"Mädelstrip": Abenteuerurlaub mit Goldie Hawn und Amy Schumer

Mi, 14.06.2017, 11.41 Uhr
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An der Seite von US-Komikerin Amy Schumer spielt Goldie Hawn in "Mädelstrip (Kinostart: 15. Juni) ihre erste Kinorolle seit 15 Jahren. Wir trafen Goldie Hawn zum Video-Talk.

Darum geht's in "Mädelstrip"

Eigentlich wollte Emily (Amy Schumer) mit ihrem Freund nach Südamerika fliegen, doch der hat sie gerade verlassen. Da der Abenteuerurlaub schon im Voraus bezahlt wurde, überredet sie ihre überängstliche Mutter Linda (Goldie Hawn), mit ihr nach Ecuador in den Urlaub zu fahren. Auf einem Ausflug werden die beiden gekidnappt. Zwar können sie fliehen, landen aber mitten im Dschungel. Bei ihren verrückten Abenteuern bleibt Emily und Linda nichts übrig, als zusammenzuhalten.

Der Trailer

Trailer zu "Mädelstrip"

Die Darsteller

Amy Schumer

Amy Schumer wurde mit der von ihr entwickelten und produzierten Comedy-Central-Serie "Inside Amy Schumer" bekannt und etablierte sich erfolgreich als Stand-up-Comedian.In ihrer Show unterwandert die 36-Jährige geschickt das Klischee vom dummen Blondchen, indem sie genau das erfüllte und auf die Spitze treibt. 2015 war sie erstmals in Judd Apatows Komödie "Dating Queen" im Kino zu sehen.

Goldie Hawn

Nach ihrem Start im amerikanischen Fernsehen Mitte der Sechziger Jahre, erhielt Goldie Hawn gleich für ihre erste große Kinorolle in der Komödie "Die Kaktusblüte" den Oscar. In kürzester Zeit eroberte sie Hollywood und brillierte in Komödien, aber auch in ernsthaften wie wie z. B. in Steven Spielbergs Spielfilmdebüt "Sugarland Express". Als beste internationale Schauspielerin erhielt Goldie Hawn die GOLDENE KAMERA 2005. In "Mädelstrip" ist die 71-Jährige erstmals wieder seit "Groupies Forever" (2002) im Kino zu sehen und kann nun erneut ihr komisches Talent unter Beweis stellen.

Unsere Hollywood-Reporterin Anke Hofmann traf die zwei Komikerinnen zum Interview.

Interview mit Goldie Hawn

"Diese Rolle war ein Glückstreffer!"

Aloha! Der Film spielt sich zwar in Ecuador ab, aber gefilmt haben Sie auf Hawaii. Wie abenteuerlich war der Dreh?

Wir drehten im Dschungel, und wir wurden gewarnt, nicht ins Wasser zu gehen, weil dort eine Bakterie ihr Unwesen trieb. Statt die wunderschöne Natur zu genießen, graute es mir die ganze Zeit vor diesem fleischfressenden Ungeziefer (lacht). Was allerdings nicht zum Lachen war! Und als ob das nicht abenteuerlich genug war, habe ich mir am Anfang der Dreharbeiten meinen Oberschenkelmuskel gezerrt. Ich bin also humpelnd durch diesen Film gelaufen. Zum Glück konnten wir das auf die schlechten Knie meiner Figur schieben, über die sie sich während des ganzen Films beschwert.

Mit Amy Schumer zu arbeiten war hoffentlich weniger abenteuerlich ...

(lacht) Diese Rolle war ein Glückstreffer und zu gut, um dazu Nein zu sagen. Und Amy ist einfach toll, ich liebe sie! Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ihre Mutter zu spielen.

Haben Amy und Sie viel am Set improvisiert?

Amy ist ein Meister der Improvisation. Ich bin zwar in der Lage, Dinge aus dem Stehgreif zu sagen, aber lange nicht so gut wie Amy. Ich kannte Amy von ihren TV-Serie "Inside Amy Schumer" und natürlich auch von "Dating Queen". Sie war urkomisch. Sie ist in der Lage, Komödie mit Emotionen zu verbinden. Sie bringt uns gleichzeitig zum Lachen und zum Weinen, und das können nicht viele. Aber sie hat nicht nur Talent, sondern ist auch eine sehr familienorientierte Person mit unheimlich viel Empathie, und genau das macht sie so sympathisch.

In "Mädelstrip" haben Sie vor allem Angst und sind übervorsichtig. Wie sieht es im wahren Leben aus?

Ich habe nicht sehr viel mit meiner Figur Linda gemeinsam. Ich bin kein Angsthase im Leben, auch wenn ich das Skilaufen aufgegeben habe. Jegliche Sportart, bei der am Fuß des Berges ein Ambulanzwagen wartet, habe ich an den Nagel gehängt (lacht).

Wie machen Sie gerne Urlaub?

Ich bin ein Zigeuner, ich reise gerne und spontan. Am Liebsten mit Rucksack und ohne Ziel. Aber es muss warm sein, damit der Rucksack nicht zu schwer wird (lacht).

