"GotG"-Star Chris Pratt: "Die Guardians sind immer noch rotzfrech und eingebildet!"

"Was machen wir als Nächstes, etwas Gutes? Etwas Böses? Ein bisschen von beidem?" Die letzten Sätze von Chris Pratt alias Peter Quill in "Guardians of the Galaxy" machten 2014 richtig Lust auf eine Fortsetzung. Ab dem 27. April ist es so weit!

Darum geht's in "Guardians of the Galaxy Vol. 2"

Vor Kurzem erst hat Möchtegern-"Star-Lord" Peter Quill (Chris Pratt) mit einer zusammengewürfelten Truppe, bestehend aus der wenig vertrauenswürdigen Gamora (Zoe Saldana), dem fluchenden Waschbären Rocket, dem Baumwesen Groot (dessen Überreste als Baby Groot dabei sind) und Muskelmann Drax (Dave Bautista), die Galaxie gerettet. Jetzt müssen die inzwischen berühmten Helden für den Auftrag, den mehrdimensionalen Abilisken zu fangen, an den Rand der bekannten Welt. Dort stellt sich ihnen die machtgierige Ayesha (Elizabeth Debicki) entgegen. Und Peter findet heraus, wer sein Vater ist: der lebende Planet Ego (Kurt Russell).

2. Trailer zu "Guardians of the Galaxy 2" (Kinostart: 27.4.2017)

Wie es war, mit Kurt Russell zu drehen und warum es nicht leicht ist, gut zu sein, verrät "GotG"-Star Chris Pratt im Interview.

Interview mit Chris Pratt

Sie zählen jetzt zu den alten "Guardians"-Hasen. Was ist anders als beim ersten Film?

"Vol. 2" spielt sich nur einige Monate nach dem Ende des ersten Films ab, die Welt der Guardians ist also ziemlich die gleiche geblieben. Wir erzählen nur ein neues Kapitel in ihrem Leben. Ein großer Unterschied besteht allerdings: die Guardians sind jetzt berühmt. Sie gelten als Retter der Galaxie und sie sind keine Einzelkämpfer mehr, sondern zu einem Team geworden. Etwas ändert sich allerdings nie: Die Guardians sind immer noch rotzfrech und eingebildet wie vorher. Sie wollen die Galaxie zum zweiten Mal retten, um ihren Preis als Kopfgeldjäger in die Höhe zu treiben (lacht).

Im ersten Film entwickelte sich Peter Quill zum Anführer dieser Weltall-Bande. Geht das in "Vol. 2" gut aus?

Gegen Ende des ersten Films fragt Corpsman Dey (John C. Reilly) Peter Quill: "Wer wird auf diese Typen aufpassen?" Und die Antwort lautete: "Ich!" Das war einer meiner Lieblingsmomente in "Vol. 1". Ich wollte nicht, dass in der Fortsetzung darum gestritten oder gewetteifert wird, und zum Glück waren der Regisseur (James Gunn) und ich uns darüber einig. Star-Lord ist also jetzt zur Vaterfigur dieser Gruppe geworden, der seine Kopfgeldjäger-Familie im Zaum halten muss. Denn alte Gewohnheiten sterben nur langsam, vor allem für Waschbär Rocket! Es ist nicht leicht, gut zu sein.

Apropos Vaterfigur, in diesem Film lernen wir Peter Quills biologischen Vater Ego kennen. Wie war es, mit Kurt Russell zu drehen?

