Bruno Ganz ganz groß: "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Wilhelm Powileit (Bruno Ganz). Foto: © X Verleih AG
Wilhelm Powileit (Bruno Ganz). Foto: © X Verleih AG
Wilhelm (Bruno Ganz) und Charlotte Powileit (Hildegard Schmahl). Foto: © X Verleih AG
Wilhelm Powileit (Bruno Ganz, 4.v.l.) wird zum Geburtstag geehrt. Foto: © X Verleih AG
Wilhelm Powileit (Bruno Ganz). Foto: © X Verleih AG
Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) im Kreise seiner Familie. Foto: © X Verleih AG
Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) und Lisbeth (Gabriela Maria Schmeide). Foto: © X Verleih AG
Kurt (Sylvester Groth, l.) und Sascha Umnitzer (Alexander Fehling). Foto: © X Verleih AG
Irina (Evgenia Dodina) und Kurt Umnitzer (Sylvester Groth). Foto: © X Verleih AG
Irina Umnitzer (Evgenia Dodina). Foto: © X Verleih AG
Kurt (Sylvester Groth) und Melitta Umnitzer (Natalia Belitski). Foto: © X Verleih AG
Kurt Umnitzer (Sylvester Groth) und seine Schwiegermutter (Nina Antonowa). Foto: © X Verleih AG
Familie Umnitzer. Foto: © X Verleih AG
Am 1. Juni startet Matti Geschonnecks Bestsellerverfilmung, in der unser GOLDENE KAMERA-Gewinner von 2014 den Untergang des sozialistischen DDR-Systems verkörpert.

Sechs Jahre ist es her, dass Eugen Ruge für seinen autobiographisch inspirierten Roman "In Zeiten des abnehmenden Lichts" mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet wurde. Nun hat sich Regisseur Matti Geschonneck dieser Familiensaga, in deren Schicksal sich die Geschichte der DDR spiegelt, angenommen, doch dabei einen nicht unproblematischen Kunstgriff angewendet. Denn er und sein Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ("Sommer vorm Balkon") verdichten die vier Generationen umfassende Erzählung der Vorlage auf einen einzigen Tag.

Darum geht's in "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Im Frühherbst des Jahres 1989 feiert Mustersozialist Wilhelm Powileit (Bruno Ganz) seinen 90. Gebutstag. Während sich der linientreue Patriarch mit seiner nicht besonders treusorgenden Frau Charlotte (Hildegard Schmahl) auf einen nicht enden wollenden Gratulationsreigen von Parteigenossen und entfernten Verwandten vorbereiten, hat Wilhelms Stiefsohn Kurt (Sylvester Groth) ganz andere Sorgen. Nicht nur mit der Entfremdung von seiner russischen Frau Irina (Evgenia Dodina), sondern vor allem mit seinem vom Opa heißgeliebten Sohn Sascha (Alexander Fehling), der am Vorabend des Mauerfalls "Republikflucht" begonnen hat.

Trailer zu "In Zeiten des abnehmenden Lichts" (Kinostart: 1.6.2017)

Die Kritik zu "In Zeiten des abnehmenden Lichts"

Mit Filmen wie den GOLDENE KAMERA-ausgezeichneten TV-Produktionen "Entführt" (2010), "Liebesjahre" (2012), "Das Ende einer Nacht" (2013) und "Ein großer Aufbruch" (2016) hat Matti Geschonneck bewiesen, dass er ein Händchen für die Inszenierung zwischenmenschlicher Dramen und Spannungen hat. Bei seiner Tragikomödie "In Zeiten des abnehmenden Lichts" macht ihm das verdichtete Kammerspiel-Ambiente dabei allerdings einen Strich durch die Rechnung. Die vor abstruser Authentizität strotzenden Dialoge sorgen zwar dafür, dass sich das Kolorit-Gefühl einer dem Untergang geweihten Epoche ostdeutscher Zeitgeschichte einstellt. Vor diesem historisierenden Anspruch verkommen aber die zahlreichen Nebendarsteller zu klischeenaher Staffage – und angestrebtes Gefühls- zum Ausstattungskino.

Dass der Film ganz auf Bruno Ganz zugeschnitten ist, erweist sich dabei als Problem und Glücksfall zugleich. Denn der 76-jährige Ausnahmeschauspieler, der 2014 die GOLDENE KAMERA für das Lebenswerk erhalten hat, dankt das Vertrauen des Regisseurs mit einer beeindruckenden Schauspielleistung. In seinem zwischen falschem Stolz, Wutbürgertum und Verwirrung changierenden Powileit mag sich vielleicht nicht die literarische Dimension der Buchvorlage spiegeln. Das für die letzten DDR-Jahre charakteristische Ausblenden der Realität erhält dank des Charakterdarstellers Ganz aber ein zutiefst menschliches Gesicht, das weder seiner Figur noch die durch sie personifizierte DDR die Würde nimmt.