Ihr letzter Film war 2002: "Groupies Forever" mit Susan Sarandon. Warum haben Sie eine so lange Schauspielpause eingelegt? Und wie fühlte es sich an, wieder vor der Kamera zu stehen?

Es war toll, wieder zu schauspielern. Aber ich habe in den letzten 15 Jahren nicht nur faul auf meinem Hintern gesessen. Statt zu schauspielern war ich anderseits kreativ tätig, habe produziert und die Kinder-Charity “Mind Up” ins Leben gerufen (www.mindup.org). Die Kinder sind heutzutage zu sehr gestresst und überfordert, und wir bieten eine bessere Lösung als Psychopharmaka an. Wenn wir die Welt besser machen wollen, müssen wir bei der Erziehung und Schulung unserer Kinder anfangen. Unser Lernprogramm wird jetzt in neun Ländern gelehrt, und darüber bin ich sehr stolz. Wir zeigen den Kindern, wie ihr Gehirn funktioniert und geben ihnen drei Mal täglich ein Brain Break – eine Gehirnpause. Ich hatte mich also nicht in den Ruhestand begeben, sondern mich auf etwas Anderes als die Schauspielerei konzentriert. Nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 dachte ich nicht darüber nach, was mein nächster Film sein würde, sondern über die Welt, ihre Kinder und unsere Zukunft.

Interview mit Amy Schumer

"Ich konnte mir nur eine Person als meine Mutter vorstellen: Goldie Hawn!"

Wie haben Sie es geschafft, Goldie Hawn wieder vor die Kamera zu locken?

Als ich das Drehbuch las, konnte ich mir einfach nur eine Person als meine Mutter vorstellen: Goldie Hawn. Ich kann es jetzt noch kaum glauben, dass mein Traum wahr geworden ist! Ich wusste nicht, ob es klappen und sie Ja sagen würde, aber ich habe einfach daran geglaubt. Ich habe sie zwei Mal zufällig getroffen und jedes Mal dieses Projekt ganz sachte erwähnt. Ich wollte nicht zu aufdringlich wirken und sie nach ihrer Telefonnummer fragen, sondern gelassen und cool. Zu meiner Überraschung war sie bereit, das Drehbuch zu lesen.

Warum Goldie und niemand anderes?

Goldie und ich haben sehr unterschiedliche Leben, aber ich fühle mich ihr sehr verbunden. Wahrscheinlich fühlt sich jeder so in ihrer Gegenwart. Sie ist einfach unheimlich liebenswert und nett. Ich habe sie schon immer sehr gemocht – als Schauspielerin und Mensch. Sie ist mein Idol und meine Heldin – und sie war so viel mehr und besser als ich es erwartet hatte. Ich bin so glücklich, dass sie jetzt ein Teil meines Lebens ist.

Und warum war dieser Film Ihnen selbst so wichtig?

Weil er wie ein Liebesbrief an meine Mutter war. Mit "Mädelstrip" konnte ich indirekt zugeben, dass ich mich manchmal wie ein Arschloch benehme. Dass ich – wie jede Tochter – meine Mutter oft als selbstverständlich annehme. Dieser Film war meine Art und Weise, Danke zu sagen.

Ihre Garderobe für "Mädelstrip" war sehr limitiert: Entweder Bikini oder das total dreckige "Kleine Weiße". Wissen Sie jetzt ein sauberes Outfit mehr zu schätzen?

Ja, bei unserer letzten Begegnung war ich dreckig, verschwitzt und blutverschmiert. Ich habe allerdings gelernt, dass ein bisschen Schlamm am Dekolleté dem Busen mehr Form gibt. Dreck ist also der beste Freund einer Frau (lacht).

Apropos Busen, war der Busenblitzer im Film Absicht oder improvisiert?

Jeder Tag fühlt sich wie eine Kleiderpanne für mich an (lacht). Der Busenblitzer war keine Improvisation. Ich habe einfach meine rechte Titte aus dem Kleid rausgeholt (lacht). Ich habe diese Szene persönlich hinzugefügt, weil ich dachte, dass es super lustig sein würde. Viele Schauspieler und Schauspielerinnen drücken sich davor, nackt vor der Kamera zu drehen, aber nicht ich. Normalerweise entblößt man sich nur, wenn es wichtig für die Handlung ist, aber diese Szene geht in die Geschichte der unnötigen Nacktheit vor der Kamera ein (lacht)! Mein Einstellung ist: Solange sie noch knackig sind, sollte man sie vorzeigen. Meine Brüste sind eine tickende Zeitbombe (lacht).

Wie nervös waren Sie bei der Bikini-Szenen?

Wenn ich mich im Bikini sehe, zucke ich weder zusammen, noch sage ich zu mir selbst: "Good job, Bitch!" (lacht) Ich lerne mehr und mehr, dass es nicht ich bin, die ein Problem mit meinem Körper hat, sondern andere. Und auch wenn es nicht fair ist, kann ich es total verstehen. Natürlich gibt es Tage, an denen ich mich besser oder schlechter mit meiner Figur fühle, aber ich ernähre mich relativ gesund und verwöhne mich nur ab und zu mit Pasta und Wein.

Interview: Anke Hofmann

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