"Regeln spielen keine Rolle" - auch nicht für Warren Beatty?

Warren Beatty nimmt sich im Biopic "Regeln spielen keine Rolle" den Mythos Howard Hughes vor. Wir trafen die Hollywoodlegende zum Gespräch.

Warren Beattys Biopic "Regeln spielen keine Rolle" (Kinostart: 4. Mai) erzählt die Lebensgeschichte des exzentrischen und völlig unberechenbaren Milliardärs Howard Hughes. Warren Beatty hat nicht nur Regie geführt, seit seiner Politsatire "Bulworth" von 1998 seine erste Regiearbeit, sondern übernahm auch die Rolle des milliardenschweren Luftfahrtingenieurs, Filmproduzenten und Frauenhelds.

Darum geht's in "Regeln spielen keine Rolle"

Hollywood, 1958. Die Schönheitskönigin und fromme Baptistin Marla Mabrey (Lily Collins) wird vom berüchtigten Howard Hughes (Warren Beatty) unter Vertrag genommen. Am Flughafen wird sie von Chauffeur Frank Forbes (Alden Ehrenreich) abgeholt, einem tief religiösen Methodisten, der kurz davor steht, seine Liebste zu heiraten, die er schon seit der 7. Klasse kennt. Es kommt, wie es kommen muss: Marla und Frank fühlen sich sofort zueinander hingezogen, was nicht nur ihre religiösen Überzeugungen auf eine harte Probe stellt, sondern auch Hughes Regel Nr. 1 verletzt: Angestellten ist es verboten, mit Vertragsschauspielerinnen jegliche Art von Beziehung einzugehen. Hughes zieht die jungen Turteltäubchen immer tiefer in seine Welt und sein Einfluss bringt sie gehörig ins Wanken…

Trailer zu "Regeln spielen keine Rolle"

Wieso Warren Beatty diesen Film schon immer drehen wollte und warum er mit der Figur des Howard Hughes im Film machen konnte was er wollte, verrät er GOLDENE KAMERA im Interview.

Warren Beatty im Interview

"Regeln spielen keine Rolle": Warren Beatty im Video-Talk

Woher stammt die Idee für diesen Film?

Die besten Ideen kommen oft, wenn man sich nicht bewusst ist, dass man arbeitet. Ich habe dank meines Kinodebüts 'Fieber im Blut' (1961) sehr viel Glück mit dem Beginn meiner Karriere gehabt. Ich musste mich danach also nicht mit einem Film nach dem anderen über Wasser halten. Dadurch konnte ich mein Leben mehr auskosten. Die Idee für "Regeln spielen keine Rolle" kam also ganz unerwartet. Aber ich wollte schon immer mal einen Film drehen, der sich in den späten 50er, Anfang 60er Jahren spielt, und in dessen Handlung eine Person vorkommt, die einen Southern Baptist Hintergrund hat und aus Virginia kommt und jetzt ihr Glück in Hollywood versucht. Ich war das erste Mal in der Filmmetropole 1958 – inmitten der feministischen Revolution, die gerade begann. Und es gab noch eine andere Bewegung, die um ihr Rampenlicht kämpfte: die sexuelle Revolution. Und Hollywood war eine Stadt und ein Business, das von diesem Thema nicht zurückschreckte. Außerdem hatte ich auch keine Scheu, wenn es um dieses Thema ging (lacht).

Kannten Sie Howard Hughes?

Ich habe ihn nie getroffen, obwohl ich fast jeden kannte, der Howard Hughes kannte. Alle haben nur Gutes über ihn geredet. Ich war immer sehr neugierig über diesen Mann. Alle Geschichten über ihn haben mich immer sehr amüsiert. Ich wollte ihn schon immer mal spielen. Zum Glück ist selbst eine Filmbiografie über eine wahre berühmte Person zu einem gewissen Grade fiktiv. Für "Regeln spielen keine Rolle" hatte ich drei Leitsätze: 'Geschichte ist eine Reihe von abgesprochenen Lügen' – Napoleon. 'Die Geschichte wird mich nett in Erinnerung behalte, weil ich sie selbst schreibe' – Winston Churchill. 'Geschichte ist Quatsch!' – Henry Ford. Ich musste also keine Dokumentation über Howard Hughes drehen, sondern konnte mit dieser Figur machen, was ich wollte (lacht).

Howard Hughes wurde ein Playboy genannt und war für seine Affären berühmt. Das gleiche gilt für Ihre ersten Jahre in Hollywood. Wie schauen Sie auf diese Zeit zurück?

Ich möchte Oliver Wendell Holmes zitieren: 'Man darf nicht fälschlich Feuer rufen, auch wenn die Verfassung (First Amendment) uns das Recht zur Meinungsfreiheit gibt.' Ich habe langsam das Gefühl, dass heutzutage jeder über jeden sagen darf, was er will. Wenn ich diese Frage jetzt beantwortete, würde ich damit einen Ruf aufrecht erhalten, der einfach nicht stimmt. Denn je mehr man sich rechtfertigt, desto mehr verewigt man dieses Image.

1978 haben Sie mit "Der Himmel soll warten" Ihr Regiedebüt gehabt. Wie haben Sie sich seitdem als Regisseur verändert?

Ich bin ein anderer Regisseur als vor sechs Monaten. Man verändert sich ständig. Und man muss sich andauernd dem technischen Wandel anpassen.

Haben Sie schon Pläne für einen nächsten Film?

Ideen gibt es immer, aber ich habe keine Eile. Meine vier Kinder und meine Ehe (mit Annette Bening) sind mir um so viel wichtiger als meine Arbeit.

Interview: Anke Hofmann

Kommentare einblenden

"GotG"-Star Chris Pratt: "Die Guardians sind immer noch rotzfrech und eingebildet!"

"Was machen wir als Nächstes, etwas Gutes? Etwas Böses? Ein bisschen von beidem?" Die letzten Sätze von Chris Pratt alias Peter Quill in "Guardians of the Galaxy" machten 2014 richtig Lust auf eine Fortsetzung. Ab dem 27. April ist es so weit!
Mehr lesen