Wer sollte sich "In Zeiten des abnehmenden Lichts" anschauen?

Alle, die keine Berührungsängste mit ostdeutscher Zeitgeschichte im Gewand eines Kammerspiels haben.

Warum muss ich "In Zeiten des abnehmenden Lichts" sehen?

Weil trotz dramaturgischer Längen die One-Man-Show des Bruno Ganz großes Kino ist.

Für Fans von...

Matti Geschonnecks "Boxhagener Platz" (2010) und dem TV-Drama "Der Turm" (2012)

Die GOKA-Wertung

Text: Alexander Attimonelli

Zum 80. Geburtstag von Morgan Freeman

Mit 80 so smart wie eh und je: Hollywood-Legende Morgan Freeman – Foto: © Theo Kingma
1971-1977: Morgan Freeman (r.) als Ensemble-Mitglied der Kindersendung "The Electric Company" (mit Bill Cosby, l.) – Foto: © Shout Factory
1987: Imagewechsel und erste Oscar-Nominierung für "Glitzernder Asphalt" (mit Co-Star Christopher Reeves) – Foto: © Cannon Films
1989: Durchbruch und zweite Oscar-Nominierung für "Miss Daisy und ihr Chauffeur" – Foto: © Concorde Video
1993: Regiedebüt mit "Bopha! - Kampf um Freiheit" – Foto: © Paramount Pictures
1994: Dritte Oscar-Nominierung für "Die Verurteilten" (mit Co-Star Tim Robbins) – Foto: © EuroVideo Medien GmbH
1995: Einstieg ins Blockbuster-Geschäft mit "Sieben" (mit Co-Star Brad Pitt) – Foto: © Getty Images
1997: Am Set von "Amistad" mit Regisseur Steven Spielberg und Co-Star Anthony Hopkins – Foto: © Getty Images
2003: Im Kreise seiner Familie bekommt Morgan Freeman seinen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame – Foto: © Vince Bucci/Getty Images
2003: Morgan Freeman als Gott in der Komödie "Bruce Allmächtig" – Foto: © Touchstone Video
2005: Oscar-Gewinn für "Million Dollar Baby" (mit seinem ebenfalls ausgezeichneten Co-Star Hilary Swank) – Foto: © Carlo Allegri/Getty Images
2005: Morgan Freeman tanzt ausgelassen auf der Premieren-Party von "Batman Begins" – Foto: © Kevin Winter/Getty Images
2008: mit Co-Star Jack Nicholson auf der Pariser Premiere von "Das Beste kommt zum Schluss" – Foto: © Francois Durand/Getty Images
2009: Fünfte Oscar-Nominierung für seine Darstellung von Nelson Mandela in "Invictus - Unbezwungen" – Foto: © Warner Home Video
2009: live on stage mit Queen Latifah beim Mandela Day-Konzert in New York – Foto: © Michael Loccisano/Getty Images
2010: Freund Clint Eastwood überreicht Morgan Freeman den "Career Achivement Award" beim Palm Springs International Film Festival – Foto: © John Shearer/Getty Images for PSIFF
2012: "Cecil B. DeMille Award" für das Lebenswerk bei den Golden Globes – Foto: © Kevin Winter/Getty Images
2012: Laudator Armin Mueller-Stahl überreicht Morgan Freeman die GOLDENE KAMERA in der Kategorie "Lebenswerk International" – Foto: © picture alliance/Eventpress
2013: im Kreise seiner "Last Vegas"-Co-Stars Michael Douglas (l.), Mary Steenburgen und Robert De Niro in New York – Foto: © Michael Loccisano/Getty Images
seit 2014: Gaststar in und ausführender Produzent von "Madam Secretary" (mit Hauptdarstellerin Tea Leoni) – Foto: © CBS
2017: Morgan Freeman (mit Co-Star Michael Caine) in seinem aktuellsten Film "Abgang mit Stil" – Foto: © 2017 Warner Bros. Entertainment Inc.
Am 1. Juni wird Morgan Freeman 80 Jahre alt. Zum runden Jubiläum blicken wir zurück auf die beeindruckende Hollywood-Karriere unseres GOLDENE KAMERA-Preisträgers von 2012.
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