Javier Bardem: "Ich tauge einfach nicht zum Piraten oder Kapitän"

Ex-Bond-Bösewicht Javier Bardem spielt in "Pirates of the Caribbean: Salazars Rache" (Kinostart: 25. Mai) den Geisterkapitän Salazar, der herrlich diabolisch rüberkommt. Wir trafen ihn zum Interview.

Darum geht's in "Pirates of the Caribbean: Salazars Rache"

Es stand schon mal besser um Captain Jack Sparrow (Johnny Depp): Nach einem schiefgelaufenen Überfall, der dem Begriff "Mobile Banking" eine ganz neue Bedeutung gibt, entkommt durch seine Schuld auch noch der Piratenkiller Salazar (Javier Bardem) mit seiner Geisterarmee dem nassen Grab im Bermudadreieck. Auf ihrem Rachefeldzug versenken sie die Freibeuterschiffe von Jack Sparrows ewigem Rivalen Barbossa (Geoffrey Rush).

Nur der sagenumwobene Dreizack des Poseidon könnte den Spuk beenden – und sämtliche Verfluchte der Karibik erlösen. Deshalb sind auch die smarte Astronomin Carina (Kaya Scodelario) und Henry Turner (Brenton Thwaites), Sohn des "fliegenden Holländers" Will (Orlando Bloom), hinter dem Artefakt her. Können sich diese ungleichen Schatzsucher vertrauen? Mit Piratenehrenworten ist es ja bekanntlich so eine Sache.

Der Trailer

Trailer zu "Pirates of the Caribbean: Salazars Rache"

Fans der Reihe können sich während der rasanten 350-Millionen-Dollar-Segelpartie auf den Ex-Bond-Bösewicht Javier Bardem als Geisterkapitän Salazar freuen. Dank der detailverliebten Gruseleffekte von Industrial Light & Magic kommt er herrlich diabolisch rüber. Wir trafen ihn zum Interview.

Interview mit Javier Bardem

Haben Sie sich mit dieser Rolle einen Traum erfüllt?

Gibt es eine größeren Traum, als einen Kapitän in einem Piratenfilm zu spielen? Das ist das Paradies für das Kind in einem! Natürlich war dieser Film auch harte Arbeit und lange Stunden und Blablabla, aber sobald die Regisseure "Action!" sagten, dachte ich nur: "Ach, das tut gut" (seufzt & lacht)

Waren Sie als Kind von Piraten fasziniert?

Nicht wirklich. Ich stand mehr auf "Star Wars" (lacht). Ich war sechs Jahre alt, als ich den ersten Film sah. Das Gute ist, dass Walt Disney nicht nur die Rechte für "Pirates of the Caribbean" besitzt, sondern jetzt auch für "Star Wars". Daumen drücken! Aber natürlich habe ich als Kind auch Pirat gespielt, aber als Erwachsener hat mir das bedeutend mehr Spaß gemacht (lacht). Denn jetzt fasziniert mich die Welt der Schiffe und Kostüme und Schwerter und was es sonst noch alles gibt wesentlich mehr. Wenn sechs Kameras gleichzeitig drehen, 200 Komparsen die Schwerter schwingen und Stuntmänner einem um den Kopf fliegen, fühlt man sich cool wie auf einer Achterbahn.

Wie seefest sind Sie?

Ich bin auf den Kanarischen Inseln geboren. Aber als ich ein Jahr alt war, sind meine Eltern nach Madrid umgezogen, und da gibt es keine Gewässer. Ich habe also keinerlei Beziehung zum feuchten Element. Aber zum Glück werde ich nicht seekrank, wenn ich mich doch mal auf ein Boot wage. Das Lustige ist, dass ich für diesen Film nur einen Tag auf dem Meer gedreht habe. Der Rest wurde im Studio auf Drehbühnen mit Blue Screen aufgenommen. Das Wasser in "Salazars Rache" ist also nur Filmtrick und Spezialeffekte (lacht).

Hätten Sie im wahren Leben eine Chance als Kapitän?

Auf keinen Fall. Ich habe das Steuerrad immer viel zu sehr bewegt. Unser Berater schrie andauernd auf: "Jetzt haben Sie das Schiff schon wieder versenkt!" (lacht) Und ich bin von Natur aus sehr tollpatschig und halte deswegen sehr viel von meinen Stuntmännern. Ich habe am Set zwar ab und zu mal das Schwert geschwungen, aber während der großen Kampfszenen habe ich nichts dagegen, wenn ich in meinem Wohnwagen bleiben darf (lacht).

Macht es Ihnen wenigstens Spaß, den Bösewicht zu spielen?

Spaß ist zweitrangig. Ich muss schließlich meine Familie ernähren! Aber manche Rollen sind mehr als nur ein Gehalt, wie die Bösewichte in "Skyfall" oder "No Country for Old Men." Captain Salazar hat mir auch sehr viel Spaß gemacht. Ich hatte meine Frau Penélope (Cruz) am Set von "Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten" besucht, und mir gefiel die Atmosphäre und Kameradschaft schon damals. Als mir diese Rolle dann angeboten wurde, habe ich keine Sekunde gezögert.

Ist Rum jetzt Ihr Lieblingsgetränk?

(lacht) Ich bevorzuge immer noch roten Wein, wie sich das für einen Spanier gehört. Ich bin kein großer Trinker, ich nippe eher. Es ist schon Jahre her, dass ich einen Tropfen Rum getrunken habe. Ich tauge einfach nicht zum Piraten oder Kapitän (lacht).

Interview: Anke Hofmann

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