Wonder Woman Gal Gadot: "Ich habe vor nichts Angst!"

Exklusiver Setbesuch bei "Wonder Woman" (Kinostart: 15. Juni) im Studio in London. Wir trafen Gal Gadot, die erste Superheldin des Kinos, und verraten, wie gut ihr Film geworden ist.

"Sei vorsichtig in der Welt des Mannes!", wird Wonder Woman beim Abschied von Themiscira gewarnt, der traumhaft schönen Insel der Amazonen. Sie wurde im Studio in London als ein Mix aus Griechenland, Italien und China nachgebaut, doch trotz des gelungenen Looks und sogar trotz Hauptdarstellerin Gal Gardot – bei acht Grad im Februar will echte Fantasy-Atmosphäre noch nicht aufkommen.

Von Regisseurin Patty Jenkins

Auch die Filmindustrie war bisher eher kühl, was Wonder Woman betrifft. "Seit zehn Jahren rede ich über diesen Film", verrät Regisseurin Patty Jenkins (45, "Monster"). Die Comics waren seit 1941 ein Riesenhit, Wonder Woman gehört neben Superman und Batman zu den "Big Three" des DC-Verlags. Doch trotz einer erfolgreichen TV-Serie (1975-79) scheiterten diverse Versuche, eine Frau mit Superkräften auf die große Leinwand zu bringen – so etwa durch die drei Regisseure Ivan Reitman, Joss Whedon und George Miller.

Ist diese Heldin zu heikel? Wonder Woman ist eine Halbgöttin, die mit ihren Armbändern, ihrem Haarreif und dem Schwert tolle Dinge anstellen kann. Aber sie hat auch ein Lasso – und da fangen die Probleme an. Denn ihr Erfinder William Moulton Marston (1893-1947) war nicht nur überzeugter Feminist, sondern auch Bondage-Fan. "Die Filmindustrie ist in Sachen Feminismus weit zurück", kritisiert Patty Jenkins. "Es ist an der Zeit zu fragen: Wie zeigen wir eine Frau als sexy und hart zugleich?" Die 32-jährige Gal Gadot, die ihren ersten Einsatz im Film "Batman v. Superman" hatte, ergänzt: "Ich bin eine Feministin, aber ich liebe Männer!"

Um die Liebe geht es zumindet heute nicht mehr am Set, die nächste Szene wird draußen auf dem Studiogelände gedreht: Wonder Woman läuft während des Ersten Weltkriegs im Kampf gegen die Deutschen durch die belgische Kleinstadt Veld. Der Look ist jetzt ganz anders, düsterer und realistischer. Noch kurz vor der Action fährt ein Kran herum, junge Mädchen kleben Etiketten auf die Dosen in einem täuschend echt hergerichteten Lebensmittelladen.

Gal Gadot: Traumfrau des Superhelden-Kinos

Für die Rollen der Amazonen wurden Tänzerinnen, Rollergirls, Mixed-Martial-Arts-Kämpferinnen oder Vicoria’s-Secret-Models gecastet. Am Wichtigsten war natürlich die Besetzung der Hauptrolle. "Wonder Woman ist schön, stark, sexy – aber zugleich sehr freundlich", beschreibt Patty Jenkins die Figur. "Und Gal Gadot ist genau so. Sie ist die beste Wonder Woman des Universums!"

Die attraktive Israelin diente für zwei Jahre in der Armee und war somit schon auf einiges vorbereitet. "Ich habe jeden Tag trainiert und bin jetzt sieben Kilo schwerer als während des Castings. Ich genieße es zu wissen, wie ich mich verteidigen kann. Ich habe vor nichts Angst." Für die Amazonen wurde extra ein weiblicher Kampfstil entwickelt. "Sie sollten nicht wie die Männer kämpfen, sondern stark und erotisch zugleich", erklärt Patty Jenkins. "Die erste Welle von knallharten Frauen ging mir zu weit, die waren so brutal wie die Kerle. Aber es geht nicht nur um Fausthiebe, sondern um Strategie und Teamwork."

Darum geht's in "Wonder Woman"

Der amerikanische Pilot Steve Trevor (Chris Pine) spioniert 1918 für die Briten den Kriegsgegner Deutschland aus und kommt General Erich Ludendorff (Danny Huston) auf die Spur, der heimlich an einem neuen Giftgas arbeitet. Auf der Flucht vor deutschen Soldaten landet Steve auf der versteckten Amazonen-Insel Themiscira. Dort lebt die Prinzessin Diana (Gal Gadot), die als Tochter von Zeus – ohne es zu wissen – mit Superkräften ausgestattet ist. Gemeinsam mit Steve verlässt Diana erstmals ihre Insel, um den bösen Kriegsgott Ares zu finden und den Ersten Weltkrieg zu beenden.

Der Trailer

Trailer zu "Wonder Woman"

Kritik

Die erste Kinosuperheldin wird von der ersten Superheldenregisseurin inszeniert – und das macht richtig Spaß! Gal Gadot, bekannt aus "Fast & Furious 4-6", ist einfach perfekt für dieses bunte Actionabenteuer, weil sie absolute Schönheit mit absoluter Fitness kombiniert. DC schafft mit "Wonder Woman" endlich wieder den Anschluss an Marvel-Verfilmungen. Die Kinofans können sich also auf etwas Neues freuen, das vielleicht so gut einschlägt wie 1941 der erste Comic mit, wie Marston beschrieb, "einer Frau, für die die Großtaten der Männer das reinste Kinderspiel sind".

Wer sollte sich "Wonder Woman" anschauen?

Jeder, der die Hoffnung aufgegeben hatte, dass Kinofilme aus dem Hause DC Comics zur Qualität der Marvel-Konkurrenz aufschließen können.

Warum muss ich "Wonder Woman" sehen?

Weil sich Superhelden-Darstellerin Gal Gadot und Superhelden-Regisseurin Patty Jenkins als neues Supergespann in Hollywood erweisen.

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