Ich hatte kein Mitspracherecht, was das Casting von dieser Rolle betraf. Aber als ich Kurt Russells Name hörte, drückte ich alle Daumen. Seit meiner Kindheit bin ich ein Fan von ihm. Ich bin so froh, dass er es geschafft hat. Wir sind aus dem selben Holz geschnitzt, und ich habe jede Sekunde mit ihm genossen. Er erzählte mir, wie er als Kind den Aufstieg einer Band namens The Beatles erlebte. Da wurde mir erst mal klar, wie lange er schon im Showgeschäft arbeitet! Und trotzdem ist er immer noch engagiert und hat eine Arbeitsmoral, von der andere nur träumen können. Er hat jeden Stunt selber ausgeführt und nie aufgegeben, auch wenn er den ganzen Tag an Kabeln hängen musste. Jeder Drehtag mit ihm war ein Vergnügen! Wir planen, dieses Jahr zusammen jagen zu gehen. Dass ich mein Idol jetzt einen Freund nennen kann ist fast surreal. Er hatte den ersten Film nicht gesehen, aber als ihm die Rolle als Ego angeboten wurde, riefen ihn auf einmal alle Freunde und Familie und die Kinder seiner Freunde und Familie an, dass er unbedingt in diesem Sequel mitspielen müsse. Also hat er sich "Guardians of the Galaxy" endlich angeschaut und behauptet jetzt, dass der Film ihm gefallen hätte, was natürlich über-cool ist: Kurt Russell gefällt ein Film, in dem ich mitspiele! (lacht)

In "Vol. 2" spielt noch eine andere Film-Ikone mit: Sylvester Stallone. Wie cool war das?

Dieser Typ ist die lebende Verkörperung von Rocky oder Rambo. Und er ist immer noch unheimlich fit und gutaussehend. Er scheut sich nicht vor harter Arbeit und ist ein sehr kreativer und intelligenter Künstler, was ich nicht erwartet hatte.

Die Musik spielte eine große Rolle im ersten "Guardians" Film. Kannten Sie alle Lieder vom "Awesome Mix Vol. 2"?

Nicht so gut wie die Lieder von "Awesome Mix Vol. 1". Die erste Kassette spielte eine große Rolle in "Guardians," weil es die einzige Musikquelle war, die Peter seit seinem 9. Lebensjahr besaß. Also habe ich mir als Vorbereitung und während der Dreharbeiten monatelang diese Lieder reingezogen und nichts anderes gehört als diese Kassette, bis sie mir zu den Ohren rauskamen. Aber die zweite Kassette ist neu für meine Figur, also wollte auch ich mich überraschen lassen.

CGI ist typisch für Superhelden-Filme, aber auch viele Stunts und das Hängen an Kabeln. Macht es so viel Spaß, wie es erscheint?

Dank dieser Kabel habe ich den Beruf der Stuntmänner erst richtig zu schätzen gelernt. Ich fange schon nach 20 Minuten zu jammern an, aber mein Stunt Double Tony McFarr beschwert sich selbst nach 8 Stunden am Draht nicht!

Gibt es neue coole Waffen, Gadgets und Stunts in "Vol. 2"?

Wir haben eine Art Raketenrucksack, der uns ermöglicht zu fliegen. Das war ziemlich cool. Dadurch hatten wir auch andere Stunts als für den ersten Film. Und unser Raumschiff, die Milano, ist wieder zurück. Sie haben es von den Pinewood Studios in London zu den Pinewood Studios in Atlanta versandt. Das war atemberaubend.

Planen Sie schon "Guardians of the Galaxy Vol. 3"?

Nummer Drei ist schon in der Arbeit. Vertraglich gibt es im Moment nicht mehr als die Trilogie, aber ich liebe dieses Franchise und würde mich über weitere Sequels freuen. James Gunn wird auch "Vol. 3" inszenieren, und das war ein großer Triumph für uns alle. Er wird damit der erste Regisseur in dem Marvel Universum sein, der an einer Trilogie gearbeitet hat.

Wenn Sie nicht selbst in diesem Franchise mitspielen würden, von welchem Guardian hätten Sie ein Poster an Ihrer Wand?

Wahrscheinlich Rocket. Er ist einfach ein kleiner Scheißer! Voller Launen, aber super cool. Er weiß, wie er andere reinlegen kann, hat aber gelichzeitig auch den Drang zum Probleme lösen. Er ist wie MacGyver: Er kann aus einem Toaster eine Atombombe machen (lacht).

Durchs Weltall zu düsen kann dank Elon Musk bald zur Realität werden. Hätten Sie Lust auf Mars?

Wenn ich nicht Vater wäre und keinen Sohn hätte, vielleicht. Aber ich möchte nicht im Weltall sterben. Aber den Roten Planeten mit eigenen Augen zu sehen wäre echt cool.

Interview: Anke Hofmann

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