Jessica Chastain in "Die Erfindung der Wahrheit"

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Düsterer Thriller: Die skrupellose Lobbyistin Elizabeth Sloane stellt Washington auf den Kopf.

Darum geht's in "Die Erfindung der Wahrheit"

In Washington, wo die echte Politik hinter den Kulissen gemacht wird, ist die brillante – und völlig skrupellose – Lobbyistin Elizabeth Sloane (Jessica Chastain) der Star der Branche. Doch als sie für die Waffenlobby ein übles neues Gesetz durchdrücken soll, wechselt sie überraschend die Seiten und stellt sich dagegen. Der folgende Medien- und Justizkrieg kann Elizabeth am Ende alles kosten – auch persönlich.

Trailer zu "Die Erfindung der Wahrheit"

Interview mit Jessica Chastain

In "Die Erfindung der Wahrheit" spielen Sie eine manipulierende Lobbyistin, die auch gerne über Leichen geht, wenn es sein muss. Ist das das, was die Welt im Moment braucht?

Ich würde Elizabeth Sloane nicht für meine Karriere einstellen, weil ich Angst hätte, dass sie meine Schauspielkolleginnen sabotieren würde. Aber ich würde sie sofort gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt einsetzen! In "Die Erfindung der Wahrheit" dreht es sich zwar um die Debatte um den Besitz von Waffen, aber dieser Film sagt auch viel über die Einstellung unserer Gesellschaft zum weiblichen Geschlecht aus. Als ich den Wahlkampf zwischen Hillary Clinton und Donald Trump verfolgte, wurde ihr andauern vorgeworfen, dass sie übervorbereitet sei. Einem Mann wird so etwas nie unterstellt. Wenn eine Frau ehrgeizig ist, gilt sie als schwierig. Aber Figuren wie Elizabeth Sloane und Präsidentschaftskandidatinnen wie Hillary Clinton sind fantastische Vorbilder für die neue Generation von jungen Frauen.

Aber leider hat Hillary Clinton es nicht ins Weiße Haus geschafft ...

Leider nein, aber etwas Gutes ist trotzdem dabei herausgekommen: Wir reden jetzt viel mehr über Rassismus und Sexismus und Immigration als früher. Wir schließen vor der Wahrheit und den Tatsachen nicht mehr die Augen, sondern wehren uns und suchen nach Lösungen.

Haben Sie sich mit weiblichen Lobbyistinnen getroffen?

Weniger als zehn Prozent der Lobbyisten in Washington, D.C. sind Frauen. Ich werde nicht verraten, mit wem genau ich mich getroffen habe, aber sie haben über alles offen mit mir gesprochen: über den Drogenmissbrauch und über die sexuelle Belästigung. Ich hätte diese Rolle nie spielen können, wenn ich diese Lobbyistinnen nicht vorher getroffen hätte. Ich hatte mir diese Rolle ursprünglich ohne Make-Up und mit drei-Tage-alten Klamotten vorgestellt. Aber diese Frauen – egal ob Republikanerinnen oder Demokratinnen - sind adrett angezogen, mit schwarz manikürten Fingernägeln.

Wie viel von Miss Sloane steckt in Ihnen?

Ich hoffe, nicht viel. Elizabeth ist ein komplizierter Mensch. Einerseits ist ihr das Wohl der Mehrheit wichtiger, als das Interesse des Einzelnen. Opfer sind nur Schachfiguren für sie. Andererseits ist sie eine Mentorin für Frauen. Ich arbeite auch gerne mit Frauen und versuche, mit meiner Produktionsfirma Freckle Films jungen Kolleginnen vor und hinter der Kamera Möglichkeiten zu geben, sich zu entfalten. Natürlich stehen meine Türen auch den männlichen Kollegen offen, aber ich unterstütze gerne diejenigen, die es schwerer haben, einen Job zu finden.

Was hat Sie zu diesem Engagement gebracht?

Schon als kleines Kind habe ich mich immer für den Underdog eingesetzt. Vor allem im Sport habe ich immer das schlechtere Team angefeuert. Und oft hat es tatsächlich verloren. Aber das größte Erfolgserlebnis für mich ist es, Menschen gewinnen zu sehen, die unterschätzt oder sogar diskriminiert werden.

Ist es ok, das Gesetz zu brechen, um Korruption und Ungerechtigkeit zu entblößen?

Ich finde, dass es nicht ok ist. Man kann Negatives nicht mit Negativem bekämpfen. Sonst kehren wir zu "Auge um Auge, Zahn um Zahn" zurück, und die Welt ist am Ende blind und zahnlos.

GOKA-Wertung:

Schlau, düster und in jeder Sekunde spannend! Große Klasse: Jessica Chastain. Sie verdiente sich bereits eine Golden-Globe-Nominierung 2017 als die eiskalte Business-Bitch, die man nicht mögen muss, aber auf jeden Fall bewundern.

Muss ich sehen, weil...

dieser Film Politik als Schlammschlacht präsentiert. Ein perfider Gewissenskrimi mit elegant verpackter Moral.

Unsere Bewertung:

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