Die doppelte Heimkehr: "Spider-Man: Homecoming"

Am 13. Juli gibt Newcomer Tom Holland auch bei uns sein Solo-Debüt als neuer "Spider-Man". Wir verraten Euch, warum das zweite Spinnenmann-Reboot in fünf Jahren seine Berechtigung hat.

Für eingefleischte Comicfans liegt die "Spider-Man"-Sternstunde bereits ein Jahr zurück. Nachdem der vielleicht beliebteste Superheld aus dem Hause Marvel Comics zunächst von Tobey Maguire und dann im Reboot von Andrew Garfield in fünf eigenständigen Filmen verkörpert wurde, durfte Tom Holland den jugendlichen Spinnenmann im Crossover-Spektakel "The First Avenger: Civil War" endlich ins von Iron Man, Captain America & Co. bevölkerte Marvel Cinematic Universe integrieren...

Spidey-Teaser zu "The First Avenger: Civil War" (2016)

Da das geneigte Superheldenfilm-Publikum bereits gesehen hat, wie Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) den zum übermenschlichen Undercover-Helden mutierten Schüler Peter Parker unter seine "Avengers"-Fittiche nahm, erzählt Hollands Solofilm-Debüt "Spider-Man: Homecoming" keine klassische Origin-Story, sondern springt mitten ins Post-"Civil War"-Geschehen.

Darum geht's in "Spider-Man: Homecoming"

Noch völlig berauscht von seinem ersten "Avengers"-Ausflug fällt es Peter Parker (Holland) schwer, sich wieder in seinen Schulalltag einzugliedern – zumal er nur Augen für seinen heimlichen Schwarm Liz (Laura Harrier) hat. Da seine Superhelden-Ambitionen von Mentor Tony Stark (Downey Jr.) ausgebremst werden, betätigt sich Peter des Nachts als maskierter Nachbarschaftshelfer, dessen Doppelleben nur seinem Nerd-Kumpel Ned (Jacob Batalon) bekannt ist. Die Chance auf eine große Heldentat sieht Peter gekommen, als der ehemalige Schrotthändler Adrian Toomes (Micheal Keaton) den Schwarzmarkt mit aus illegaler Alientechnologie gefertigten Waffen überschwemmt und als Superschurke Vulture keine Skrupel kennt – wie der übereifrige Avengers-Azubi schnell feststellen muss...

Finaler Trailer zu "Spider-Man: Homecoming" (Start: 13.7.2017)

Die GOKA-Kritik zu "Spider-Man: Homecoming"

Wenn Regisseur Jon Watts zum "Homecoming"-Filmauftakt Spideys "Civil War"-Abenteuer noch einmal aus Peter Parkers mit dem Smartphone gefilmten Ego-Perspektive präsentiert, schlägt er auf pfiffige Weise einen neuen "Spider-Man"-Ton, der sich mit seiner streng humoristischen Ausrichtung durchaus erfrischend von den beiden zuweilen etwas schwermütigen Vorgänger-Varianten abhebt.

Dabei ist eine Art jugendfreier "Deadpool"-Variante entstanden, in der nicht so sehr supermenschliches Drama, sondern selbstironischer Spaß im Vordergrund steht. Newcomer Tom Holland erweist sich vor dieser Comedy-Kulisse in seiner mitreißenden jugendlichen Begeisterung und Nerdigkeit als perfekte Besetzung, der man als plotrelevante Reibungsfläche den Marvel-Quotengaranten Iron Man alias Robert Downey Jr. zur Seite gestellt hat. Eine amüsante Liasion, die von den Machern bis in die ausgeklügelte Film-PR ausgedehnt worden ist.

Promo-Interview-Spaß zu "Spider-Man: Homecoming" mit Tom Holland und Robert Downey Jr.

Der Nachteil an der spaßigen Teeniefilm-Formel: Die unbestritten sympathischen Figuren bleiben ihrerseits formelhaft und das Gefühl existentieller Bedrohung mag sich in "Spider-Man: Homecoming" – von einem schönen Twist im letzten Drittel abgesehen – nicht so recht einstellen. Das liegt auch daran, dass der schauspielerisch wie immer überzeugende Michael Keaton seinen Superschurken nicht als diabolisches Mastermind, sondern als frustrierten Wutbürger anlegt, der es "denen da oben" mal richtig zeigen will. Dadurch wirken er und seine Handlanger zwar im Marvel-Kontext außeridischer Drohszenarien realistischer aber irgendwie auch ein bisschen uncool.

Diese Schwächen können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Homecoming" seine doppelte Heimkehr in die Marvel-Superheldenfamilie, in der es am 31. Oktober mit "Thor: Tag der Entscheidung" weitergeht, und zurück zur 1962 von Stan Lee und Steve Ditko ins Leben gerufenen Comicvorlage eines Teenie-Heroen mit Bravour meistert. Und damit am Ende nur ein Fazit zulässt: Schön, dass Spidey wieder zuhause ist!

Wer sollte sich "Spider-Man: Homecoming" anschauen?

Alle, die vom Marvel Cinematic Universe noch nicht genug haben und Lust auf eine flotte Highschool-Komödie mit Superkräften haben.

Warum muss ich "Spider-Man: Homecoming" sehen?

Weil man hier Spidey erstmals so präsentiert bekommt, wie er in den Original-Comics konzipiert war.

Für Fans von...

...den extra-humorigen Superhelden-Spektakeln "Deadpool" (2016) und "Kick-Ass" (2010)

Die GOKA-Wertung

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