Nicole Kidman und Colin Farrell in "Die Verführten"

Star-Besetzung beim Remake des Clint-Eastwood-Klassikers von 1971.

Die zwei GOLDENE KAMERA Preisträger von 2017, Colin Farrell und Nicole Kidman sind ab sofort im Drama "Die Verführten" im Kino zu sehen. An ihrer Seite: Kirsten Dunst und Ellen Fanning. Regie führte Sofia Coppola. GOLDENE KAMERA verrät alles über den Film und traf Nicole Kidman zum Interview.

Hier der Trailer, da der allerdings viel vom Ende verrät, ein Tipp: nur die erste Hälfte davon anschauen!

Trailer zu "Die Verführten" (Kinostart: 29.6.2017)

Darum geht's in "Die Verführten"

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs wird Nordstaaten-Soldat John McBurney (Colin Farrell) schwer verletzt vor einer Mädchenschule im feindlichen Mississippi gefunden. Leiterin Martha Farnsworth (Nicole Kidman) nimmt ihn auf – mit der Maßgabe, dass er im Musikzimmer eingeschlossen bleibt. Unterdessen erwacht die unterdrückte Sexualität vieler der Frauen und Mädchen im Internat: Dabei werfen nicht nur Martha, die Lehrerin Edwina Dabney (Kirsten Dunst) und die jun- ge Schülerin Alicia (Elle Fanning) ein Auge auf den einzigen Mann in dem großen Haus. Um die Rivalitäten zu beenden, sieht Martha nur eine Möglichkeit.

Hintergrund

"Die Verführten ist eine Verfilmung des Romans "The Beguiled" von Thomas P. Cullinan aus dem Jahr 1966. Bereits 1971 gab es unter dem Titel "Betrogen" eine von Kritikern zwar gelobte, an den Kinokassen allerdings gescheiterte Hollywoodversion mit Clint Eastwood in der Hauptrolle. Es war die dritte von fünf Kooperationen zwischen Eastwood und Regisseur Don Siegel ("Dirty Harry", 1971). Das Drama sollte seinerzeit eigentlich beim Filmfestival in Cannes gezeigt werden, was die Produzenten aber verhinderten. Dafür war die Neufassung im diesjährigen Wettbewerb am Start, für die Regisseurin Sofia Coppola ("Marie Antoinette", 2006) bereits zum vierten Mal mit Kirsten Dunst zusammenarbeitete. Die wichtige Figur der schwarzen Sklavin Hallie – sowohl im Buch als auch im Originalfilm dabei – ließ Coppola weg.

Interview mit Nicole Kidman

GOLDENE KAMERA: Als Schauspielerin bewegen Sie sich gerne am Rande der Klippen...

Nicole Kidman: Und ich bin auch schon ein paar Mal abgestürzt.

Sie scheuen sich nicht vor ausgefallenen Rollen und suchen sich interessante Regisseure aus. Lieben Sie das Risiko? Sind Sie ein Adrenalin-Junkie?

Ich liebe Filmemacher und Regisseure, die eine starke Vision haben. Und ich unterstütze gerne Regiedebüts. Ich bin jetzt in der glücklichen Lage, andere zu fördern. Aber trotz des Erfolges in meiner Karriere versuche ich, die 21-jährige Debütantin in mir am Leben zu erhalten. Eine Schauspielerin, die nichts zu verlieren hat und alles ausprobiert, und der es schnuppe ist, wenn mal was schief läuft.

Was hat Sie an „Die Verführten“ gereizt?

Sofia Coppola besuchte mich in London, als ich mit „Photograph 51“ in West End auf der Bühne stand. Nach der Aufführung gingen wir zusammen aus. Während des Dinners meinte sie zu mir: „Ich habe ein neues Projekt, das ich gerne mit dir zusammen drehen möchte.“ Ich habe sofort Ja gesagt, weil ich ihr blind vertraue. Sofia ist ein sehr stiller und zurückhaltender Mensch, aber ich liebe ihre Vision und den Stil ihrer Filme. Jeder ihrer Werke hat ihren spezifischen Stempel, was nicht einfach ist, wenn man als Tochter eines großartigen und berühmten Filmemachers aufwächst. Aber Sofia hat es geschafft, ihren eigenen Weg zu gehen und sich in Hollywood zu etablieren. Sie ist keine Kopie ihres Vaters, sondern genauso einzigartig wie er.

Gefiel Ihnen die Geschichte, nachdem Sie das Drehbuch gelesen hatten?

Der Film dreht sich um Frauen, die in Harmonie leben, bis ein Mann in ihre Kreise tritt und allen den Kopf verdreht. Das ist der Kern der Handlung, die ich als sehr interessant empfand, weil die Frauen sich vereinigen und gemeinsam kämpfen. Sofias Version ist wesentlich femininer als das Original.

Colin Farrell mit dem Schwamm zu waschen war sicherlich auch nicht uninteressant...

Ich habe zu Colin gesagt: „Bitte nicht bewegen.“ Aber vielleicht sollte er besser erzählen, wie er die Szene empfand. Vor "Die Verführten" hatte ich gerade "The Killing of a Sacred Deer" mit ihm gedreht. Jetzt suchen Colin und ich nach einem dritten Projekt!

Würden Sie sich den imaginäre Colin Farrell Pin-Up Kalender an Ihre Wand hängen? Sofia meinte, sie hätte genügend Bildmaterial dafür...

Den Kalender möchte ich auch haben! Sofia hat einen herrlichen Humor.

Trotz Ihrer – von Ihnen selbst behaupteten – Klippenabstürze haben Sie viele Preise gewonnen. Wo stehen jetzt Ihr Oscar, Ihre Golden Globes und andere Statuen?

Nicht - wie üblich - im Badezimmer! Sondern in einem Regal in meinem Haus, wo meine Töchter sie gut sehen können. Und nicht nur meine Auszeichnungen, sondern auch die Preise, die mein Mann Keith (Urban) gewonnen hat. Meine Töchter wissen zwar noch nicht wirklich, was diese Statuen bedeuten, aber ihr Interesse in die Künste ist schon geweckt worden.

Letzte Woche haben Sie Ihren 50sten Geburtstag gefeiert. Wie fühlen Sie sich jetzt?

Ich sehe es als eine Leistung an. Und es scheint das beste Jahr meines Lebens zu werden. Ich habe noch nie so viele Projekte angeboten bekommen wie jetzt.

Als nächstes probieren Sie schon wieder etwas Neues: „Aquaman.“ Fühlen Sie sich jetzt cooler als sonst?

Ich wollte einfach mal meinen Spaß haben. (Regisseur) James (Wan) hat mir eine Rolle darin angeboten, und es ist toll, wenn Freunde an einen denken. Es ist nur eine kleine Rolle, aber der Dreh wird in Australien sein, und dann kann ich das mit dem Besuchen meiner Mutter kombinieren. Ich bin ein großer Familienmensch.

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