"The Founder" Michael Keaton: "Er hat unsere Kultur verändert"

Der Vater der Franchise-Idee: Michael Keaton als "The Founder" Ray Kroc
Ray Kroc (Michael Keaton)
Ray (Michael Keaton) und Ethel Kroc (Laura Dern)
Ray Kroc (Michael Keaton)
Ray Kroc (Michael Keaton)
Ray Kroc (Michael Keaton) entdeckt die Burger der Gebrüder McDonald
Mac (John Carroll Lynch, l.) und Dick McDonald (Nick Offerman)
In der Fastfood-Küche des ersten McDonald's
Ray Kroc (Michael Keaton)
Dick (Nick Offerman, l.) und Mac McDonald (John Carroll Lynch)
Ray Kroc (Michael Keaton)
Rollie Smith (Patrick Wilson)
Joan Smith (Linda Cardellini)
Harry J. Sonneborn (B.J. Novak, l.) und Ray Kroc (Michael Keaton)
Michael Keaton als McDonald's-Gründer Ray Kroc
Michael Keaton als McDonald's-Gründer Ray Kroc
Poster-Artwork zu "The Founder"
Ray Kroc verdanken wir, dass heute weltweit an fast jeder Straßenecke eine McDonald’s-Filiale steht. Wie Michael Keaton auf den Geschmack für das Biopic über den skrupellosen Franchise-Visionär gekommen ist, verrät uns der 65-jährige Hauptdarsteller im Gespräch.

Wie aus einer kleinen Burger-Braterei im kalifornischen San Bernadino eine weltmarktführende Fastfood-Kette werden konnte, ist in der Tat eine filmreife Geschichte: Unter der Regie von Biopic-Experte John Lee Hancock ("Blind Side", "Saving Mr. Banks") schlüpft Michael Keaton in die Haut des Handelsvertreters Ray Kroc, der 1954 auf seiner Tour den Imbiss der Gebrüder McDonald entdeckt. Vom reduzierten aber qualitativ stabilen Angebot begeistert, überzeugt er Dick (Nick Offerman) und Mac (John Carroll Lynch), mit ihm einen Vertrag einzugehen, damit er mit ihrer Idee eine Franchise-Imperium aufbauen kann. Mit Feuereifer setzt Kroc seine Vision in die Tat um, bei der nicht nur seine Frau Ethel (Laura Dern), sondern auch die McDonald-Brüder auf der Strecke bleiben, die von ihrem raffinierten Geschäftspartner eiskalt über den Tisch gezogen werden...

Trailer zu "The Founder" (Kinostart: 20.4.2017)

Warum es Michael Keaton wichtig war, in "The Founder" auch die negativen Seiten von Ray Kroc darzustellen, und welche persönliche Parallelen er zum 1984 als Milliardär verstorbenen McDonald’s-Paten sieht, erfuhr die GOLDENE KAMERA vor dem deutschen Kinostart am 20. April vom Oscar-nominierten "Birdman"-Star höchst selbst...

Michael Keaton im Interview zu "The Founder"

Wie viel wussten Sie vor diesem Film über die eigentlichen Gründer von McDonald's?

Eigentlich gar nichts. (rülpst) Entschuldigung! Interessant, dass ich rülpsen muss, wenn ich über McDonalds spreche (lacht). Wenn man mich vor diesem Film gefragt hätte, wer Ray Kroc sei, hätte ich wie jeder andere geantwortet: "Hat der nicht McDonald's gegründet?" Aber ich hätte nicht genau gewusst wie, wann oder warum. Von der Existenz der McDonald-Brüder Dick und Mac hatte ich noch nie gehört.

"The Founder" Michael Keaton im Video-Talk

Inwieweit ist McDonald's zum weltweiten Synonym für die amerikanische Kultur geworden?

McDonalds hat sich ganz still und leise ausgebreitet – nicht nur in Amerika, sondern in der ganzen Welt. Ich würde sogar behaupten, dass diese Fast-Food-Kette das erste Beispiel von Markenbildung war. Heutzutage gibt es Branding überall. Man vermarktet sich sogar selbst. Ray Kroc bzw. die McDonald-Brüder haben durch ihre Erfindung unsere Kultur verändert – und das ist keine Übertreibung!

Zum Guten oder zum Schlechten?

Weder noch, einfach nur verändert. Sie haben als kleine Geschäftsleute in einer kalifornischen Kleinstadt angefangen und mit ihrem Konzept die Welt erobert.

Wie viel Ray Kroc steckt in Ihnen? Ergreifen Sie Gelegenheiten auch am Schopf, wenn Sie sie sehen?

Diese Figur ist mir nicht fremd. Genau wie Ray bin ich etwas stur. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, ziehe ich es auch durch. Ich habe großen Respekt für seine Arbeitsethik und seinen Drive. Er hatte eine Vision. Ich glaube nicht, dass mein Vorstellungsvermögen ihm das Wasser reichen kann. Vielleicht liegt mein Talent in anderen Gebieten, aber ich habe auf jeden Fall gute Instinkte.

Er war nicht nur Visionär, sondern auch ein Schurke. Hat es Ihnen nichts ausgemacht, eine unsympathische Figur zu spielen? Hätten Sie ihn manchmal gerne ein bisschen netter gemacht?

Oh nein! Ich finde es sogar schrecklich, wenn Filmemacher Ihrem Schurken gegen Filmende eine unheilbare Krankheit andichten oder ihn zum Helden machen, nur um ihn beim Zuschauer sympathischer erscheinen zu lassen und sich so an der Kinokasse mehr Geld zu erhoffen. Nicht, dass ich etwas gegen Heldenfilme habe, schließlich spiele ich im neuen "Spider-Man: Homecoming“ (Start: 13. Juli) mit. Da geht's sogar um Superhelden (lacht). Ich mag es einfach nicht, wenn man um Sympathie bettelt. Wenn eine Figur nett ist, spiele ich sie gerne nett. Und wenn sie fies ist, habe ich kein Problem damit, fies vor der Kamera zu sein.

Erinnern Sie sich noch an Ihr "erstes Mal" bei McDonald's?

Nicht an das erste Mal. Aber als Kind war McDonald's für meine sechs Geschwister und mich immer etwas Besonderes. Wir mussten ins Auto steigen und dort hin fahren. Als Erwachsener habe ich gelegentlich bei McDonald's gegessen, weil mein Sohn Sean und seine Freunde dort hin wollten. Ich urteile nicht über Menschen, die dort regelmäßig hingehen, aber ich selbst speise lieber woanders (lacht).

Wissen Sie, was nach seinem Tod aus Ray Krocs Vermögen geworden ist? Wer hat all das Geld bekommen?

Ich nehme an, dass es seine Witwe Joan bekommen hat, die sehr philanthropisch veranlagt war. Und Ray selbst hat viel Geld ans NPR (National Public Radio) vererbt. Wer sonst noch zu den Glücklichen zählte, weiß ich nicht. Ich habe jedenfalls keinen Pfennig davon gesehen (lacht).

Interview: Anke Hofmann

Wunderbar wandelbar: Jella Haase im Porträt

Sie kann Göre und Lady: Jella Haase.
Foto: dpa
Als „Fack ju Göhte“-Tussi Chantal ist Jella Haase ein absoluter Comedy-Hit. Aber ihr liegt auch das große Drama. In ihrer Paraderolle ist sie jetzt doppelt zu sehen: In „Fack ju Göhte“ (Ostersonntag, 17.40 Uhr Sat.1) und als TV-Premiere "Fack ju Göhte 2“ (Ostersonntag, 20.15 Uhr, Sky Cinema).
Mehr lesen