsoldt spielt Emma Watson die junge Studienabsolventin Mae, die im Tech-Konzern von Eamon Bailey (Tom Hanks) einen Traumjob ergattert, aber langsam feststellen muss, dass die sektenhaft geführte Firma "Circle“ nach der Weltherrschaft strebt.

Originaltrailer zu "The Circle" (Kinostart: 25.5.2017)

"In Zeiten des abnehmenden Lichts" (Start: 1. Juni)
Eugen Ruges autobiographisch gefärbter Montageroman über die Geschichte einer DDR-Familie wurde 2011 mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. In der Verfilmung von Matti Geschonneck spielt GOLDENE KAMERA-Preisträger Bruno Ganz (2014) den Patriarchen Wilhelm Powileit, an dessem 90 Geburtstag sich die Familienangehörigen mehrerer Generationen und die sozialistischen Utopien der Vergangenheit ein Stelldichein geben.

Filmclip aus "In Zeiten des abnehmenden Lichts" (Kinostart: 1.6.2017)

"Axolotl Overkill" (Start: 29. Juni)
Nach ihrem skandalträchtigen Debütroman "Axolotl Roadkill" im Jahr 2010 lässt die mittlerweile 25-jährige jetzt mit der Verfilmung ihr Regiedebüt folgen. Im Jugenddrama "Axolotl Overkill", das seine Weltpremiere beim diesjährigen Sundance Film Festival gefeiert hat, spielt Jasna Fritzi Bauer die auf Krawall gebürstete 16-Jährige Mifti, die nach dem Tod der Mutter bei ihren älteren Halbgeschwistern lebt und immer weiter in die Party- und Drogenszene Berlins abrutscht.

Trailer zu "Axolotl Overkill" (Kinostart: 29.6.2017)

"Die Verführten" (Start: 29. Juni)
In Sofia Coppolas Adaption des 1966 erschienenen Bürgerkriegsroman "The Beguiled" des US-Autoren Thomas Cullinan gibt es ein Wiedersehen mit unseren frischgebackenen internationalen GOLDENE KAMERA-Preisträgern Nicole Kidman und Colin Farrell. Farrell spielt darin den verwundeten Nordstaaten-Soldaten John McBurney, der in der Mädchenschule von Martha Farnsworth (Kidman) gesund gepflegt wird und das Leben der jungen Südstaaten-Damen in Wallung versetzt.

Trailer zu "Die Verführten" (Kinostart: 29.6.2017)

"Meine Cousine Rachel" (Start: 13. Juli)
Der 1951 veröffentlichte Roman der britischen Autorin Daphne du Maurier, der wir u. a. auch die Vorlagen zu Hitchcocks "Die Vögel" und "Wenn die Gondeln Trauer tragen" verdanken, wurde schon einmal 1952 von Henry Koster verfilmt. Im Reboot von Roger Michell ("Notting Hill") schlüpft Rachel Weisz in die mysteriöse Titelrolle, die der junge Edelmann Philip (Sam Claflin) für den Tod seines geliebten Cousins verantwortlich macht, deren Reizen er sich aber selbst nicht entziehen kann.

Trailer zu "Meine Cousine Rachel" (Kinostart: 13.7.2017)

"Valerian und die Stadt der 1000 Planeten" (Start: 20. Juli)
20 Jahre nach „Das fünfte Element“ entführt uns Luc Besson ein weiteres Mal in seine unverwechselbaren Sci-Fi-Welten. Als Grundlage für sein intergalaktisches Leinwandabenteuer der beiden Zeitreise-Agenten Valerian (Dane DeHaan) und Laureline (Cara Delevingne) diente Besson die 1967 ins Leben gerufene Comicreihe "Valerian und Veronique" des französischen Autoren- und Künstlergespanns Pierre Christin und Jean-Claude Mézières.

Trailer zu "Valerian" (Kinostart: 20.7.2017)

"Der dunkle Turm" (Start: 10. August)
Der dänische Regisseur Nikolaj Arcel ("Die Königin und der Leibarzt") hat sich für sein US-Debüt einen besonders dicken Brocken vorgenommen. Bei "Der dunkle Turm" handelt es sich nämlich um die Adaption der acht Bände umfassenden Fantasy-Saga gleichen namens, an der Bestseller-Autor Stephen King fast 30 Jahre lang gearbeitet hat. Im Film wird Idris Elba als der "Revolvermann" Roland Deschain zu sehen sein, der im vom Untergang bedrohten Multiversum mit Hilfe des jungen Großstadtkinds Jake (Tom Taylor) Jagd auf den mysteriösen "Mann in Schwarz" (Matthew McConaughey) macht.

