Luc Besson & Co. über "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"

Das Traumgespann von "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten": Dane DeHaan (Valerian), Regisseur Luc Besson und Cara Delevingne (Laureline)
Das Traumgespann von "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten": Dane DeHaan (Valerian), Regisseur Luc Besson und Cara Delevingne (Laureline)
Foto: © EuropaCorp
Mit seiner 200 Millionen Euro schweren Comic-Adaption erfüllte sich Luc Besson einen Jugendtraum. Wir haben mit dem Regisseur und seinen "Valerian"-Stars Dane DeHaan und Cara Delevingne gesprochen.

Ab dem 20. Juli wird Luc Bessons Weltraumoper "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten" im Kino für atemberaubende Schauwerte und ein erfrischendes Helden-Duo sorgen, das vom Newcomer Dane DeHaan ("The Amazing Spider-Man 2: Rise of Electro") und dem gerade auch schauspielerisch durchstartenden Top-Model Cara Delevingne ("Suicide Squad") verkörpert wird.

Warum es für den 31-jährigen Amerikaner und die 24-jährige Britin eine besonders coole Ehre war, im Herzensprojekt des französischen Kultregisseurs die Hauptrollen spielen zu dürfen, verrieten sie der GOLDENEN KAMERA im Gespräch...

Dane DeHaan und Cara Delevingne im Interview

Die "Valerian"-Stars Cara Delevingne und Dane DeHaan im Interview

Genauso begeistert zeigt sich im Gegenzug Regisseur Besson von seinen beiden Protagonisten, mit denen er, wie er uns im Gespräch offenbart, bis ans Ende der Filmwelt reisen würde...

Luc Besson im Interview

Luc Besson über "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"

GOLDENE KAMERA: Warum hat es 50 Jahre gedauert bis zur "Valerian"-Verfilmung?

LUC BESSON: (lacht) Weil ich so langsam bin. Ich hatte nie darüber nachgedacht, bis zu "Das fünfte Element". "Valerian"- Zeichner Jean-Claude Mézieres fragte mich damals: "Warum machst du diesen dummen Film? Warum nicht 'Valerian'?" Die Comics sind Teil meiner Kindheit, quasi deren Schatzkammer. Aber es war vor 20 Jahren unmöglich, sie zu verfilmen. Bei "Das fünfte Element" hatten wir 188 Spezialeffekte, bei "Valerian" 2700 – das ist ein Unterschied wie der zwischen Schwarz-Weiß- und Farbfilm.

Was ist die Idee hinter dem einzigartigen Look von "Valerian"?

Wir sind nah am Comic. Ich träume immer von einer Zukunft voller Spaß und Farben. Die Gegenwart ist schon düster und zynisch. Warum sollte ich da eine Zukunft erfinden, die noch schlimmer ist? Ich will kein Pessimist sein, sondern denken, dass es lustig wird. Für den Look habe ich zwei Jahre lang mit fünf Designern gearbeitet. Sie machten
6000 Zeichnungen. Im ersten Jahr hatten sie absolute kreative Freiheit.

Hatten Sie keine Angst, der Film würde zu bunt werden?

Wenn du Angst hast, mach keine Filme, such dir einen anderen Job! Wenn wir anfangen, uns vor Farben zu fürchten, dann haben wir bald vor allem Angst. Amedeo Modigliani malte Frauen mit schwarzen Augen und langem Hals. Würden wir ihn fragen, ob er Angst davor hatte, sie so zu malen?

Die Ähnlichkeit zwischen den "Valerian"- Comics und "Star Wars" ist, was die Optik angeht, frappierend.

"Star Wars" gehört George Lucas – ich bin Fan der frühen Filme. Als Künstler nimmst du bewusst oder unbewusst eine Idee auf und gestaltest sie um, das ist Teil des kreativen Prozesses. So ist es auch hier, aber die Erzählweise der Filme ist die von George. Ich habe auch Filme gesehen, die Ideen von "Léon – Der Profi", "Nikita“ oder "Das fünfte Element" enthalten. Und es macht mir nichts aus.

Wie kam es zu der Tanzszene, in der sich Rihanna mehrfach verwandelt?

Unsere Helden brauchen einen Formwandler, um sich bei den Bösewichten einzuschleichen. Ich wollte dem Charakter Leben geben. Der Dreh für die einminütige Szene dauerte sechs Tage. Das war ein echter Albtraum! Eine Silber- medaillengewinnerin im Turnen und eine Profitänzerin haben geholfen.

Rihanna in "Valerian - Die Stadt der tausend Planeten"

Mit 200 Millionen Euro ist "Valerian" der teuerste europäische Film aller Zeiten. Wird das also eine Art Marvel-Knüller?

So funktioniert das nicht. Ich spüre aber, dass die Superhelden-Sequels langsam ein bisschen zu viel werden – immer derselbe Scheiß. Deshalb unser frischer Ansatz. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, geh in "Spider-Man 12". Aber: Nach "Avatar" funktionierte zwei Jahre lang kein Sci-Fi-Film, weil die Leute das Neue gesehen hatten. Hollywood war gezwungen, besser zu werden. Das Publikum gab das Signal dafür!

Text-Interview: Oliver Noelle; Video-Interviews: Anke Hofmann

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