"Ghost in the Shell" - Manga-Kampfmaschine Scarlett Johansson im Interview

Im Remake des Anime-Klassiker von 1995 spielt Scarlett Johansson einen "Cyborg", einen künstlichen Cop.

Scarlett Johansson als nackter Android im Kampf gegen Terroristen - perfekt! Die 32jährige New Yorkerin hat mit „Lucy“ (2014) bewiesen, dass sie auch Actionhits ohne die „Avengers“ landen kann, und mit „Under the Skin“ (2013) gezeigt, dass sie keine Angst vor Nacktheit kennt. Die Actionheldin verrät uns, wie schwer es ist, nicht menschlich zu sein.

GoKa: Der Anime-Film „Ghost in the Shell“ von 1995 ist für viele Kult. Gehören Sie auch zu den Fans?

JOHANSSON: Ehrlich gesagt nicht. Ich kannte ihn nicht, bevor ich mich dann zur Vorbereitung auf unseren Film da- mit beschäftigt habe. Aber ich kann verstehen, warum der Anime damals etwas Besonderes war und auch heute noch ist. Der Film war seiner Zeit voraus.

Gilt das Gleiche nun für Ihre Version?

Ich würde sagen, dass unser Film das Publikum auf eine etwas andere Weise ansprechen wird. Die Welt, die wir zeigen, wirkt heutzutage nicht mehr so futuristisch, sondern hat erschreckend viel mit unserer Realität zu tun. Das ist eine Art Paralleluniversum zu unserer Welt. Aber vor allem ist das, was meine Figur, the Major, erlebt, letztlich zeitlos. Vielleicht nicht unbedingt die Umstände, unter denen sie diese Erfahrungen macht. Doch die Suche nach einer eigenen Identität – damit kann doch eigentlich jeder etwas anfangen.

War die Vorbereitung ungewöhnlich?

Ich musste auf jeden Fall ganz schön viel trainieren und im Vergleich zu den Einsätzen für die „Avengers“ noch erheblich drauflegen, was meine taktische Ausbildung angeht. Deswegen habe ich mit etlichen Waffenexperten und Polizisten trainiert. Und Muay-Thai-Boxen stand ebenfalls auf dem Programm.

Ist es ein Unterschied, ob man einen Cyborg oder eine Superheldin spielt?

Na ja, das mit der Superheldin ist ja so eine Sache. Black Widow ist letztlich nur ein Mensch, genau das macht sie zu einer so tollen Figur. Sie ist richtig „badass“, ein knallharter Typ! In „Ghost in the Shell“ ging es gerade darum, dass ich eben nicht menschlich bin. Zumindest nicht ganz. Ich musste darauf achten, all die kleinen Nuancen abzulegen, die uns als Menschen ausmachen. Ständig stellte ich mir Fragen wie: Was macht sie mit ihren Händen, wenn sie jemandem nur zuhört? Denn als Maschine, die sie eben auch ist, tut sie natürlich nichts, was nicht unbedingt notwendig ist. Die Herausforderung lag also darin, weder zu menschlich noch zu mechanisch zu wirken.

Sie haben auch Filme wie „Lucy“ oder „Her“ gedreht. Sie sind wohl ein großer Sci-Fi-Fan, oder?

Eigentlich bin ich vor allem ein richtig großer Fan von Menschen, die vor Ambitionen nur so strotzen. Filmemacher, die mit aller Macht an der Umsetzung ihrer Visionen und Träume arbeiten. Luc Besson zum Beispiel hat zehn Jahre an „Lucy“ gearbeitet. Das hat mich fasziniert, daran wollte ich teilhaben. Und wie war die Zusammenarbeit mit Filmemacher Takeshi Kitano, der hier mal wieder vor der Kamera stand? Speziell. Ich spreche kein Japanisch, er kaum Englisch, trotzdem haben wir uns irgendwie verstanden – wie im Film. Mein liebster Moment war der Dreh einer Teezeremonie. Takeshi-san ließ es sich nicht nehmen, alle 20 Gedecke selbst zu arrangieren.

Die Story von "Ghost in the Shell"

Japan in naher Zukunft. Major Motoko Kusanagi (Scarlett Johansson) ist ein Cyborg – nur einige wenige ihrer Gehirnzellen, versteckt in einer Biokapsel, sind menschlich. Sie bekämpft für die Elitetruppe Sektion 9 von Daisuke Aramaki (Takeshi Kitano) Kriminelle und Terroristen, meist an der Seite ihres Kumpels Batou (Pilou Asbæk), mit dem sie sich auch über die Themen Menschlichkeit und Identität unterhält. Gemeinsam kommen die beiden dem fiesen Kuze (Michael Pitt) auf die Spur, der die Cybertech-Firma Hanka attackieren will.

Trailer zu "Ghost in the Shell"

Der gleichnamige Manga von Masamune Shirow aus dem Jahr 1989 diente bereits als Grundlage für den Anime-Klassiker von 1995 und dessen Fortsetzungen sowie für weitere Serien und Filme. Ab 30. März im Kino.

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