Geleakter Work-in-Progress-Trailer zu "Der dunkle Turm" (Kinostart: 10.8.2017)

"Atomic Blonde" (Start: 17. August)
Dass in Charlize Theron eine knallharte Amazon steckt, wissen wir spätestens seit "Mad Max: Fury Road". Im Regiedebüt des Stunt-Coordinators David Leitch ("Hitman: Agent 47"), das auf der Graphic Novel "The Coldest City" von Antony Johnston und Sam Hart basiert, kann sich die GOLDENE KAMERA-Preisträgerin von 2006 in der Rolle der britischen Undercover-Agentin Lorraine Broughton, die im Berlin des Kalten Krieges den Mord an einem Kollegen aufklären soll, als ultimative Killer-Queen empfehlen.

Trailer zu "Atomic Blonde" (Kinostart: 17.8.2017)

"Magical Mystery oder Die Rückkehr des Karl Schmidt" (Start: 31. August)
Mit "Magical Mystery" spendierte Sven Regener 2013 einer Nebenfigur seiner "Herr Lehmann"-Romane ihre eigene Geschichte. Während Charly Hübner unter der Regie von Arne Feldhusen ("Stromberg") in die Rolle des tragikomischen Titelhelden schlüpft, der nach mehreren Jahren in der Psychatrie von alten DJ-Freunden zu einer chaotischen Techno-Tour überreden lässt, wird Detlef Buck, der den Part 2003 in der "Lehmann"-Verfilmung gespielt hatte, als Charlies alter Bandkumpel Ferdi zu sehen sein.

Autor Sven Regener erklärt "Magical Mystery"

"Jugend ohne Gott - Ein Film über die Liebe" (Start: 31. August)
Der 1937 erschienene Weltbestseller des Ungarn Ödön von Horváth wurde bereits mehrfach verfilmt. In der neuen Version des Jugendfilmexperten Alain Gsponer ("Heidi") wird die mahnende Geschichte eines moralisch integren Lehrers, der sich mit dem Gesinnungsmord an einer seiner Schülerinnen konfrontiert sieht, aus der NS-Zeit in eine Eliteschmiede der nahen Zukunft verlagert. Den Lehrer spielt Fahri Yardim, in dessen Klasse sich mit u. a. Alicia von Rittberg, Emilia Schüle, Anna Maria Mühe, Jannis Niewöhner und Jannik Schümann das "Who is who" der jungen deutschen Schauspielgarde tummelt.

Trailer zur "Jugend ohne Gott"-Verfilmung von 1991

"Der Schneemann" (Start: 19. Oktober)
Jo Nesbøs Thriller über den norwegischen Kommissar Harry Hole sind harter Tobak. Im 2007 erschienenen siebten Band „Schneemann“ treibt ein besonders perverser Serienmörder sein blutiges Unwesen, der es auf junge Mütter abgesehen hat. In der Filmadaption des schwedischen Regisseurs Tomas Alfredson ("So finster die Nacht") schlüpft Hollywood-Star Michael Fassbender in die Rolle des abgehalfterten Ermittlers, der selbst ins Visier des brutalen Killers gerät.

Buch-Trailer zu "Der Schneemann" (Kinostart: 19.10.2017)

"Simpel" (Start: 9. November)
13 Jahre nach der Veröffentlichung des für seine Warmherzigkeit gefeierten Jugendbuchs der französischen Autorin Marie-Aude Murail präsentiert Regisseur Markus Goller ("Frau Ella") eine erste Verfilmung. Darin schlüpft David Kross in die Rolle des geistig zurückgebliebenen Titelhelden, den sein Bruder Ben (Frederick Lau) nach dem Tod der Mutter unter seine Fittiche nimmt und sich mit ihm auf eine abenteuerliche Odyssee begibt.

"Wunder" (Start: 30. November)
Nachdem Regisseur Stephen Chbosky 2012 erfolgreich seinen eigenen Bestseller "Vielleicht lieber morgen" (aka "Das also ist mein Leben") verfilmte, hat er sich jetzt des Debütromans seiner Schriftstellerkollegin Raquel J. Palacio angenommen. In seiner Adaption des 2012 entstandenen New-York-Times-Bestsellers spielen Julia Roberts und Owen Wilson die Eltern des deformiert zur Welt gekommenen Auggie (Jacob Tremblay), der als stigmatisierter Außenseiter die Herzen seiner neuen Mitschüler erobert und ihnen durch seine ausgeprägte Menschlichkeit vermittelt, dass Schönheit im Auge des Betrachters liegt.

Text: Alexander Attimonelli

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