Wunderbar wandelbar: Jella Haase im Porträt

Sie kann Göre und Lady: Jella Haase.
Sie kann Göre und Lady: Jella Haase.
Foto: dpa
Als „Fack ju Göhte“-Tussi Chantal ist Jella Haase ein absoluter Comedy-Hit. Aber ihr liegt auch das große Drama. In ihrer Paraderolle ist sie jetzt doppelt zu sehen: In „Fack ju Göhte“ (Ostersonntag, 17.40 Uhr Sat.1) und als TV-Premiere "Fack ju Göhte 2“ (Ostersonntag, 20.15 Uhr, Sky Cinema).

Mit ihren 24 Jahren hat Jella Haase einiges hinter sich: Sie war Junkie („Puppe“), Prostituierte („Tatort“) und ist schon zweimal in der Psychiatrie gelandet („4 Könige“, „Looping“). Berühmt wurde sie allerdings als herzige Proll-Tussi Chantal in „Fack ju Göhte“. Elyas M’Barek stieg als Pädagoge wider Willen zum Superstar auf. Aber „Chanti“ mit dem knall- blauen Lidschatten und den stets irgendwie verdrehten Sprüchen („Sind Sie geborderlined, Sie Geisterkranker?“) ist als Figur der heimliche Hit des Films. „Junge Leute, die mich auf der Straße treffen, können oft nicht auseinanderhalten, dass ich das ja als Schauspielerin mache, und sind überrascht, dass ich ganz normal rede.“ Die Berlinerin sagt schon mal „krass“, sonst hat sie mit Chantal nichts gemein. „Aber ich bin in Kreuzberg aufgewachsen, von daher kannte ich so ein paar Tussis.“

Erste Schauspielerfahrung waren „Bibi und Tina“-Hörspiele: Jella hörte sie auf dem Walkman und sprach mit verstellter Stimme für ihre kleine Schwester die Dialoge nach. Selbstbewusst war sie schon immer: Freunde wurden zu Aufführungen zusammengetrommelt, mit Jella als Zirkusdirektorin. Und ihre Eltern mussten das Ganze filmen. Als sie „Harry Potter“ sah, war sie vor allem neidisch auf Emma Watson. Mit 15 besorgte sich Jella einen Agenten und drehte den Kurzfilm „Der letzte Rest“. Darin lädt sie ein Dutzend Jungs zur Gangbang-Party ein.

Schauspielschule? Fehlanzeige!

Mama war verständlicherweise skeptisch, ließ sich aber von ihrer Tochter überzeugen: „Wenn ich das kann, dann kann ich alles!“ Als gestörter Teen in ihrem ersten Kinofilm „Lollipop Monster“ gewann die Nachwuchsdarstellerin 2011 den Bayerischen Filmpreis. Schauspielschule? Fehlanzeige. „Ich denke nicht großartig darüber nach, wie ich etwas spiele. Es ist einfach da, und dann bin ich das. Wenn es gut läuft, ist es wie ein Rausch.“

Manchmal wünscht sie sich dennoch „ein ganz normales Studentenleben“. Jella hatte sich bereits an der Uni eingeschrieben, schaffte es aber kaum in Vorlesungen, weil sie so viel dreht. Zuletzt „Das Leben danach“ über die Loveparade-Katastrophe 2010 in Duisburg: „Da habe ich so viel geweint, dass ich irgendwann am Ende war.“ Den dritten „Göhte“ macht sie natürlich trotzdem. Angst, dass sie auf Chantal festgelegt wird? Absurd. Da kann Jella ganz lässig auf ihre dramatische Filmografie verweisen.

Trailer zu "Looping"

Lustig zu sein gilt außerdem als größte Herausforderung. Dialog Müller vs. Chantal aus Teil zwei: „Schnauze jetzt, oder wir fahren nach Föhr.“ – „Spanien! Auch geil.“ Die Fortsetzung, in der die Schwachmaten der 10b auf wilde Klassenfahrt gehen, stieg 2015 zum zweiterfolgreichsten deutschen Film aller Zeiten auf. Nur „Der Schuh des Manitu“ ist unerreicht. „Fack ju Göhte 3“, Untertitel: „Final Fack“, soll die Trilogie nun abschließen – „mit viel Herz und politisch unkorrektem Spaß“, verspricht Regisseur Bora Dagtekin. Jedenfalls „kein gutes Vorbildnis“, würde Chanti sagen.

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