GOKA-Star der Woche: Max Riemelt

Zum Kinostart von Max Riemelts neuem Psycho-Thriller "Berlin Syndrome" beleuchten wir eine Schauspielkarriere, in der sich ein gefeierter deutscher Jungstar zum international gefragten Charakterdarsteller gemausert hat.

Wenn ihm einer vor 20 Jahren gesagt hätte, dass er 2017 der Star eines australischen Psycho-Thrillers sein würde, hätte ihn Max Riemelt wohl für verrückt erklärt. Denn wie so oft bei herausragenden Schauspielern landete auch der am 7. Januar 1984 geborene Ost-Berliner eher zufällig vor der Kamera.

Trailer zu "Berlin Syndrom"

Max Riemelt: Die Schauspielanfänge

Im Alter von 13 Jahren nahm der unmotivierte Schüler auf Anraten einer Familienfreundin an einem Casting teil. Ein Jahr später gab Klein-Max sein Schauspieldebüt im TV-Zweiteiler "Eine Familie zum Küssen" und sorgte 1998 als Hauptdarsteller in der ZDF-Weihnachtsserie "Zwei allein" für erstes Aufsehen.

Richtig los mit der Schauspielerei ging es, als ihn Dennis Gansel 2001 für seine Teenie-Komödie "Mädchen, Mädchen" besetzte und offenbar einen Narren am unbekümmert aufspielenden Jungen fraß. 2004 besetzte er ihn in seinem NS-Drama "Napola – Elite für den Führer", was ihm Max Riemelt mit einer so intensiven Schauspielleistung dankte, dass die European Film Promotion auf der Berlinale 2005 gar nicht anders konnte, als den damals 19-Jährigen zum "Shooting Star des europäischen Films" zu küren.

Max Riemelt: Der Durchbruch

Neben Dennis Gansel, mit dem Max Riemelt noch die Kassenerfolge "Die Welle" (2008), "Wir sind die Nacht" (2009) und "Die vierte Macht" (2012) drehte, fand der durchstartende Jungschauspieler in Dominik Graf einen zweiten Mentor, der ihn 2006 neben Jessica Schwarz und Roland Zehrfeld in "Der rote Kakadu" besetzte. Für seine darstellerische Leistung in der DDR-Romanze erhielt Riemelt den Bayerischen Filmpreis als bester männlicher Nachwuchsschauspieler – und vier Jahre später eine Hauptrolle in Grafs Grimme-Preis-prämierter Krimi-Reihe "Im Angesicht des Verbrechens".

Max Riemelt: Die internationale Karriere

In Deutschlands Schauspiel-A-Liga angekommen, konnte und kann es sich Max Riemelt erlauben, zwischen massentauglicher Unterhaltung wie "Heiter bis wolkig" (2012) und ambitionierten Indie-Produktionen wie "Freier Fall" (2013) hin und her zu wechseln. Eine Wandlungsfähigkeit, auf die auch das filmische Ausland aufmerksam wurde. Nach dem argentinischen Liebesdrama "Der deutsche Freund" (2012) und Barbet Schroeders "Amnesia" (2015) sorgte 2015 die gerade fortgesetzte Netflix-Mystery-Serie "Sense8" der Wachowski-Geschwister dafür, dass Riemelt weltweite Berühmtheit erlangte.

Trailer zur 2. Staffel "Sense8"

Max Riemelt in "Berlin Syndrome"

Kein Wunder also, dass die australische Regisseurin Cate Shortland die männliche Hauptrolle ihres Psycho-Thrillers mit Max Riemelt besetzte. In "Berlin Syndrome" spielt der 33-Jährige den Englischlehrer Andi, der die durch Berlin irrende Backpackerin Clare (Teresa Palmer) aufgabelt, nach gemeinsamer Liebesnacht in seiner Wohnung aber nicht mehr gehen lassen will. Zwischen Geisel und Geiselnehmer entbrennt ein packendes Psychoduell, in dem Riemelt als so unheimlicher wie liebenswerter Psychopath eine brillante Leistung abliefert.

Und was kommt als nächstes? Max Riemelt bleibt sich treu und fährt zweigleisig: Zusammen mit seinem damaligen Co-Star Hanno Koffler versucht er via Crowdfunding das Budget für "Freier Fall 2" auf die Beine zu stellen. Und er wird demnächst für Dominik Grafs Sci-Fi-Thriller "Golem: The Return" vor der Kamera stehen.

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